Ludwigshafen „Niemand sagte zu mir, ich sei verrückt“

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Herr Schlohmann, wie viel wussten Sie denn vor ein paar Monaten über Malaysia?

Ich habe mich erst mit Malaysia beschäftigt, als es auf der Liste der möglichen Ironman-Starts stand, habe dann geschaut, ob man dort gut Urlaub machen kann und ob man vor allem zu der Jahreszeit dort Urlaub machen kann. Wie sind Sie auf den Ironman Malaysia gekommen? Ich habe auf den Kalender mit allen noch in diesem Jahr stattfindenden Ironman-Wettkämpfen geschaut. Die in Europa kamen nicht infrage, weil da die Witterungsbedingungen mittlerweile nicht mehr optimal sind. Dann ist nur noch der in Malaysia übrig geblieben. Und dann haben Sie geschaut, wie groß die Chance ist, sich dort für die Weltmeisterschaft auf Hawaii 2017 zu qualifizieren? Ja, man schaut sich dann die Zeiten der Athleten seiner Altersklasse der vergangenen Jahre an, schaut, was diese in Rennen in Europa erreicht haben, weil in Malaysia ja ganz andere Bedingungen herrschen, und vergleicht das dann mit seinen eigenen Leistungen. Und wie groß ist die Chance, sich in Malaysia für die WM auf Hawaii zu qualifizieren? Wenn alles optimal läuft, dann ist es möglich. Wenn aber vier, fünf Mann dabei sind, die deutlich stärker sind als ich, dann wird es eher nichts werden. Aber die Chancen sind besser als bei einem Ironman wie in Frankfurt, weil dort extrem viele Europäer am Start sind. Und die Europäer dominieren diese Sportart eben. Ich habe diesen Sommer beim Ironman in Frankfurt ein gutes Rennen geboten, war zufrieden mit meiner Zeit. Für die Hawaii-Qualifikation hat trotzdem etwa eine Viertelstunde gefehlt. Ist es irgendwie auch ein Abenteuer, in Malaysia einen Ironman zu absolvieren? Ja, natürlich. Wir werden den Ironman mit einem Urlaub verbinden. Nur für einen Ironman da hinzufliegen, wäre ja schon krass. Im Gegensatz zu einem Ironman in Europa hat man ja nicht nur die Anmeldekosten von rund 600 Euro, sondern auch die Kosten für den Flug, das Hotel und so weiter. Was muss man bei einem solchen Rennen im Vorfeld beachten? In Malaysia herrscht Linksverkehr, das betrifft auch das Radfahren. Und es ist extrem schwül. Kann man sich auf die Schwüle überhaupt in irgendeiner Art und Weise einstellen? Ich mache ein paar Indoor-Radeinheiten auf der Rolle. Mit hochgedrehter Heizung? Mal schauen (lacht). Ich kann mein Rad ja schlecht in die Sauna stellen. Machen Sie sich im Vorfeld Gedanken wegen des Essens? Magenprobleme im Vorfeld des Starts wären nicht so toll. Ich habe das Glück, im Normalfall eigentlich keine Probleme mit der Verträglichkeit von Speisen anderer Kulturen zu haben. Aber sicherlich isst man im Vorfeld des Wettkampfes jetzt nicht unbedingt einen grünen Salat, weil man nicht weiß, ob der mit Wasser gewaschen wurde, dass Keime oder Bakterien enthält, die man nicht verträgt. Aber generell versucht man, sich darüber nicht zu viele Gedanken zu machen. Gibt es Leute in Ihrem Umfeld, die Sie für verrückt halten, weil Sie für einen Ironman nach Malaysia fliegen? Nein, es hat jedenfalls niemand zu mir gesagt (lacht). Aber natürlich gibt es Leute, die nicht verstehen, warum man überhaupt einen Ironman macht. Was würde es Ihnen bedeuten, sich einmal für die Ironman-WM auf Hawaii zu qualifizieren? Das wäre eine super Sache, das macht man schließlich nicht jedes Jahr. Wäre es auch die Erfüllung eines Lebenstraums? Klar wäre es die Erfüllung eines Lebenstraums, sich mit den besten bei einer WM zu messen und das geht bestimmt jedem ambitionierten Sportler so. Wie viele Jahre geben Sie sich noch dafür? Ich merke, dass ich das aktuelle Trainingspensum nicht mehr allzu lange absolvieren kann. Irgendwann sagt der Kopf, das muss nicht mehr sein. Neben einer 40-Stunden-Arbeitswoche bis zu 20 Stunden die Woche zu trainieren, ist schon hart. Da bleiben der Spaß und das Privatleben auch mal auf der Strecke, zum Glück habe ich eine Freundin, die sehr viel Verständnis aufbringt.

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