Ludwigshafen Operation Kooperation

91-66418857.jpg

Das städtische Klinikum will künftig verstärkt mit dem Evangelischen Krankenhaus in Bad Dürkheim kooperieren. Ziel ist die Etablierung eines gemeinsamen Bauchzentrums. Davon sollen Patienten sowie Mitarbeiter profitieren.

Das Evangelische Krankenhaus in Bad Dürkheim wird vom Landesverein für Innere Mission (LVIM) betrieben, der in der Pfalz neun Altenheime und ein weiteres Krankenhaus in Zweibrücken unterhält. In der Westpfalz kooperiert der LVIM bereits mit der Homburger Uniklinik (wir berichteten mehrfach überregional). Ähnlich wie dort soll nun auch die Zusammenarbeit in der Vorderpfalz aussehen. Stefan Willis, der am Klinikum der Stadt als Direktor der der Chirurgischen Klinik A fungiert, übernimmt zusätzlich die Rolle des Chefarztes in der Chirurgie in Bad Dürkheim. Allerdings wird er nicht permanent vor Ort sein, aber „regelmäßig“, wie er gestern bei einer Pressekonferenz ankündigte. Auf Nachfrage sagte er, dass er „mindestens einmal pro Woche“ in Bad Dürkheim sein werde. Vertreten wird er dort jedoch ständig von Jens Wannenmacher. Der war bisher Oberarzt bei Willis in Ludwigshafen. Hans-Friedrich Günther, Geschäftsführer des städtischen Klinikums, betonte, dass gute medizinische Versorgung Kooperation brauche. Schon bisher haben die beiden Häuser miteinander zusammengearbeitet, das soll nun aber deutlich ausgeweitet werden. Konkret bedeutet das, dass sich Patienten mit Bauchbeschwerden ans Bauchzentrum in Bad Dürkheim wenden können. Dann wird entschieden, wo der Patient optimal behandelt werden kann – dort oder in Ludwigshafen. Das Klinikum der Stadt ist eine Einrichtung der Maximalversorgung und bietet andere Möglichkeiten, wie das Evangelische Krankenhaus, das lediglich die Grund- und Regelversorgung gewährleisten muss. Mit der vertraglich fixierten Kooperation solle sichergestellt sein, dass es zu keinem „Bruch in der Behandlung“ komme. Chefarzt Willis erklärte zudem, dass er die Ärzte-Rotation ausbauen wolle. Das bedeutet, dass Assistenzärzte im Laufe ihrer mehrjährigen Ausbildung zum Facharzt eine gewisse Zeit im jeweils anderen Krankenhaus verbringen. So wolle er dem Fachkräftemangel im Bereich der Chirurgie entgegenwirken, sagte Willis. Voller Freude zeigte sich Rainer Wettreck. Er ist Vorstandssprecher und Theologischer Vorstand beim LVIM. Er sprach von einer „wohnortnahen Spitzenmedizin“, die künftig gewährleistet sei. Wettreck sprach mit Blick auf die Vereinbarung von „Potenzial für Weiteres“. Was er darunter versteht, wollte er auf Nachfrage jedoch nicht ausführen. Ein Verkauf des Krankenhauses schloss er aber aus. Der Geschäftsführer des städtischen Klinikums Hans-Friedrich Günther betonte zudem, dass seine Einrichtung keine feindliche Übernahme anstrebe.

91-66418856.jpg
x