Fussball
Niederlage und zwei Rote Karten
FCA-Trainer Chris Chorrosch wusste, was nötig war. „Das war eine gute, eine reife Leistung. Mit der Einstellung des Teams war ich sehr zufrieden“, lobte der Coach direkt nach dem Spiel im Kreis die Mannschaft und begann nach unglücklichem Spielverlauf mit der Aufbauarbeit. Es war lange ein typisches 0:0-Spiel in einer ausgeglichenen Partie. Doch in der zweiten Halbzeit liefen alle Schlüsselszenen gegen die Arminia. Obwohl Chorrosch bis auf eine Position komplett auf die Startformation vom Pokalspiel in Bodenheim gesetzt hatte, hatten die Rheingönheimer am Ende einer englischen Woche noch erstaunlich viel Sprit im Tank.
Doch wie so oft in der Oberliga entscheiden Kleinigkeiten darüber, ob eine Partie gewonnen oder verloren wird. „Sorry, das geht auf meine Kappe“, sagte Kapitän Nico Pantano im Kreis und meinte damit die Szene in der 58. Minute. Nach einem Konter spielte Noah Maier einen ideal getimten Querpass auf Pantano, der die Kugel auf dem starken linken Fuß hatte, kurz vor dem Tor aber zögerte. „Den Ball muss ich direkt nehmen“, räumte der 32-Jährige ein. Er habe den Torhüter nicht anschießen wollen. „Ich wollte nach dem Sprint von der Mittellinie den Ball annehmen und dann sicher ins Eck schieben“, schildert Pantano seine Gedanken. Auch eine andere Situation sei ärgerlich gewesen. „Nach der Flanke von Giuliano Cultrera muss der Schiedsrichter einen Handelfmeter für uns pfeifen“, monierte nicht nur der Spielführer.
Mit entscheidend für den Ausgang war die vertretbare Rote Karte für Lukas Kebernik, der an der Mittellinie gegen den besten Mann auf dem Feld, den kreativen Mittelfeldspieler Tyler Woszny, einen Schritt zu spät kam und den Koblenzer erwischte (66.). Danach veränderte sich die Statik des Spiels, weil sich die Arminia zurückzog und die Räume eng machte. Koblenz blieb geduldig und wartete auf eine Lücke im dichten Abwehrnetz der Ludwigshafener. Die tat sich nach einem Stellungsfehler und Pass in die Schnittstelle der Viererkette auf. Verteidiger Sota Matsui nutzte sie zum Siegtreffer (79.). Die Rote Karte für Jamie Tahedl gab es wegen einer Notbremse in der Nachspielzeit, als die Arminia die Deckung geöffnet hatte.
„Wir sind einem spielstarken Gegner auf Augenhöhe begegnet und hätten einen Punkt verdient gehabt. Wenn es gut läuft, können wir sogar drei holen“, ärgerte sich der defensive Mittelfeldspieler Philip Krischa, der vor der Saison vom Verbandsligisten SV Waldhof II gekommen war und einen starken Auftritt hinlegte. „Ich will mich stetig verbessern, habe etwas Zeit benötigt, fühle mich aber seit dem Derby gegen Mechtersheim richtig angekommen“, erklärt der 21-jährige Krischa, der sich als Abräumer und Ballverteiler sieht. „Philip spielt abgeklärt, findet Lösungen mit dem Ball“, betonte Chorrosch, der den Mittelfeldspieler bisher immer für die Startformation nominierte.
Die Niederlage sollte den FCA nicht aus der Bahn werfen. Dafür gab es zu viele Aspekte, die Mut für die Zukunft machen. Zum Beispiel die Herangehensweise, die von Intensität, Leidenschaft und Laufbereitschaft geprägt war. Hinzu kommt ein Pressing, das den Koblenzern sichtlich Kopfzerbrechen bereitete. Der Aufbau der Gäste erfolgte gezwungenermaßen weitgehend über lange Schläge ihres Torwarts. Auffällig auch, dass die Einheimischen immer versuchten, vor dem Gegner am Ball zu sein, um so dessen Angriffsbemühungen im Keim zu ersticken. Außerdem wurde komplett stark verteidigt. Das 0:1 war erst die zweite Torchance für Koblenz.