Ludwigshafen
Projekt für Senioren in Oggersheim startet
Eines der Bücherregale ist ein ausrangierter Kühlschrank, der aktuell auf Vordermann gebracht wird und in dem demnächst anstatt Käse und Milch Bücher unterschiedlichster Genres stehen werden. Aus dem umfunktionierten Kühlschrank auf der Empore des DRK-Pflegeheims „In der Melm“ kann sich jedermann künftig bedienen, eine Lektüre aussuchen und ein gelesenes Buch wieder reinstellen. Auch beim Friseur um die Ecke und im Zentrum der Notwende sollen zwei weitere Bücherregale aufgestellt werden.
Im eigens für „SeNoMe plus“ – die Abkürzung steht für Senioren in der Notwende und Melm – eingerichteten Büro von Medienpädagogin Gisela Witt-Pieper (62) und der examinierten Altenpflegerin Susanne Altenkirch (50) stapeln sich die Kartons mit Ordnern und Projektunterlagen. Die beiden Mitarbeiterinnen stecken mitten in den Vorbereitungen. Das farbenfrohe Logo mit dem fröhlich grinsenden Smiley, das Heimleiter Jürgen Stephan (57) entworfen hat, weist den Weg ins barrierefreie Büro der beiden.
Viele Gespräche vorab
„Wir waren viel unterwegs, haben zahlreiche Gespräche mit den Bewohnern geführt. Sie haben Vorschläge gemacht, und wir haben es notiert“, sagt Witt-Pieper. Der Wunsch nach einer Apotheke, nach weiteren Einkaufsmöglichkeiten, einer Post oder nach einem Erzählcafé seien dabei aufgekommen, berichtet Altenkirch. „Uns ging es zunächst vor allem darum, die Bedarfe abzufragen, Menschen nichts aufzudrängen und auch zu schauen, welche Potenziale vorhanden sind“, erläutert Witt-Pieper.
Für die Bücherregale suchen die „SeNoMe“-Verantwortlichen Paten, die sich um die Pflege der Regale kümmern und regelmäßig schauen, ob alles in Ordnung ist. Das Projekt lebt von den Ehrenamtlichen. Es soll das nachbarschaftliche Miteinander in der Notwende und der Melm mit zahlreichen Aktivitäten – auch generationenübergreifend – fördern. In der Region Notwende/Melm leben über 7000 Menschen, ein Fünftel davon ist älter als 65. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Angeboten für diese Altersstufe.
Von Fernsehlotterie gefördert
Bei ihren Gesprächen haben Witt-Pieper und Altenkirch beispielsweise einen früheren Klavierlehrer und einen Gitarristen kennengelernt. Jetzt wollen sie beide zusammenführen. Und wer weiß, vielleicht hat „SeNoMe plus“ demnächst sogar eine eigene Band. „Begegnungen schaffen, Vereinsamung entgegenwirken sind zwei Bausteine des Projekts“, umreißt Christina Jost-Mallrich (59), Pressereferentin des DRK Vorderpfalz, die Projektziele im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Es muss so nachhaltig gestaltet sein, dass es auch ohne uns weitergeht“, betont sie. Hierfür sollen in den kommenden drei Jahren Strukturen geschaffen werden. Gefördert wird das Projekt durch die Mittel der Deutschen Fernsehlotterie in Höhe von 156.000 Euro für die Personalstelle.
Carlo Bansah, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Vorderpfalz und der DRK Altenhilfe Vorderpfalz, liegt vor allem das Thema Digitalisierung am Herzen. Hier wolle man mit Workshops den Menschen die neuen Medien näherbringen. Übernehmen könnten dies beispielsweise Jugendliche aus dem Stadtteil.
Im September startet „SeNoMe plus“ voll durch. Nach der Eröffnung am 16. September laden die Projektverantwortlichen am 19. September ab 16 Uhr zu einem Salsa-Nachmittag mit DJ Gabo aus Ecuador ins Pflegeheim „In der Melm“ ein. Ein tunesischer Nachmittag, ein italienischer Abend, ein Henna-Tattoo-Workshop – all das befindet sich in Planung.
Noch Fragen?
„SeNoMe plus“-Büro im DRK-Pflegeheim „In der Melm“, Albert-Haueisen-Ring 28, Telefon: 0621/63513507, E-Mail an senome@kv-vorderpfalz.drk.de. Eröffnung am Donnerstag um 11.30 Uhr im DRK-Pflegeheim „In der Melm“.