Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Warum die Arminia gegen Baumholder viel Kredit verspielt

Kritik von der Tribüne: Auch Arminia-Kapitän Nico Pantano (links) war mehrmals Ziel der Fanpfiffe.
Kritik von der Tribüne: Auch Arminia-Kapitän Nico Pantano (links) war mehrmals Ziel der Fanpfiffe.

Oberligist FC Arminia Ludwigshafen hat es versäumt, gegen den abstiegsgefährdeten VfR Baumholder drei Punkte einzufahren. Aber das ist bei Weitem nicht das größte Problem.

„Wahnsinn.“ Arminia-Trainer Andreas Brill hat kurz nach dem Spiel keine Erklärung für die Leistung seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit. Kurze Zeit später kommt ein weiteres Wort über seine Lippen, begleitet von einem Kopfschütteln: „Indiskutabel.“ Einige enttäuschte Besucher im Südweststadion würden vielleicht noch einige drastische Begriffe wählen. Aber die Pfiffe, die während den ersten 45 Minuten durch das mit 171 Zuschauern spärlich bevölkerte weite Rund hallten, waren Hinweis genug. Bei den Gastgebern lief nichts zusammen. Es schien, als hätte sich eine Freizeitelf zum gemeinsamen Kick am Sonntagmorgen eingefunden. Bälle sprangen bei der Annahme meterweit weg, Pässe verfehlten Mitspieler um einen Meter oder rollten in vollkommen unbesetzte Räume. Bei den Gastgebern wirkte vieles uninspiriert, die Akteure selbst agierten, als würde ihnen jede Konzentration abgehen. Für das schlechte Stellungsspiel sprach dann auch das 0:1: Ein langer Pass aus der gegnerischen Hälfte flog über die Abwehr hinweg, Arminias Innenverteidiger Daniel Fichtner sprang unter dem Ball hinweg. Und der rechtzeitig gestartete Marvin Lind zog allein aufs Tor, spielte FCA-Schlussmann Kevin Urban aus und schob zum 0:1 ein (18.).

Das Befremdliche war aber nicht der Rückstand. Es war die Art, mit der die Arminia darauf reagierte. Zwar stand sie höher, aber Passgenauigkeit und Konzentration fehlten weiterhin. Und so kam der VfR Baumholder, der selbst ob des Auftritts der Gastgeber überrascht wirkte, zu zwei Großchancen, welche er zum Glück der Gastgeber nicht nutzte.

Prompte Reaktion

Brill musste in der Halbzeit reagieren und tat dies. Drei Wechsel und eine andere Variante im Spiel von hinten heraus waren die konsequente Folge. Daraufhin lief es besser für die Gastgeber, die das Heft immer mehr in die Hand nahmen. Vor allem der eingewechselte Tim Amberger präsentierte sich – wie eine Woche zuvor in Pfeddersheim – als eine sinnvolle Alternative, erhöhte auf der linken Seite den Druck auf die Gäste. Diese wurden immer mehr nach hinten gedrückt. Das wiederum führte zu Abschlussmöglichkeiten für die Arminia, die aber ein weiteres Manko zutage förderten – die Ausbeute. Während von den Gästen nichts mehr kam, rannte die Arminia immer wieder an, vergab aber selbst Großchancen. Nur eine Flanke von eben Amberger fand den eingewechselten Bastian Hommrich, der den Ball per Kopf mit Hilfe der Latte ins VfR-Tor beförderte (73.). Aber auch hier war nicht gleich der Erfolg ersichtlich, da der Ball nur knapp hinter der Torlinie aufkam. Erst der Schiedsrichter sorgte mit dem ausgestreckten Arm in Richtung Anstoßpunkt für Klarheit.

Die Zuschauer und Fans der Arminia erlebten im weiteren Verlauf der zweiten Hälfte ein Wechselbad der Gefühle. Nach der Enttäuschung in Hälfte eins folgte die Hoffnung auf den Ausgleich, die Freude über den selbigen und am Ende wieder der Frust, dass selbst beste Chancen – zweimal freistehend vor Baumholders Tormann Sebastian Kelm, der zum besten Spieler der Gäste avancierte – nicht zum Siegtreffer führten.

„So einen Auftritt dürfen wir uns nicht noch einmal erlauben“, lautet entsprechend die Warnung Brills an seine Mannschaft. Und um die Brisanz zu unterstreichen. Es geht hier nicht nur darum, dass gegen einen selbstbewussteren Gegner eine empfindliche Niederlage die Folge gewesen wäre. Die Zuschauer zeigen sich nach dem Auftritt gegen Gonsenheim (2:6) und dem wenig überzeugenden 1:0-Erfolg über Bitburg nicht gerade angetan von „ihrer Arminia“. Dieser Punkt und die möglichen Konsequenzen sollten der Mannschaft für die kommenden Heimauftritte zu denken geben.

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