Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberligist Arminia Ludwigshafen landet mit einem Neuzugang einen Volltreffer

Arminia-Torwart Robin Schneider ist laut seinem Trainer Andreas Brill auf der Linie enorm stark.
Arminia-Torwart Robin Schneider ist laut seinem Trainer Andreas Brill auf der Linie enorm stark.

Der schwer erkämpfte 1:0-Sieg gegen den FV Diefflen tut dem Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen gut. Das Stimmungshoch darf aber am Samstag beim Tabellenvierten SV Gonsenheim keinen Dämpfer erhalten. Einer der Helden vom vorigen Samstag bleibt sicher im Team.

Als klar war, dass das Torhüter-Duo, das Kevin Urban und Peter Klug bildeten, gesprengt wird, stellte sich die Frage, wen der FCA für Klug holen würde. Einen älteren oder erfahrenen Torwart oder einen ganz jungen? Einen, der die klare Nummer zwei hinter Urban ist, oder einen, der die Stammkraft herausfordern würde? Es kam der 20-jährige Speyerer Robin Schneider. Den Kontakt hatte Konstantinos Kilikidis hergestellt. Der Onkel Schneiders leitet eine Berateragentur und ist gut vernetzt. Für die Rheingönheimer, die den Transfer früh über die Bühne brachten, war dies eine glückliche Fügung.

Schon nach seinem ersten Spiel dürfte sicher sein, dass die Arminia mit Schneider einen Volltreffer gelandet hat. Gegen Diefflen hatte er drei herausragende Szenen: Bei einem riskanten Rückpass von Ricardo Antonaci passte er gut auf und klärte (9.), die Schusschance von Tim-Frederik Lange machte er zunichte, weil er super den Winkel verkürzte (38.), und seine größte Tat war die Parade, mit der einen den Ball von Justin Pfeffler aus dem Winkel kratzte (90.+4). „Ja, es freut mich, dass mein Debüt gut gelaufen ist. Aber noch wichtiger ist, dass wir die drei Punkte geholt haben“, sagt Schneider bescheiden.

Trainer Brill voll des Lobes

Der junge Keeper spielt prima mit, hat eine gute Spieleröffnung und überzeugt auch in seinem Kerngeschäft. „Robin war in jedem Training und man konnte sein großes Potenzial erkennen. Ich hatte keinerlei Bedenken. Seine gute Leistung gegen Diefflen hat mich nicht überrascht“, sagt Trainer Andreas Brill, der nach beendetem Familienurlaub wieder die Übungseinheiten leitet. Während seiner Abwesenheit war er aber über alles vom spielenden Co-Trainer Matteo Monetta informiert worden. „Wir haben uns ausgetauscht, aber die Entscheidungen hat Matteo getroffen“, erläutert Brill.

Da Urban wegen seines Fingerbruchs gegen Gonsenheim weiter ausfällt und danach in Urlaub geht, bleibt der reaktions- und handlungsschnelle Schneider auf jeden Fall im Tor. „Mit 1,82 Meter Körpergröße hat er nicht die Reichweite wie Kevin. Aber Robin macht dies mit Explosivität und großer Sprungkraft wett. Außerdem ist er auf der Linie enorm stark und hat ein sehr gutes Eins-gegen-eins“, lobt der Übungsleiter den jungen Schlussmann. Der Trainer neigt dazu, den am vergangenen Samstag guten Abwehrverbund unverändert zu lassen, weil defensive Stabilität ein Faktor für die Partie in Gonsenheim sein werde.

Als Bambini noch Innenverteidiger

Robin Schneider begann beim LSC in der Jugend und spielte bei den Bambini zunächst Innenverteidiger. „Mit zehn bin ich probehalber ins Tor, auch weil Roman Weidenfeller mein Vorbild ist“, berichtete der 20-Jährige, der ob seines Lieblingsspielers nicht unerwartet Fan von Borussia Dortmund ist. Die Leistung habe gepasst, und so ist er nie wieder raus aus dem Kasten. Zwei Jahre VfR Frankenthal schlossen sich an, dann folgte eine Saison in der Jugend der TSG Hoffenheim. Weil es dort nicht mehr weiterging, wechselte er mit 13 zum SV Sandhausen. „Dort habe ich alle Juniorenteams durchlaufen und ab und zu mit den Profis trainiert“, erzählt er. Als Sandhausen die U23 abmeldete, zog es ihn in die Pfalz zurück.

Dort war er beim damaligen Oberligisten FC Speyer 09 Stammtorwart. Der nordostdeutsche Regionalligist Optik Rathenow, knapp 100 Kilometer westlich von Berlin gelegen, holte ihn nach einem Jahr. „Mit einem Mitspieler habe ich dort in einer WG gewohnt. Allerdings war Optik überraschend noch abgestiegen und wir spielten Oberliga“, blickt Schneider zurück. Man habe dort überwiegend in Stadien gespielt, meist 500 Zuschauer gehabt. Bei Derbys sogar mehr. Doch er zog sich einen Meniskusriss zu, verpasste das Winter-Trainingslager und Rathenow holte einen neuen Torwart. „Deshalb, und weil die kurzen Stippvisiten in der Heimat zu stressig waren, ich zudem die Familie öfter sehen wollte, haben mich zur Rückkehr bewogen“, verdeutlicht der Torhüter.

Guter Draht zum Konkurrenten

Bei der Arminia hat Schneider einen Zweijahresvertrag unterschrieben, freut sich über den familiären Anstrich des Vereins und hat einen guten Draht zum Kollegen und Konkurrenten Kevin Urban. „Die Konstellation ist gut und ich kann mir noch einiges abschauen“, sagt Schneider. Ab Oktober will er in Worms Internationales Management studieren und aktuell bei der Arminia noch möglichst oft seinen Kasten sauber halten.

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