Ludwigshafen Nils fragt: Wer war Carl Wurster?

Als ich gestern mit Mama Naglinde im Rathaus-Center einkaufen war, hat uns die Lust auf ein Eis gepackt. Also haben wir uns beide eine Kugel gegönnt und sind Richtung Nord-Ausgang geschlendert. Mama Naglinde wollte frische Luft schnappen, deshalb sind wir nach draußen gegangen. Auf dem Carl-Wurster-Platz haben wir unser Eis genossen. „Du, Mama, wer war denn eigentlich dieser Carl Wurster?“, habe ich gefragt. Sie hat mir erklärt, dass er ein Chemiker war, der ab 1924 bei der BASF gearbeitet hat, die zeitweise zu dem Unternehmen I. G. Farben gehörte. Dort schaffte er es sogar in den Vorstand. Wurster war aber auch umstritten: Denn eine wichtige Position hatte er auch in einer Tochtergesellschaft der I. G. Farben, der Degesch: Die stellte ein Giftgas her, mit dem in den 1940er-Jahren viele Juden umgebracht wurden. Deshalb musste er sich 1948 bei den Nürnberger Prozessen verantworten, wurde aber freigesprochen. 1952 wurde er Vorstand der BASF. Carl Wurster starb 1974. |hn