Ludwigshafen
Prominente Turner beim Saisonausklang der „Bewegten Mittagspause“
Ob Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) für ihre Befreiung von der öffentlichen Sportstunde ein ärztliches Attest vorgelegt hatte? „Sie hat auf alle Fälle kurzfristig abgesagt“, erklärte Organisatorin Saskia Helfenfinger-Jeck. Die Bewegungsmanagerin für Ludwigshafen freute sich zum Abschluss ihrer Initiative für diese Saison auch ohne die Landesmutter über ein prominent besetztes Mitturner-Feld. Unter anderem konnte sie Olympiasiegerin Miriam Welte begrüßen.
„Seit ich hier nicht mehr trainiere, komme ich nicht mehr so oft nach Ludwigshafen“, meinte die 33-jährige Bahnradsportlerin lachend, die ihre Karriere vor einem Jahr beendet hatte. Als Sportbotschafterin versteht sie sich aber noch immer. „Ich würde gerne alle motivieren, sich auch im Alltag mehr zu bewegen.“ Das könnten kleine Schritte sein. So könne man zum Beispiel die Treppen anstelle des Aufzugs benutzen oder auch das Fahrrad anstelle des Autos. „Jeder kann schon im Alltag seinen Teil beitragen.“
Bewegung statt Brötchen
Der Ausklang in Ludwigshafen war aber zugleich auch die Auftaktveranstaltung der Landesinitiative „Rheinland-Pfalz in Bewegung“. „Das Programm gibt es zwar schon seit dem Frühjahr, aber wir wurden durch die Pandemie ausgebremst“, erklärte Staatssekretär Randolf Stich (SPD), der augenscheinlich keine Sportbefreiung hatte und sich deshalb für 30 Minuten an die Anweisungen der beiden erfahrenen Übungsleiter des ABC Ludwigshafen hielt. „Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“, zitierte er. Und auch die Mittagspause sei ein guter Zeitpunkt für Bewegung. „Man kann da mehr tun, als vor dem Bildschirm schnell ein Brötchen essen“, so Stich.
Eine Mittagspause, wie sie auch Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) „keineswegs fremd“ ist. „Ich gehöre wohl zur Zielgruppe, die mehr Sport treiben sollte“, sagte Steinruck selbstkritisch. Immerhin nutzte auch sie das Angebot der bewegten Mittagspause: „Und ich habe auch schon bewiesen, dass man diese Übungen in jeder Kleidung mitmachen kann.“ Egal ob Rock und hohe Absätze oder Anzug und Krawatte. „Es geht hier nicht ums Schwitzen, sondern um Mobilität und Beweglichkeit“, so Jacob, der als Übungsgeräte extra leichte Luftballons mitgebracht hatte, während sein Kollege Kuhn noch die Aufwärmrunde „vom Kopf bis runter zu den Füßen“ übernommen hatte. Ein optimaler Abschluss der Initiative für dieses Jahr. „Aber nächstes Jahr im Frühjahr beginnen wir von neuem“, kündigte Helfenfinger-Jeck an. „Denn wir wollen gesunde Ludwigshafener in einem gesunden Land“, ergänzte Steinruck.