Ludwigshafen Palzki und die leerstehende Villa

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Es hätte so ein schöner Tag werden können. Manchmal klären sich Ermittlungsfälle durch Nichtstun. Das kam zwar nicht sehr häufig vor, doch ab und zu gab es durchaus auch solche merkwürdigen Situationen. Dr. Hubertus Adelbert, der Alleinerbe des Adelbert-Pharma-Konzerns, wurde eines Abends entführt. Sein Chauffeur sagte aus, dass verkleidete Polizeibeamte den Dienstwagen auf dem Weg zum Bungalow des Firmenchefs in Mutterstadt anhielten. Schnell entpuppten sich diese Polizeibeamten jedoch als Gauner, die den Chauffeur mit einer Waffe bedrohten, während sie Adelbert aus seinem Wagen zerrten und mit unbekanntem Ziel entführten. Leider erfuhren wir, die richtigen Beamten, erst fünf Tage später von diesem Entführungsfall. Dem Chauffeur wurde nämlich eine Nachricht mitgegeben, die den schnellen Tod Adelberts ankündigte, falls jemand die Polizei einschaltet. Die beiden Kinder Herold und Mathilde Adelbert hielten sich an diese Anweisungen. Sie waren gerade dabei, die geforderten zehn Millionen Euro Lösegeld aus dem Vermögensdepot ihres Vaters abzuheben, als ihr Vater äußerst verwirrt in der Nähe von Schauernheim von einer Polizeistreife aufgegriffen wurde. Hubertus Adelbert stand unter dem Einfluss einer Droge, sodass er einen Tag in einer Klinik verbringen musste, ehe er vernehmungsfähig war. „Das war mit Sicherheit ein Werk von Herold und Mathilde“, schimpfte er, nachdem ich mich vorgestellt hatte und die genauen Hintergründe der Entführung wissen wollte. „Schon mehr als einmal habe ich gedroht, sie zu enterben, weil sie ständig Berge von Spielschulden anhäufen.“ Dies war natürlich eine interessante These, die ich vertiefen musste. „Haben Sie die Entführer erkannt? Haben Sie Beweise, dass Ihre Kinder etwas damit zu tun haben?“ Er schüttelte den Kopf. „Keine direkten. Die Entführer haben mir sofort die Augen verbunden und einen Kopfhörer mit lauter Musik aufgesetzt. Eine Weile später sperrten sie mich in einen fensterlosen Kellerraum ein, in dem nur eine kleine Glühlampe aufgehängt war. Ich durfte zwar jeden Tag für eine Stunde raus ins Freie, aber nur mit verbundenen Augen und unter Bewachung. Als ich mich nach ein paar Tagen wehrte, haben sie mir irgendetwas in den Arm gespritzt.“ „Haben Sie bei Ihren Freigängen etwas erkennen können? Erkannten Sie die Stimmen der Entführer?“ Adelbert trank einen Schluck Wasser, bevor er weitersprach. „Nein, leider nicht. Trotzdem gelang es mir anscheinend, mich irgendwie zu befreien. Ich weiß aber nicht genau, wie das alles vor sich ging, es war wie in einem Traum. Irgendwann haben mich dann Ihre Kollegen gefunden und ins Krankenhaus gebracht.“ „Schade, dass Sie keine weiteren Erinnerungen haben. Das reicht nicht, um Ihre Kinder zu verdächtigen.“ Ein schmales Grinsen lag auf seinem Gesicht. „Ich habe eine vage Vermutung, dass ich in der alten baufälligen Villa, die mir gehört, aber schon seit vielen Jahren leer steht, gefangen war.“ Na ja, dies war zumindest ein erster kleiner Hinweis. „Würden Sie das Kellergefängnis wiedererkennen?“ „Ich denke schon“, antwortete er. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Dannstadt, an dessen Ortsrand sich die leerstehende Villa befand. Herold und Mathilde ließen es sich nicht nehmen, ebenfalls mitzukommen. Das Eingangstor zum Anwesen ließ sich nur sehr schwer öffnen, doch schließlich hatte es Adelbert mit seinem Schlüssel geschafft. „Siehst du Vater, das Ding ist bereits eingerostet. Hier war seit Jahren niemand mehr.“ Wir liefen den Weg durch das kleine Wäldchen zur Villa. Der Weg war zwar vom vielen Laub befreit, aber das Haus machte einen erbärmlichen Eindruck. Ein paar Dachschindeln lagen zersplittert auf dem Vorplatz. Zwei Fensterscheiben waren eingeschlagen und der Putz sah mitleiderregend aus. „Ich wollte die Villa schon längst abreißen lassen“, sagte Adelbert, „Ich bin aber noch nicht dazugekommen.“ Er schloss das Haus auf und wir landeten in einem großen Foyer. So sehr wir auch schauten, wir konnten keine Fußabdrücke oder Ähnliches entdecken. Wir gingen in den Keller, der nur aus zwei Räumen bestand und mit Sperrmüll gefüllt war. „Seltsam“, meinte der Konzernchef, „dies könnte der Raum gewesen sein. Aber der Sperrmüll, der stand nicht da.“ „Du täuschst dich bestimmt, Vater“, sagte Mathilde. „Wir haben doch jetzt festgestellt, dass sich hier schon seit Ewigkeiten niemand mehr aufgehalten hat.“ „Immer langsam“, unterbrach ich Adelberts Tochter. „Ich bin mir sicher, dass erst kürzlich jemand auf dem Grundstück war. Diese Personen haben sich sichtlich Mühe gegeben um alle Spuren zu verwischen, doch eine Kleinigkeit haben sie übersehen.“ Lösen Sie den Fall Was war Reiner Palzki aufgefallen? Schicken Sie uns die Lösung mit Ihrem Namen und Ihrer vollständigen Anschrift per E-Mail an marktlud@rheinpfalz.de, per Fax an 0621 5902856 oder postalisch an DIE RHEINPFALZ, „Marktplatz regional“, Amtsstraße 5 - 11, 67059 Ludwigshafen am Rhein. Der Einsendeschluss ist Montag, 24. Oktober. Zu gewinnen gibt es ein handsigniertes Exemplar von Harald Schneiders Kriminalroman „Sagenreich“. Auflösung September Auf dem Hambacher Fest wurde nicht die EWG gegründet. Gewonnen hat Gerd Flaschenträger aus Otterstadt.

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