Fußball
Oberliga: Der FC Arminia Ludwigshafen muss zum Derby nach Mechtersheim
„In Mechtersheim hat sich die Arminia oft schwergetan. Und wenn man Ende November dort auf einem tiefen Naturrasen spielt, muss man kein Prophet sein, um mit einem kampfbetonten Spiel zu rechnen, in dem viele Mann-gegen-Mann-Duelle im Vordergrund stehen werden“, sagt FCA-Trainer Chris Chorrosch. Die erwarteten äußeren Bedingungen hat die Arminia in dieser Trainingswoche simuliert und die Übungseinheiten vom Kunstrasen der heimischen Bezirkssportanlage auf das natürliche Geläuf im Südweststadion verlegt. „Es geht dieses Mal nicht um spielerische Komponenten, sondern darum, dagegenzuhalten und sich nicht den Schneid abkaufen zu lassen“, erklärt der Arminia-Coach.
Im Vorderpfalz-Derby, das am Freitag um 19 Uhr im Stadion an der Kirschenallee angepfiffen wird, kann Chorrosch personell aus dem Vollen schöpfen, wenn man die Langzeitverletzten und den im Spiel der zweiten Garnitur lädierten Abwehrspieler Robert Langer außen vor lässt. „Wir wollen die Halbräume besetzen und die Bälle hinter die Kette des TuS spielen“, verdeutlicht der Übungsleiter. Offen sei die Ausrichtung, vor allem die Frage, wer als Stoßstürmer aufläuft, sowie die Besetzung der Außenverteidiger-Positionen, auf denen Chorrosch zuletzt verschiedene Optionen ausprobiert hat. Auf den anderen Planstellen für die Startformation sind Änderungen eher unwahrscheinlich.
Aufpassen auf Arnst
Speziell auf das linke äußere Glied in der Viererkette kommt viel Arbeit zu. „Auf den rechten Flügelstürmer Dennis Arnst müssen wir besonders aufpassen“, warnt der Coach. Der 19-jährige Arnst wurde bei der TSG Hoffenheim ausgebildet, spielte Junioren-Bundesliga und hat sein Ziel, Profifußballer zu werden, noch nicht aufgegeben. Für die vom früheren Bundesligaspieler Jürgen Kramny (VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg) trainierten Mechtersheimer erzielte Arnst schon zehn Saisontore. Zum 3:2-Sieg in Idar-Oberstein am vorigen Samstag steuerte er einen Doppelpack bei, und auch im Hinspiel gegen den FCA traf er.
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich die Wege von Arnst und Marco Metzger, dem linken Innenverteidiger der Arminia, am Freitag kreuzen. Der 32 Jahre alte Metzger, der in Oggersheim aufgewachsen ist, spielt nur kurze Zeit für die Arminia. „Sein Lebensmittelpunkt ist München. Er hilft uns inklusive Pokalspiel nur in fünf Partien und verbindet seinen Aufenthalt in Ludwigshafen mit Familienbesuchen“, erklärt Chorrosch. Nur einmal pro Woche zu trainieren und eine Begegnung zu bestreiten passe für den Moment, sei aber kein Dauerzustand. Metzger sei mit seiner riesigen Erfahrung eine Bereicherung. „Er hat ein gutes Aufbauspiel und ist extrem kopfballstark, auch in der Offensive“, betont der Trainer.
Hummels als Vorbild
Marco Metzger spielte beim 1. FC Kaiserslautern in der Jugend, wechselte dann ins Nachwuchsleistungszentrum der TSG Hoffenheim, wo er Kapitän der U17 wurde und das Bindeglied zu Trainer David Wagner (später Huddersfield, Schalke, Norwich) war. Er machte einen Sprung nach vorne und wurde in die U17-Nationalmannschaft berufen. „Die Länderspiele waren schon etwas Besonderes. Viele Zuschauer, Autogrammwünsche, das macht einen schon stolz“, erzählte Metzger damals. In Hoffenheim waren zum Beispiel die heutigen Bundesligaprofis Manuel Gulde (Freiburg) oder Dennis Thomalla (Heidenheim) seine Mitspieler.
Die große Profikarriere blieb Metzger, der einen deutschen Vater sowie eine italienische Mutter hat und beide Staatsbürgerschaften besitzt, aber verwehrt. „Hoffenheim hat damals viele Spieler gekauft, die Durchlässigkeit für den eigenen Nachwuchs ist heute viel höher“, nennt der Abwehrspieler, den Chorrosch als angenehmen Menschen bezeichnet, als einen Grund dafür. Vielleicht hat Metzger, der Mats Hummels als Vorbild bezeichnet, die absolute Dynamik für die Bundesliga gefehlt. Stattdessen spielte er für Wormatia Worms, SC Freiburg II, 1860 München II, Heimstetten, Türkgücü München, Aschaffenburg und den VfR Mannheim, bestritt weit über 150 Regionalligaspiele.
Aktuell spielt Metzger noch in der Baller League, eine Hallenrunde für Freizeitmannschaften auf anspruchsvollem Niveau. Bei der Arminia, für die er mit dem Kopfballtor gegen Herxheim erstmals traf und den Sieg einleitete, ist nach dem Heimspiel gegen Diefflen Schluss.