Fußball
Oberligaderby: FC Arminia Ludwigshafen beim SV Morlautern
Nach dreimonatiger Wettkampfpause startet Oberligist FC Arminia Ludwigshafen mit einem Auswärtsspiel beim Tabellenvorletzten SV Morlautern (Samstag, 15 Uhr) in den zweiten Saisonabschnitt. Partien zwischen den Westpfälzern und den Schwarz-Weißen sind immer hart umkämpft, emotional und spannend. Drei Jahre in Folge warf die Arminia den Kontrahenten aus dem Verbandspokal, der 2:0-Punktspielsieg in der Vorrunde fällt schon in die Rubrik „klares Ergebnis“, weil sieben der vergangenen zehn Aufeinandertreffen der beiden Klubs mit einem Tor Differenz endeten.
„Rein ergebnistechnisch ist die Vorbereitung gut gewesen“, sagt Trainer Chris Chorrosch. Der FCA triumphierte erwartungsgemäß bei der Stadtmeisterschaft in der Halle und gewann im Feld alle fünf Testspiele, in denen die Rheingönheimer nur beim 3:1 gegen die TSG Weinheim ein Gegentor hinnehmen mussten. „Der Fokus lag auf dem Aufbauspiel. Da haben wir neue Leitplanken gesetzt, weil wir weniger über das Zentrum nach vorne spielen wollen, sondern mehr über die Flügel“, erklärt der Übungsleiter. Mehr Abschlüsse nach Flanken und ein besseres Positionsspiel im Strafraum seien weitere Punkte, an denen die Arminia in der Pause gearbeitet habe.
Nur ein Gegentreffer in Tests
19 Treffer erzielte der FCA in den Testpartien, wobei auffällt, dass sich die Tore analog der Hinserie auf viele Spieler verteilen. „Alle Offensivkräfte haben getroffen und sich so ein Stückchen Selbstvertrauen erarbeitet“, freut sich Chorrosch. Die Generalprobe gegen den Landesligisten Ludwigshafener SC endete mit einem 10:0-Erfolg. Da habe es die Arminia richtig gut gemacht und sei sehr effektiv gewesen, auch wenn man die Höhe des Sieges nicht überbewerten dürfe. In dieser Partie wurde Winterverpflichtung Pascal Nicklis (21) wegen muskulärer Probleme im hinteren Oberschenkel geschont.
Personell sieht es für die Arminia ganz gut aus. Die positivste Nachricht ist, dass Innenverteidiger Lukas Hartlieb (28), der sich im ersten Saisonspiel einen Kreuzbandriss zuzog, schon erfreulich weit ist. „Lukas hat Lauftraining absolviert und den Belastungstest bestanden. Jetzt folgen Passspiel und die Teilnahme an Spielformen“, berichtet der Coach. Dennoch werde nach einer so schweren Verletzung nichts überstürzt. Die Wiedereingliederung soll behutsam erfolgen. Bei Leidensgenossen Björn Weisenborn (30), dessen Knorpel zusätzlich zum Kreuzband beschädigt war, ist Geduld gefragt. Der Zeitpunkt des Comebacks ist völlig offen.
Alternativen für die Abwehr
Dennoch ist die Abwehr gut aufgestellt. „Mit Wal Fall, Hasan Yalcinkaya, der einen Entwicklungsschritt gemacht hat, und Lukas Kebernik gibt es in der Innenverteidigung Alternativen“, sagt Chorrosch. Außen kämpft neben dem gesetzten Ricardo Antonaci das Trio Jannik Dörr, Nathaniel Esslinger und Nicklis um den freien Platz. Dazu kommt demnächst der erfahrene Rik Hiemeleers, der seine Schambeinentzündung überwunden hat und wieder trainiert. Im zentralen Mittelfeld plant der Coach mit Philip Krischa und Kapitän Nico Pantano. Bei defensiverer Ausrichtung könnte Antonaci neben Krischa spielen und Pantano hinter einer Spitze. Marc Ehmann ließ den Meniskus glätten, er steigt kommende Woche ins Training ein. Marvin Takpara plagen Knöchelprobleme.
„Steffen Straub trifft derzeit gute Entscheidungen, traut sich viel zu und hat gute Abschlüsse“, beschreibt Chorrosch die Auftritte des Linksaußen. Weitere Kandidaten für die offensiven Außenbahnen sind Bastian Hommrich, Giuliano Cultrera, Martin Amoako und Routinier Tim Amberger, der als Einwechselspieler Impulse setzen und beim Gegner für Unruhe sorgen könne. Jamie Tahedl hinke etwas hinterher. Im Sturmzentrum sind zwei Varianten möglich. Noah Maier und Adnan Rizvanovic könnten als Doppelspitze auflaufen, oder der Trainer entscheidet sich nur für einen und verändert das System. Im Tor wird wohl Kevin Urban den Vorzug vor Robin Schneider erhalten.
„Entscheidend wird sein, dass wir noch mehr Intensität in unser Spiel transportieren und gegen tief stehende Gegner Räume finden“, wünscht sich Chorrosch. Dass sein FCA mit einer englischen Woche in die Rückserie startet, dem gewinnt der Übungsleiter eine positive Seite ab: „Das Pokal-Halbfinale beim FK Pirmasens am Dienstag kommt gar nicht so ungelegen. Das ist mir lieber, als wenn wir im April oder Mai dort antreten müssten.“ Doch der Fokus gilt erst einmal Morlautern, wo es schwierig sei, zu bestehen und die Arminia besonders auf Bobby Edet aufpassen müsse. Der hat den Rheingönheimern schon häufiger Probleme bereitet.