FUSSBALL
Platz drei für Bezirksligist Mutterstadt ein riesiger Erfolg
„Wir sind sehr stolz auf dieses Team. Das Saisonergebnis wird uns weiter Auftrieb geben“, sagt Spielertrainer Kevin Selzer. Der 29-jährige ehemalige Oberligaspieler bildet mit dem sechs Jahre älteren Marco Malizia, der an der Linie steht, ein Trainerteam, das sich prima ergänzt und gut zusammenpasst. „Bis zum letzten Spieltag hatten wir die Chance auf den zweiten Platz. Das hätte vor der Runde keiner geglaubt“, freut sich auch Malizia. Die FG könne erhobenen Hauptes aus der Spielzeit gehen.
Die FG 08 ist ein herausragend gut geführter Verein mit prosperierender Jugendabteilung. Alle Altersklassen im Nachwuchsbereich sind besetzt. Vorsitzender Stephen Schulz, ein Bankkaufmann in Leitungsfunktion, führt den Club seriös, mit viel Weitblick und Geschick. Dazu gibt es viele Mitglieder, die Funktionen übernommen haben und ihre jeweilige Expertise einbringen. Im sportlichen Bereich geben die beiden Spielleiter Franco De Simone und Volker Reithermann den Ton an, sodass sich mit den Trainern ein Quartett mit hohem Fachwissen gebildet hat. Schulz und sein Stellvertreter Stefan Springer stehen für wirtschaftliche Vernunft. Finanzielle Wagnisse wird es mit dieser Führung nicht geben.
Offene und ehrliche Kommunikation mit dem Team
Das alles strahlt auf die Mannschaft ab, in deren Reihen zahlreiche Eigengewächse stehen, für die die FG nicht irgendein Verein ist, sondern Heimat. Deshalb ist es auch möglich, dass bei den Mutterstadtern trotz eines großen Kaders keine Unruhe aufkommt, wenn vermeintliche Stammspieler mal auf der Bank sitzen oder ausgewechselt werden. „Der große Kader führte dazu, dass wir nie Probleme hatten, eine Mannschaft zu nominieren. Mitunter mussten wir sogar Akteure streichen“, erklärt Selzer. Jede Position sei mindestens doppelt besetzt. „Wir haben offen und ehrlich kommuniziert, dass es eine großen Konkurrenzkampf geben wird. Jeder Spieler weiß, woran er ist“, ergänzt Malizia.
Da die Akteure unterschiedliche Profile haben, können die Trainer je nach sportlichen Erfordernissen oder aus taktischen Erwägungen das Team aufstellen. Keine Mannschaft wechselt während den Begegnungen so oft wie die Nullachter, die in der Regel ihr Auswechselkontingent voll ausschöpfen. Von den 170 Möglichkeiten in die Saison nahm Mutterstadt 159 wahr. Nur zweimal gab es weniger als vier Wechsel während des Spiels. Das stärkt den Teamgeist. Möglich wird dies allerdings nur, weil die Qualitätsunterschiede im Aufgebot gering sind und eine Identifikation mit dem Club bei den meisten Protagonisten gegeben ist.
Fabio Reithermann als wertvolle Konstante
Von den 33 eingesetzten Spielern machte nur Fabio Reithermann alle 34 Begegnungen mit und stand zudem immer in der Startformation. „Fabio hat eine Riesenrunde gespielt und sehr konstant seine Leistung abgerufen. Er war der wertvollste Akteur in der abgelaufenen Saison“, lobt Selzer. In der Einsatzliste folgen Stürmer David Schinnerer (33), Innenverteidiger Tim Seelinger (32), Selzer (31) und Kapitän Luca Stoye (29). Die meisten Tore erzielte Reithermann, der mit 23 Treffern zum torgefährlichsten Mittelfeldspieler der Liga avancierte. Es folgen Schinnerer (14), David Gerner (12) und Christian Pereira (9).
Erst am letzten Spieltag haben die Schwarz-Weißen ihren Heimnimbus verloren. Das 3:5 gegen einen an diesem Tag unglaublich starken und motivierten Ludwigshafener SC war die erste Niederlage zu Hause und die erste Pleite im Sportpark nach saisonübergreifend 18 ungeschlagenen Spielen. Der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch. „Wir haben bei einem Grillfest unseren früheren Kapitän Jens Kohlgrüber verabschiedet“, berichtet Malizia. Der langjährige Innenverteidiger beendete seine Laufbahn. Angeblich soll die Feier „etwas länger gegangen sein“. Selzer fasst seine Gefühlslage wie folgt zusammen: „Ich bin dankbar, dass mir der Verein vor drei Jahren das Vertrauen geschenkt hat. Ich spüre eine große Wertschätzung und fühle mich bei der FG Mutterstadt sehr wohl.“ Damit dürfte er auch für Malizia gesprochen haben.