Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Pfalztram: Großer Einschnitt für Mundenheim

Bisher fährt die Linie 6 durch Mundenheim. Mit der geplanten Pfalztram soll eine neue Tram-Linie durch den Stadtteil führen.
Bisher fährt die Linie 6 durch Mundenheim. Mit der geplanten Pfalztram soll eine neue Tram-Linie durch den Stadtteil führen.

Die Pfalztram könnte Mundenheim deutlich verändern. Denn die neu geplante Trasse nach Dannstadt-Schauernheim verläuft durch den südlichen Stadtteil.

Vielerorts wird bereits heftig über die geplante Pfalztram diskutiert. Besonders im Ludwigshafener Norden regt sich Protest. Dort sind die Vertreter der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV), die das Projekt derzeit in den Ortsbeiräten vorstellen, bereits auf einige kritische Anwohner und deren Ablehnung des ambitionierten Vorhabens gestoßen. Bei der ersten Pfalztram-Präsentation in Mundenheim blieb es dagegen ruhig. Sehr ruhig sogar.

Das Thema und seine Bedeutung für den südlichen Stadtteil mit knapp 15.000 Einwohnern ist bei den Mundenheimern offenbar noch nicht angekommen. Nur eine Handvoll Zuhörer verfolgte in der Sitzung am Donnerstagabend die Erläuterungen der RNV-Pfalztram-Experten Thomas Weisenstein und Tobias Brauer. Dabei wird die Pfalztram Mundenheim deutlich verändern. Denn eine ganz neue Trasse nach Dannstadt-Schauernheim soll von der Ludwigshafener Innenstadt durch West und Mundenheim bis in die Gartenstadt und schließlich in den Landkreis nach Mutterstadt und Dannstadt-Schauernheim verlaufen.

Entlang der Bruchwiesenstraße?

Eine mögliche Trassenvariante ist die Streckenführung entlang der Bruchwiesenstraße und damit die Anbindung der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft und des angrenzenden Berufsschul- und Technologiezentrums ans Schienennetz. Wie die RNV-Vertreter betonten, seien bisher lediglich machbare und förderfähige Trassenvarianten identifiziert worden. In den kommenden Monaten stehe die Bürgerbeteiligung auf dem Programm. Denn die Bewohner sollen mitreden, um die attraktivste Pfalztram-Strecke auszuwählen, damit am Ende möglichst viele Menschen auf den öffentlichen Personennahverkehr umsteigen.

„Die Trassenführung soll mit den Bürgern entwickelt werden“, betonten die RNV-Experten. Dazu sind sieben sogenannte Kick-off-Veranstaltungen geplant. Drei dieser Bürgerdialoge sollen in Ludwigshafen stattfinden, vier im Rhein-Pfalz-Kreis. Konkrete Termine stehen indes noch nicht fest.

Bürgerbeteiligung abwarten

Die Resonanz des Mundenheimer Ortsbeirats auf die Präsentation fiel verhalten aus. Die Mitglieder stellten einige vorsichtige Fragen nach den Baukosten – erste Schätzungen gehen von rund einer halben Milliarde Euro für das Gesamtprojekt aus –, den Betriebskosten und der Lärmbelästigung. Insgesamt lautete jedoch der Tenor, dass das Gremium zunächst die Phase der Bürgerbeteiligung abwarten wolle, bevor Positionen bezogen werden.

Das Projekt Pfalztram mit seinen zwei geplanten Ausbau-Achsen in der Vorderpfalz elektrisiert derzeit, wie mehrfach berichtet, die Region. Die RNV-Experten tingeln von einer betroffenen Kommune in die nächste, um den „Stadtbahnausbau Vorderpfalz“, so der Arbeitstitel, in den politischen Gremien vorzustellen. Dank einer satten Anschubfinanzierung des Landes ist die Vorplanung endgültig gesichert. Auch die ins Auge gefasste Trassenkorridore gelten jeweils als förderfähig.

Steigende Einwohnerzahlen erwartet

Von den zusätzlich 25 Kilometern Schienennetz für die Achsen Nord-Süd (Pfingstweide bis Waldsee) und Ost-West (Ludwigshafen-Mitte bis Dannstadt) könnten schließlich Tausende Menschen profitieren, insbesondere Pendler. Perspektivisch braucht die Region mehr Angebote im Nahverkehr, wie Zahlen belegen. So soll die Einwohnerzahl in Ludwigshafen (rund 180.000) laut RNV bis 2040 um sieben Prozent, im Rhein-Pfalz-Kreis (rund 155.000 Einwohner) um 5,4 Prozent steigen. Täglich pendeln demnach aus dem Umland 25.000 Menschen nach Ludwigshafen und Mannheim, etwa 4500 steuern täglich aus den beiden Großstädten das Umland an. Frühestmöglicher Baubeginn für die Pfalztram wäre jedoch erst in fünf Jahren.

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