Fußball
Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen trifft in Mainz alten Bekannten
Die Vorbereitung bezeichnet der neue Trainer Chris Chorrosch als durchwachsen, was seine Vorfreude auf die Partie, die am Samstag um 14 Uhr angepfiffen wird, nicht schmälert. Licht und Schatten lassen sich am besten an den zwei letzten Vorbereitungsspielen ablesen. Zunächst wurde gegen den Verbandsligisten TSG Pfeddersheim 1:4 verloren (Torschütze Adnan Rizvanovic), dann gab es bei der Generalprobe gegen den ebenso in der Verbandsliga spielenden TuS Rüssingen einen 5:1-Erfolg. „Gegen die TSG hat die Einstellung nicht gepasst. Da haben wir einen guten Gegner möglicherweise etwas unterschätzt“, mutmaßt der 35-jährige Coach.
Gegen Rüssingen trafen Nathaniel Esslinger, Tim Amberger, Wal Fall, Jannik Dörr und Bastian Hommrich ins Schwarze. „Das ist vielleicht ein Hinweis darauf, dass sich die Tore in dieser Serie auf viele Spieler verteilen werden“, sagt Chorrosch. In der Vorbereitung habe sich noch kein Torjäger herauskristallisiert. Wobei es dem Übungsleiter wichtig ist, dass genügend Chancen herausgespielt werden. „Der Wille ist erkennbar und soll nicht von einem Mann abhängig sein. Das ist auch ein Vorteil, weil wir dann nicht so leicht auszurechnen sind“, überlegt der Trainer. Den jungen Mittelstürmern Noah Maier (19) und Adnan Rizvanovic (18) werde er jedenfalls keinen Rucksack in Form von hohen Erwartungen bezüglich der Torausbeute aufsetzen.
Nur ein Ausfall
„In der Vorbereitung habe ich viele positive Eindrücke gewonnen, kenne jetzt die Stärken und Schwächen der einzelnen Spieler“, erklärt Chorrosch und freut sich, dass er mit seinem 25-köpfigen Kader alle Positionen doppelt besetzen kann. Ein Manko aus der Vorsaison ist aber nach wie vor vorhanden. „Die hohe Anzahl an Gegentoren wird uns noch eine Weile beschäftigen“, ist der Coach sicher. Dank guter Trainingssteuerung habe er keine verletzten Akteure, sieht man von Björn Weisenborn ab, der sich nach seinem Kreuzbandriss mittlerweile zwar ohne Krücken fortbewegen könne, aber wohl nicht vor Januar ins Training einsteigen werde.
Zum Auftakt gleich auf einen Absteiger aus der Regionalliga zu treffen, kommt Chorrosch nicht ungelegen. „Der TSV hat sein Team deutlich verändert und verjüngt. Vielleicht sind die Mainzer noch nicht so gefestigt, wie sie es vermutlich im Oktober oder November sind“, sagt der 35-Jährige. Er bevorzugt die Variante mit einer Viererkette, hat aber auch schon mit drei zentralen Abwehrkräften und zwei Schienenspielern agiert. Gute Chancen auf eine Nominierung für die Startformation hat der 21-jährige Mittelfeldspieler Philip Krischa, der vom SV Waldhof zu den Rheingönheimern stieß.
Lust auf mehr
In Mainz gibt es ein Wiedersehen mit Lennart Thum, der zwei Jahre bei der Arminia spielte und große Fußstapfen hinterlassen hat. Nach einer von der Corona-Pandemie geprägten ersten Saison (sechs Tore und drei Vorlagen in neun Partien) startet er in der Serie 2021/22 richtig durch. Er stand in allen 34 Partien in der Startelf, erzielte 23 Treffer und bereitete neun Tore vor. Nach einem Jahr beim 1. FC Kaiserslautern II lief er in der vergangenen Runde für den Mainzer Regionalligisten auf. „Ich habe im Sturm entweder ganz vorne gespielt oder als hängend Spitze“, verdeutlicht der 23-jährige Bad Dürkheimer, der variabel einsetzbar ist, gerne auch aus den Halbräumen nach vorne stößt.
Die Regionalliga sei eine ausgeglichene Klasse mit vielen engen Partien. „Wir haben gegen Offenbach gewonnen und in Homburg 2:2 gespielt. Trotz des Abstiegs hat die Saison Lust auf mehr gemacht“, betont der weiterhin ambitionierte Thum. Während viele Vereine Vollprofis beschäftigen und nahezu täglich üben, trainiere Schott nur viermal pro Woche abends. Mit 30 Einsätzen, in denen er sechs Tore schoss und dreimal einen Treffer vorlegte, ist er zufrieden. „Es ist ein großer Schritt von der Ober- in die Regionalliga, aber man gewöhnt sich daran. Ich habe jedenfalls viel gelernt“, sagt der Stürmer, der in einem Dualen Studium im dritten Semester Sportökonomie studiert.
Der Kontakt zur Arminia ist nie abgerissen. „Es war eine tolle Zeit beim FCA, die ich nicht missen möchte. Zum Testspiel gegen Pfeddersheim war ich vor Ort, und kann sagen, dass die neue Anlage sehr gut aussieht. Das ist ein Schritt nach vorne“, berichtet Thum. Er bedauert, dass er gegen seine ehemaligen Kameraden wohl eher nicht auflaufen wird. Wegen einer Oberschenkelblessur wird er wahrscheinlich geschont. Bei aller Sympathie für den 23-Jährigen dürfte diese Nachricht für Aufatmen bei der Arminia sorgen.