Ludwigshafen / Mannheim / Heidelberg
Polizei-Bilanz: Friedliche Silvesternacht, aber über 40 Feuerwehreinsätze allein in Ludwigshafen
Keine besonderen Vorkommnisse: Diese Bilanz zieht das Polizeipräsidium Rheinpfalz für die Silvesternacht in Ludwigshafen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung habe den Jahreswechsel in der mit rund 180.000 Einwohnern größten Stadt der Pfalz friedlich gefeiert. Ersten Auswertungen zufolge kam es im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums (Vorder- und Südpfalz) zu insgesamt 43 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die im Zusammenhang mit den Silvesterfeierlichkeiten stehen. Es wurden 18 Strafanzeigen wegen Körperverletzungsdelikten, acht wegen Sachbeschädigungen und vier wegen Beleidigungen aufgenommen. Bei drei Fahrzeugführern stellten Polizeikräfte Alkohol- beziehungsweise Drogenverstöße fest.
Das Polizeipräsidium Rheinpfalz mit Sitz in Ludwigshafen ist zuständig für die Sicherheit von über 900.000 Menschen. Der Dienstbezirk der Behörde mit ihren rund 2200 Mitarbeitern umfasst etwa 2400 Quadratkilometer.
Drei Autos in Flammen
Insgesamt 41 Feuerwehreinsätze wurden am Silvestertag bis in die frühen Morgenstunden des Neujahrstags im Stadtgebiet Ludwigshafen gezählt, berichtet die Feuerwehr. Es sei zum Glück zu keinen Personenschäden und auch zu keinen größeren Sachschäden gekommen. Im Wesentlichen handelte es sich um Kleinbrände, bei denen Reste von Feuerwerkskörpern, Mülltonnen oder Grünflächen brannten oder Brandmeldeanlagen automatisch auslösten. In drei Fällen brannten Autos. Im Stadtteil Süd habe es auf einem Balkon im dritten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses ein Feuer gegeben. Durch die schnellen Löschmaßnahmen der Einsatzkräfte sei die Brandausbreitung auf den Balkon begrenzt worden. In Mundenheim brannten mehrere Müllcontainer mit erheblicher Rauchentwicklung. Mehrere Pkw im Umfeld seien beschädigt worden. Der Brand sei mit zwei Rohren unter Atemschutz gelöscht worden.
Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr, die Freiwilligen Feuerwehren Oppau, Maudach und Ruchheim sowie die Sanitätsbereitschaft des Katastrophenschutzes mit einem Rettungswagen. Insgesamt 88 Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes (gegenüber 39 Einsatzkräften im Alltagsbetrieb) waren in der Silvesternacht im Dienst.
So lief die Silvesternacht in Mannheim
In Mannheim versammelten sich laut Polizei mehrere Tausend Feiernde rund um den Wasserturm, auf der Kurpfalzbrücke sowie am Plankenkopf. In der Spitze hielten sich über 2000 Personen am Mannheimer Wahrzeichen auf, um den Jahreswechsel zu feiern. Der Fahrzeugverkehr im Bereich des Wasserturms wurde daher zwischen 23.15 und 1 Uhr umgeleitet. Unter den Feiernden hätten sich vereinzelt auch Personengruppen mit erkennbarem Aggressionspotenzial aufgehalten. Durch das rasche und konsequente Einschreiten der eingesetzten Polizeikräfte seien mögliche Eskalationen frühzeitig unterbunden worden.
Scheiben eingeworfen
Gegen 0.15 Uhr habe sich im Stadtteil Schönau eine Gruppe von etwa 20 Jugendlichen daneben benommen. In der Lilienthalstraße beschädigten sich nach Polizeiangaben drei Straßenbahnen durch Stein- und Böllerwürfe erheblich. Dabei seien mehrere Scheiben sowie eine Eingangstür zu Bruch gegangen. Bei einer Straßenbahn sei das gesamte Fahrerhaus entglast worden. Zudem seien eine Straßenbahnhaltestelle beschädigt und die Scheiben eines Aufenthaltsraums sowie eines Jugendhauses eingeworfen worden. Es habe keine Verletzten gegeben. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag. Eine Person sei festgenommen worden. Weitere Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs dauerten an.
Heidelberg: Brücke gesperrt
In Heidelberg konzentrierte sich der Großteil der Feiernden laut Polizei im Bereich der Alten Brücke sowie im Bereich der Theodor-Heuss-Brücke. Auf der Heuss-Brücke hielten sich in der Spitze rund 1800 Personen auf. Aufgrund des starken Andrangs wurde die Brücke gegen Mitternacht für weitere zuströmende Personen gesperrt. Zeitgleich wurde auch die B37 zwischen Stadthalle und Neckarmünzplatz für den Verkehr gesperrt. Sämtliche Sperrungen wurden gegen 0.45 Uhr wieder aufgehoben, nachdem zahlreiche Feiernde in Richtung Altstadt weitergezogen waren.