Fußball
Oberliga: FC Arminia Ludwigshafen fehlt vor dem Tor das Glück
Den Spielern, Trainer Andreas Brill, dem Staff und den Verantwortlichen war nach dem Abpfiff die riesige Enttäuschung anzusehen. Versteinerte Mienen, Flüche und Kopfschütteln kennzeichneten die Szenerie. Kaum einer sprach ein Wort, die Besprechung von Brill im Kreis fiel kurz und knapp aus. Sportchef Markus Impertro brachte die 90 Minuten und das Ergebnis in einem Satz auf den Punkt: „Wir haben 0:0 verloren.“ Die Nullnummer fühlte sich deswegen so bitter an, weil Waldalgesheim ein ganz schwacher Gegner war, der nicht den Eindruck machte, als wolle er unbedingt gewinnen. Erst in der Endphase spielten die Gäste nach vorne.
Die Arminia startete holprig, war 20 Minuten nicht im Spiel, weil Griffigkeit und Aggressivität fehlten. Die wichtige Begegnung unbedingt gewinnen zu müssen, schien den FCA zu lähmen, die Nervenbelastung ein zu schwerer Rucksack zu sein. Mitte der ersten Halbzeit erarbeitete sich der FCA mehr Spielanteile. „Waldalgesheim hat nichts für die Offensive getan und vielleicht auf einen Standard spekuliert“, sagte Brill. Die Gäste, die mit einer Fünferkette agierten, hatte bis zur Pause keine klare Möglichkeit. Anders die Arminia, die viel über die starke linke Seite kamen, wo Steffen Straub kaum zu halten war und Verteidiger Robert Langer eines seiner besten Spiele absolviert.
Pantano mit erster Chance
Auf Vorlage von Straub besaß Kapitän Nico Pantano die erste Möglichkeit, doch die Gäste verhinderten im Verbund den Rückstand (29.). Eine weitere Straub-Flanke köpfte Matteo Monetta aus kurzer Distanz auf den Kasten, aber Torhüter Andrej Juric lenkte die Kugel reaktionsschnell an die Latte (44.). Kurz danach versuchte Lukas Hartlieb eine flache Hereingabe von Bastian Hommrich ins Tor zu stochern und übersah den hinter ihm etwas besser postierten Ricardo Antonaci (45.). „Da hätte Rico vielleicht rufen sollen“, ärgerte sich Hartlieb über die vergebene Großchance.
Im zweiten Abschnitt wurde die Überlegenheit der Arminia noch größer. 11:1 lautete das Eckballverhältnis. „Es gab wie in Engers Chancen in Hülle und Fülle, wir hätten klar gewinnen müssen“, analysierte Brill. Die Alemannia hatte nach einem fatalen Ballverlust von Wal Fall jedoch eine große Gelegenheit, die Torwart Kevin Urban vereitelte (67.). Positiv ist anzumerken, dass die Einheimischen so oft wie selten zuvor auf die Grundlinie vorstießen und Großalarm im Waldalgesheimer Strafraum auslösten. Negativ war, dass aus sie aus diesen Situationen kein Kapital schlugen, weil der letzte Pass nicht ankam oder der Abschluss schlecht war.
Neue Offensivkräfte
Brill brachte frische Offensivkräfte, die das Spiel belebten. In der vogelwilden Endphase spielte Waldalgesheim plötzlich nach vorne, was beiden Teams große Räume eröffnete. „Es wäre nicht untypisch für die Partie gewesen, wenn wir sie noch verloren hätten“, betonte Brill. Als Pantano kurz vor dem Strafraum den Ball auf seinem starken linken Fuß und freie Bahn hatte, spielte er Giuliano Cultrera an, statt selbst zu schießen. „Da darf ich nicht abgeben, sondern muss die Verantwortung übernehmen. Das war die falsche Entscheidung“, beschrieb der Kapitän die Szene. „Dieses Spiel muss man gewinnen. Aber wir haben den Ball nicht über die Torlinie gebracht“, ergänzte Pantano.
„Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Das 0:0 fühlt sich wie eine Niederlage an. Es war so leicht, drei Punkte einzufahren“, resümierte Brill mit Blick auf die siegenden Konkurrenten Mechtersheim und Cosmos Koblenz. Einstellung und Wille hätten gestimmt, was Mut mache für die Partie am Dienstag, 18.30 Uhr, beim Tabellensiebten Rot-Weiß Koblenz.