Ludwigshafen Parkplätze bringen Mudra auf die Palme

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Bei der Planung eines Neubaus auf dem Hochschul-Campus in der Ernst-Boehe-Straße hat der Speyerer Landesrechnungshof stets mit am Tisch gesessen. Die jüngste Schelte der Prüfer kann die Hochschulleitung daher schwer nachvollziehen. Wann der Neubau Wirklichkeit wird, darüber lässt sich derzeit nur spekulieren.

Ein Bagger ist in dieser Woche auf das Gelände gerollt, auf dem irgendwann um das Jahr 2020 – vielleicht – ein neuer Trakt der Ludwigshafener Hochschule stehen soll. Für Hochschulpräsident Peter Mudra und sein Team sowie für viele Studenten ist der Bagger ein Zeichen dafür, dass sich endlich was bewegt. Schließlich ist es seit vielen Jahren ein Herzenswunsch der Hochschule, die Außenstellen etwa in der Max- und Turmstraße aufzulösen und auf dem Campus zu versammeln. Aktuell existiert der Neubau, mit dem sich die Hochschule in räumlicher Hinsicht verdoppeln wird, aber nur auf dem Papier. „Wir sind seit letztem Sommer in der Genehmigungsplanung“, teilte gestern Holger Basten, Geschäftsführer des Mainzer Landesbetriebs Bauen, zum Stand der Dinge mit. Die Kritik der Rechnungsprüfer nannte er „Bemerkungen aus den Jahren 2013, 2014“, die schon in die Planung eingeflossen seien. Weil auch das Mainzer Finanz- und Bildungsministerium immer wieder als Kontrollinstanzen in die diversen Schritte eingebunden seien, wollte sich Basten nicht auf einen Zeitplan für die Fertigstellung festlegen. Nur so viel: Noch vor dem Sommer soll die Genehmigungsplanung abgeschlossen sein, Ende des Jahres soll die etwa sechsmonatige Bodensanierung starten, danach folgt die etwa ein Jahr dauernde Ausführungsplanung und erst dann die europaweite Ausschreibung des Projekts, für das derzeit knapp 60 Millionen Euro veranschlagt sind. Einen Baustart im Jahr 2017 halten die Verantwortlichen daher für unwahrscheinlich. Präsident Mudra bringt die Gründe für die mehrfachen Verzögerungen auf den Punkt: „An diesem Brei köcheln viele mit.“ Und: „Wir reden nicht von einer kleinen Immobilie, sondern von einem Tanker.“ Der soll 125 Meter lang und 45 Meter breit werden. Er soll eine Mensa mit eigener Küche, Café und Terrasse sowie drei lichtdurchflutete Innenhöfe haben. Im Erdgeschoss sollen bisher drei kleine Bibliotheken zu einer über 2000 Quadratmeter großen Bibliothek vereint werden. Im ersten Stock finden sich künftig Hörsäle, die zum Campus ausgerichtet sind, und Büros. Von klaren Funktionsstrukturen und einem klugen Konzept spricht Kanzler Klaus Eisold. Die Bibliothek sollte nach den ursprünglichen Plänen größer ausfallen. Die Rechnungsprüfer haben jedoch den Rotstift angesetzt. „Wir sind zufrieden mit den aktuellen Plänen“, stellte Mudra dennoch fest. Diese entsprächen den geänderten Strukturen in Hochschulbüchereien mit immer weniger Präsenzliteratur und dafür mehr Arbeitsplätzen. Die Kritik der Rechnungsprüfer, wonach die Hochschule beim Kauf des Grundstücks für den Neubau von der Stadt eine Untersuchung des Bodens versäumt habe, wies Mudra hingegen zurück. Den Kaufpreis nannte er vernünftig, „Ludwigshafen ist dabei nicht reich geworden“. Hätten wir auf einer Altlastenuntersuchung bestanden, wäre es gar nicht zum Verkauf gekommen, sagte der Präsident überzeugt. Das Thema Parkplätze bringt Mudra auf die Palme. Dass die Hochschule über ihre Verhältnisse geplant habe, kann der Mannheimer nicht nachvollziehen. „Wir werden hier in Zukunft große Probleme bekommen“, befürchtet er vielmehr. Derzeit verfügt die Hochschule mit 4400 Studenten über rund 500 Parkplätze auf dem Campus. Ein großer Teil dieser Stellflächen befindet sich auf dem Neubaugelände. Während der Bauzeit sollen die Studierenden auf das Posttunnelgelände ausweichen. Aber wenn der Neubau fertig ist, wird die Hochschule nur noch rund 400 Parkplätze haben, die Plätze für die Mitarbeiter inklusive. Die Uni Koblenz mit 4000 Studenten biete dagegen über 700 Parkplätze an, berichtete Mudra. Der Präsident hofft, dass das Posttunnelgelände mit 150 Parkplätzen der Hochschule auch nach der Fertigstellung des Neubaus zur Verfügung stehen wird. Darüber wolle er mit der Stadt verhandeln. Er sei aber auch offen für den Bau von Parkdecks und eine Parkraumbewirtschaftung: „Es ist kein Dogma, dass Parkplätze kostenlos sein müssen.“ Aber für den Bau eines Parkdecks benötige man private Investoren. Wenn der Neubau steht, sollen alle Fachbereiche der Hochschule in die Ernst-Boehe-Straße umziehen. Das gilt Mudra zufolge auch fürs Ostasien-Institut (OAI) an der Rheinpromenade. 1100 Studenten lernen derzeit an dezentralen Standorten. Weil das OAI längst eine Marke geworden sei, soll es auch künftig ein Aushängeschild der Hochschule bleiben. Angedacht sei ein Treffpunkt für Forschung, Entwicklung und Transfer, finanziert mit Drittmitteln. Die Zusage des Landes als Immobilienbesitzer liege vor, verkündete Mudra. MEHR ZUM THEMA

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