Ludwigshafen Nur die Leistung zählt

MUTTERSTADT. „Ich habe mir mein erstes Spiel als Trainer eines Fußball-Bezirksligisten anders vorgestellt“, gibt Erdem Kar, der Coach der FG 08 Mutterstadt, nach der überraschende 1:5-Pleite beim VfB Haßloch zu. Morgen, 15 Uhr, erwartet die FG im ersten Heimspiel den SV Altdorf-Böbingen.
Was sich nach einer Klatsche anhört, relativiert der 27 Jahre alte Trainer. „Beim Stand von 1:1 hat sich Steffen Wetzler einen Muskelfaserriss zugezogen und das Wechselkontingent war schon erschöpft“, berichtet Kar. 25 Minuten spielte Mutterstadt in Unterzahl, verlor die Ordnung und brach nach dem dritten Gegentor auseinander. Auch wenn die Partie einen unglücklichen Verlauf genommen hat, geht der junge Coach nicht kommentarlos zur Tagesordnung über. „Über einige Dinge werden wir noch reden“, erklärt Kar. Der Trainer, der zuvor die zweite Garnitur der Mutterstadter betreute, deutete an, dass der Leistungsgedanke über allem stehe. So strich er in Haßloch die potenziellen Stammkräfte Lalabiy Lubuimi und Daniel Boateng aus dem Kader, weil er mit ihren Leistungen nicht zufrieden war. Im Verbandspokalspiel in Kirchheimbolanden (3:1-Sieg) standen die beiden in der auf sechs Positionen geänderten Startformation – und überzeugten. „Lalabiy hat sein bestes Spiel im FG-Trikot gezeigt und auch Daniel hat als Innenverteidiger stark aufgetrumpft“, freut sich Kar. Gut möglich, dass seine erzieherischen Maßnahmen gefruchtet haben. Auch Max Graf – in Haßloch Bankdrücker – habe eine Topreaktion gezeigt. „Max ist ein Spieler, der uns weiterhilft. Er spielt gegen Altdorf-Böbingen von Beginn an“, legt sich Kar fest. Der Trainer hat zwei Spieler aus „seiner“ zweiten Mannschaft befördert: Thorsten Ihrig und Christoph Gornik. „Christoph muss immer mal wieder angestachelt werden, ist aber sehr wertvoll. Und Thorsten hat einen Riesensprung gemacht“, lobt Kar. Außenbahnspieler Ihrig, der in wenigen Tagen 30 Jahre alte wird, ist einer der Gewinner der Vorbereitung. Er erzielte sechs Testspieltore und traf auch im Pokal. Wer der Chef ist, lässt sich auch an einer kleinen Randnotiz erkennen. Während bei anderen Klubs das Team den Kapitän wählt, hat bei der FG Kar sowohl den Spielführer, als auch den Mannschaftsrat bestimmt. Neuer Kapitän ist Defensivallrounder Thomas Nebel (30), der älteste Akteur im Kader. Nicht alle haben den Konkurrenzkampf angenommen. Mittelfeldspieler Burak Güner ist seit Wochen untergetaucht. (thl)