Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Pläne für Gesundheitszentrum in Oppau vorgestellt

So soll das Medizinzentrum einmal aussehen.
So soll das Medizinzentrum einmal aussehen.

Am südlichen Ortsrand von Oppau soll ein Medizinisches Zentrum für rund sieben Millionen Euro entstehen. Die Pläne hat Investor Steffen Giesse am Montagabend dem Ortsbeirat vorgestellt. Wo jetzt noch ein Acker ist, soll künftig ein Gebäudekomplex Platz für Arztpraxen und medizinische Dienstleister bieten. Das Projekt ist umstritten.

Seit Jahren wird über ein Ärztehaus in Oppau diskutiert, jetzt beginnt das Projekt Fahrt aufzunehmen. Der Ortsbeirat hat am Montag mehrheitlich dafür gestimmt, dass ein Bebauungsplanverfahren für das „Medizinische Versorgungszentrum“ eingeleitet wird. Einigkeit herrschte darüber, dass damit die medizinische Versorgung der nördlichen Stadtteile gesichert wird. Doch es gibt auch Skeptiker. Vor allem die Parkplatzfrage sorgt für Zündstoff.

Der Mann, der das Medizinzentrum bauen will, heißt Steffen Giesse. Der 49-jährige Arzt betreibt seit elf Jahren in Oppau eine Chirurgische Praxis sowie in der Innenstadt eine Praxis für Ästhetische Medizin. Giesse hat sich für das Millionenprojekt einen Partner gesucht: den Würzburger Architekten Stefan Buttler, der sich auf den Bau von Praxen, Fachärztezentren, Tageskliniken, Labore oder Operationssälen spezialisiert hat. Buttler ist bundesweit aktiv. In Ludwigshafen war er am Bau des Facharztzentrums „Lusanum“ im Stadtteil Süd beteiligt.

Drei Gebäude geplant

Ganz so groß soll das Projekt in Oppau nicht werden. Giesse plant gemeinsam mit Buttler einen Komplex, der aus drei dreigeschossigen Gebäudeteilen besteht. Darin sollen knapp ein Dutzend Arztpraxen unterkommen. Nach derzeitigem Stand sind die Fachdisziplinen Chirurgie, Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Urologie, Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohren, Innere Medizin, Zahnmedizin sowie Radiologie vorgesehen. Ebenfalls geplant sind zwei Operationssäle. Ergänzt werden soll das medizinische Angebot durch Physiotherapie, Rehabilitation, Apotheke, Optiker, Orthopädietechnik und Hörakustiker. Angedacht ist auch ein Bistro für Besucher, die auf Angehörige warten, die behandelt werden. Die Nutzfläche in den Gebäuden beträgt insgesamt 3000 Quadratmeter. Laut Giesse gibt es für neun Zehntel der Flächen Mieter. „Das Interesse ist sehr groß. Das Zentrum ist eingeschlagen wie eine Bombe“, sieht der Arzt eine hohe Nachfrage. Giesse investiert nach eigenen Angaben sieben Millionen Euro. Die Bauzeit sei auf zwölf Monate veranschlagt.

Doch bevor es losgeht, muss das Bauprojekt noch einige Hürden nehmen. Das über 7000 Quadratmeter große Grundstück liegt zwischen der Feuerwache Nord, der Horst-Schork-Straße und einer Seniorenwohnanlage. Nach Angaben von Giesse sind die Eigentümer der Ackerfläche – ein Privatmann und die Stadt – zum Verkauf bereit. Die Stadtverwaltung wird in mehreren Schritten nach dem Beschluss des Ortsbeirats Baurecht für die Fläche schaffen. „Dabei ist auch eine Bürgerbeteiligung vorgesehen. Jeder kann seine Einwände vorbringen. Das ist heute nur ein erster Schritt. Dr. Giesse braucht Planungssicherheit für das Projekt, um Vorverträge mit den Ärzten schließen zu können“, sagte Stadtplaner Joachim Magin auf Nachfrage des Ortsbeirats. Vor allem der geplante Parkplatz mit 120 Stellplätzen sorgte für Diskussionen.

Ablehnung bei Anwohnern

Antje Schröder (Grüne) regte eine Tiefgarage für einen Teil der Stellplätze des Zentrums an. Investor Gies will das prüfen. Stadtplaner Magin zeigte sich skeptisch, denn die Kosten dafür könnten das Projekt unwirtschaftlich machen.

Einige Anwohner lehnen das Gesundheitszentrum an diesem Standort ab, weil sie Verkehrslärm und weitere Nachteile befürchten. Die Stadt hat weitere Standorte in Oppau geprüft – die allesamt nicht geeignet sind. Im September stimmte der Ortsbeirat deshalb dafür, mit dem Standort an der Horst-Schork-Straße weiter zu planen.

Die Anwohner waren zudem besorgt, dass der Bau des Komplexes negative klimatische Folgen durch den Wegfall der Ackerfläche haben könnte. „Wir haben das geprüft. Mit großen klimatischen Änderungen ist nicht zu rechnen“, sagte Stadtplaner Magin. Die Investoren wollten das Gelände ringsum begrünen, der Parkplatz soll mit Rasengittersteinen und Bäumen gestaltet werden – und an der Grenze zur Wohnbebauung sei eine Grünanlage vorgesehen. Die Zufahrt soll über die Horst-Schork-Straße führen. Der Parkplatz liege hinter dem Gebäudekomplex. „Es soll möglichst wenig Beeinträchtigungen für die Nachbarn geben“, betonte Magin.

Ärger befürchtet

„In eine Wohnanlage wird ein großer Block reingestellt. Das wird einen Haufen Ärger geben“, meinte hingegen Helene Ludwig (FWG), die als einziges Ortsbeiratsmitglied nicht für das Projekt stimmte, sondern sich bei der Abstimmung enthielt. Ortsvorsteher Frank Meier (SPD) und Roman Bertram (CDU) unterstrichen, wie wichtig das Gesundheitszentrum für die Sicherung der medizinischen Versorgung im Norden sei.

Der geplante Standort (roter Kreis) am Ortsrand, rechts die Feuerwehr.
Der geplante Standort (roter Kreis) am Ortsrand, rechts die Feuerwehr.
So soll das Medizinzentrum in der Rückansicht aussehen.
So soll das Medizinzentrum in der Rückansicht aussehen.
Frontansicht von der Horst-Schork-Straße aus.
Frontansicht von der Horst-Schork-Straße aus.
x