Fußball
Oberliga: Wie der FC Arminia Ludwigshafen den TuS Mechtersheim besiegt
Wer sich nicht sicher war, ob er zwischen dem FC Arminia Ludwigshafen und dem TuS Mechtersheim ein Oberligaderby gesehen hatte, musste nur auf die Kartenstatistik schauen. Zehnmal Gelb, einmal Gelb-rot. „Wir waren in der zweiten Hälfte deutlich aggressiver und haben den Gegner früh gestört. Ja, wir haben dann etwas dreckiger gespielt“, stellte ein zufriedener Arminia-Kapitän Nico Pantano nach dem Abpfiff fest. Auch sein Kollege Tim Amberger, der nach einer Stunde den Rasen betreten hatte, stimmte zu: „Wir haben dann Gas gegeben und haben das Derby angenommen“, lautete seine Einschätzung.
In der ersten Halbzeit fielen zwei Tore, zugrunde lagen jedoch jeweils Aussetzer der verteidigenden Mannschaft. Bei einem Freistoß von Mechtersheims Maximilian Krüger köpfte ein TuS-Spieler den Ball zurück vors FCA-Tor, wo am langen Pfosten Mert Özkaya das Runde per Hüfte ins Eckige bugsierte – 0:1 (9.). Aber auch die Gäste zeigten in der Defensive Defizite: Als Steffen Straub auf das Tor zulief, schafften es zwei Mechtersheimer Verteidiger nicht, den quirligen Flügelspieler vom Ball zu trennen. Und so schoss er das Spielgerät am verdutzten TuS-Schlussmann Maxime Klein vorbei zum 1:1 ins lange Eck (44.). So kurz vor der Halbzeit ein schmerzhafter Rückschlag für die Mechtersheimer, die dringend Punkte brauchen, um die Abstiegsplätze zu verlassen.
Offensive Wechsel
In Hälfte zwei kam es noch schlimmer. „Wir haben offensiv gewechselt und früh den Gegner attackiert“, fasste es Amberger kurz zusammen. Und der Mut zur Offensive wurde belohnt. Nach einer Hereingabe herrschte heilloses Chaos in der Hintermannschaft der Gäste, mehrere Arminen blieben mit ihren Abschlüssen in der vielbeinigen TuS-Abwehr hängen, nicht aber Kapitän Nico Pantano. Sein Nachschuss landete präzise im rechten Eck – 2:1 (62.). Und das völlig verdient, weil Mechtersheim in der Offensive außer einigen langen Bällen – einen brachte der eingewechselte Nicolas Kortus per Direktannahme auf das FCA-Tor, aber Schlussmann Robin Schneider parierte glänzend (83.) – nichts zustande brachte. Zu wenig, um noch einen Punkt aus Ludwigshafen zu entführen.
„Steffen Straub und Nico Pantano hatten wir heute nichts entgegenzusetzen“, resümierte TuS-Trainer Muhammed Akagündüz. Seine Kritik: „Wir haben in der zweiten Hälfte zu leblos gespielt.“ Ein Teil der Wahrheit ist aber auch, dass die Arminia an diesem Abend wieder einen Biss an den Tag legte, der gegen Bitburg und Baumholder laut Trainer Andreas Brill noch gefehlt hatte. „Wir haben gesehen, dass wir beim Anlaufen dem Gegner früh den Ball abnehmen können. Da war es nur folgerichtig, auf diese hohen Ballgewinne zu setzen“, erklärte Brill die Umstellung nach einer Stunde. Mechtersheim verzettelte sich viel zu häufig in sinnlose Zweikämpfe im Mittelfeld, die immer wieder zu gefährlichen Ballverlusten führten. Kleiner Kritikpunkt: Die Arminia hatte mehrere Möglichkeiten, darunter durch Amberger (66.), das 3:1 nachzulegen, nutzte sie aber nicht. Deshalb mussten die Gastgeber 96. Minuten zittern, bis der Sieg sicher war. Allerdings waren die Gäste da bereits in Unterzahl, weil der in der 79. Minute eingewechselte Nicolas Kortus bereits zehn Minuten später die Gelb-rote Karte gesehen hatte.
„Wir haben noch sieben Spiele. Wenn wir davon drei gewinnen, sollten wir sicher in der Liga bleiben“, rechnete Brill vor. Für den TuS Mechtersheim ist diese Aufgabe ungleich schwieriger, es stehen harte Wochen bevor.