Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberligist Arminia Ludwigshafen verpasst Befreiungsschlag

Ein Tor vorbereitet, eines selbst erzielt: Zumindest bei Arminia- Stürmer Martin Amoako (am Ball) stimmt die Bilanz.
Ein Tor vorbereitet, eines selbst erzielt: Zumindest bei Arminia- Stürmer Martin Amoako (am Ball) stimmt die Bilanz.

Der FC Arminia Ludwigshafen verspielt gegen den SV Auersmacher trotz Führung einen Sieg. Trainer Monetta spricht von einem „brutalen“ Punktverlust.

Der Ludwigshafener Oberligist hat den SV Auersmacher fest im Griff, dennoch bleibt der Befreiungsschlag aus. Da verkommt es zur Randnotiz, dass einer der Spieler seine gute Form unterstreicht und ein persönliches Erfolgserlebnis feiert.

Das Szenario erinnerte fatal an das Heimspiel vor einer Woche, als Oberligist FC Arminia Ludwigshafen in der Partie gegen den SC Idar-Oberstein in der fünften Minute der Nachspielzeit das 3:3 hinnehmen musste. Auch nach dem Abpfiff des ersten Rückrundenspiels gegen den SV Auersmacher gab es hängende Köpfe und enttäuschte Mienen. Die Gäste waren bis in die Endphase gegen gut und konzentriert verteidigende Arminen harmlos und schafften dennoch mit einem Doppelschlag das 2:2. Ein Punktverlust, der sich lange Zeit in keiner Weise andeutete. „Das ist brutal und nicht erklärbar. Diese Begegnung darf nie 2:2 enden“, resümiert FCA-Trainer Matteo Monetta.

Rückkehr zur Viererkette

Der Coach hatte sich vor dem Spiel etwas einfallen lassen. Er kehrte zurück zur Viererkette und spielte mit einem 4-4-2-System. „Die Mannschaft fühlt sich mit vier Mann auf einer Linie wohler. Wir spielen mit zwei echten Spitzen und haben als Nebeneffekt eine bessere Strafraumbesetzung“, erklärt Monetta diese Veränderung. Er musste gegenüber der Partie gegen Idar-Oberstein drei Ausfälle verkraften. Sebastian Beikert und Yakup Polat fehlten erkrankt, Kapitän Ricardo Antonaci zog sich einen Muskelfaserriss zu. Dies kompensierten die Gastgeber zunächst prima.

Der Start der Einheimischen war vielversprechend. Nach sehenswerter Kombination über Wal Fall, Martin Amoako und Malte Moos geriet Torjäger Yassin Memokoh in Rücklage und der Ball strich über den Querbalken (3.). In der Folgezeit tat sich nicht viel. Es war ein gegenseitiges Belauern ohne gefährliche Aktionen. Jeder schien auf den Fehler des Gegners zu warten. Die Strafräume mutierten zu Tabuzone, es wurde mehr quer und zurück als nach vorne gespielt.

Memokoh staubt ab

Das 1:0 für die Platzherren fiel aus heiterem Himmel. Amoako, der erstmals in einem Oberligaspiel 90 Minuten auf dem Feld stand, zog vom linken Flügel in den Strafraum, sein Gegenspieler wich zurück, statt zu attackieren. So konnte Amoako nach innen flanken, wo ein Verteidiger den Ball nicht klärte und Memokoh aus kurzer Distanz abstaubte (31.). Die Gastgeber witterten ihre Chance, für eine Vorentscheidung zu sorgen und erhöhten tatsächlich auf 2:0. Nach einem Einwurf von Jhon Mosquera drehte sich Amoako geschickt um seinen Gegner, lief noch ein paar Schritte und schloss mit links ins lange Eck ab (39.). Der Pausenstand entsprang der großen Effektivität der Arminia, die zudem mit allen Spielern konsequent und gut verteidigten. Der SVA blieb ohne gefährliche Offensivaktion.

„In der Pause haben wir besprochen so weiter zu spielen, auf ein drittes Tor zu gehen, aber die Absicherung nicht aufzugeben“, erklärt Monetta seinen Plan. Der schien aufzugehen. Den Schwarz-Weißen gelang es im zweiten Abschnitt lange sehr gut, Auersmacher vom eigenen Tor wegzuhalten. Die Mannschaft erfüllte ihre Aufgabe. Bis zur 78. Minute blieben die Gäste ohne klare Torchance und kamen erst sehr spät zu ihrem ersten Eckball (86.). „Wir hatten den SVA im Griff. Bis dahin war es eine reife Leistung“, bilanziert der Coach.

Wende innerhalb weniger Minuten

Doch plötzlich lief nichts mehr zusammen. Der Schuss von Philipp König, den Kevin Urban stark parierte, war offenbar das Signal für die Gäste. Nach dem Motto, hoppla, das geht vielleicht doch etwas für uns, wendete sich das Blatt binnen weniger Minuten. Jannik Dörr verursachte gegen Merouane Taghzoute einen Foulelfmeter und sah die Gelb-Rote Karte (82.). „Da Jannik gelb-vorbelastet war, hätte ich ihn auswechseln müssen“, blickt Monetta zurück. Doch da fast zeitgleich Leon Zinnicke humpelte, blieb Dörr auf dem Feld. König verwandelte den Strafstoß zum 1:2 (84.) und das Unheil nahm seinen Lauf.

„Die Mannschaft hat in Unterzahl aufgehört Fußball zu spielen und sich auf Befreiungsschläge beschränkt“, moniert der Trainer. Das Ergebnis: Taghzoute glich nach gutem Spielzug aus (89.). Sogar ein 2:3 war noch möglich. „Ich bin geschockt. Konzentration, Klarheit und Struktur waren urplötzlich weg. Der Gegner war eigentlich tot“, klagt Mittelfeldspieler Kevin Selzer und sprach von einem „total bitteren Moment“. Auch Monetta war bedient: „Die Stimmung in der Kabine ist so wie nach einer Niederlage. Der gegnerische Trainer hat sich bei mir für das 2:2 entschuldigt.“

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