Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Wie ein 19-Jähriger beim FC Arminia Ludwigshafen weiter Tore schießen will

Zweifacher Torschütze: Noah Maier.
Zweifacher Torschütze: Noah Maier.

Der Aufwärtstrend beim Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen soll am Samstag, 14 Uhr, anhalten, wenn Aufsteiger SpVgg Quierschied seine Visitenkarte abgibt. Dabei würde der jüngste Spieler der Arminia gerne an die vergangene Partie bei Cosmos Koblenz anknüpfen.

In Koblenz lief die 76. Minute, als Steffen Straub flankte und Noah Maier zum 2:1-Siegtreffer vollendete. „Es war ein tolles, in dem Moment auch erlösendes Gefühl. Ich habe mich riesig gefreut, dass ich der Mannschaft helfen konnte“, beschreibt der lange Schlaks die spielentscheidende Situation. Die drei Punkte seien unglaublich wichtig gewesen. „Das Siegtor gibt mir noch mehr Selbstvertrauen und eine breite Brust“, ergänzt der Mittelstürmer. Es war bereits der zweite Treffer für Maier, der zuvor beim 6:3 gegen Pfeddersheim erfolgreich war. Der jüngste Akteur des FCA, der im September erst 19 Jahre alt geworden ist, zählt zu den Hoffnungsträgern im schwarz-weißen Trikot.

Dass Maier bei der Arminia landen würde, war fast folgerichtig, nachdem er in der vorigen Runde bei A-Junioren-Regionalligist Ludwigshafener SC für Aufsehen sorgte. „20 Tore habe ich erzielt. Sie waren alle wichtig, um in der Liga zu bleiben“, erklärt der Angreifer. Nur zwei Akteure von Meister 1. FC Kaiserslautern erzielten mehr Treffer als er. Und weil Thomas Fichtner, der Co-Trainer der LSC-A-Junioren, einst den FCA in der Oberliga coachte, lag eine Kontaktaufnahme zu den Rheingönheimern nahe. „Relativ früh habe ich ein Probetraining absolviert, und es hat mit der Verpflichtung geklappt“, verdeutlicht der 19-jährige Torjäger.

Vor dem Abitur

Noah Maier, der aus Schriesheim stammt, spielte in der Jugend für den ortsansässigen SV, war dann kurz in Kirchheim, ehe er zurückkehrte. Danach ging es zur TSG Weinheim und dann zum LSC. „Begonnen habe ich als Achter im Mittelfeld, erst in den letzten drei Jugendjahren bin ich in den Sturm gerückt“, berichtet Maier. Bei der Arminia fühlt er sich wohl. „Ich bin zu 100 Prozent zufrieden, hier passt alles. Sportlich ebenso wie menschlich“, freut sich der Mann mit der Rückennummer 14. Die habe er in Kirchheim und danach immer mal wieder getragen. Da die 14 bei der Arminia frei war, griff der Fan des SV Waldhof zu. Hin und wieder ist er mit seinem Vater Besucher von Partien des Drittligisten.

Sein Vater war auch sein erster Trainer. „Er unterstützt mich und schaut bei meinen Spielen zu“, sagt Maier. Der Schüler des Kurpfalz-Gymnasiums in Schriesheim, der im kommenden Jahr Abitur macht, kommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Training. „Von Schriesheim nach Ladenburg fahre ich mit dem Bus, von dort geht es mit der S-Bahn bis Ludwigshafen-Mitte weiter und dann per Straßenbahn oder E-Scooter zum Training“, schildert Maier seinen rund 45-minütigen Anfahrtsweg. Dass er die Bälle trägt oder mit anderen jüngeren Spielern die beweglichen Tore wegträgt, ringt ihm ein Lachen ab: „Das ist wohl überall so und macht mir überhaupt nichts aus.“

Neue Erfahrungen

Der größte Unterschied zur Jugend sei der schnellere, körperlich härtere Fußball und das deutlich höhere Niveau. „Da trifft man in jeder Begegnung auf abgezockte und routinierte Spieler. Das sind ganz neue Erfahrungen“, räumt der Abiturient ein. An ihm wird die Arminia nach Aussage von Trainer Andreas Brill noch viel Freude haben. Elf Saisonspiele, davon drei in der Startformation und zwei Tore – seine bisherige Bilanz kann sich sehen lassen.

Brill ist mit Maiers Entwicklung zufrieden: „Noah ist sehr gut angekommen. Im Verein und der Liga. Er läuft viel, geht oft in die Tiefe, ist ehrgeizig und hat einen guten Abschluss.“ Er sei fleißig, habe eine gute Einstellung, könne Bälle festmachen, aber auch von Matteo Monetta noch lernen. Im Kopfballspiel könne er sich verbessern, zudem müsse er lernen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Der Arminia-Übungsleiter freut sich über eine „normale Trainingswoche“, in der Inhalte statt Regeneration im Vordergrund stünden. „Mit den sechs Spielen ohne Niederlage haben wir Selbstvertrauen getankt“, ist sich Brill sicher. Den Abstand nach unten zu vergrößern, sei das Ziel. Grundlage sei ein Sieg gegen Neuling Quierschied – vielleicht wieder mit einem Maier-Tor.

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