Meinung
Nicht nur der Quote wegen: Daniela Katzenberger muss ins Dschungelcamp
Ich habe es getan. Vor wenigen Wochen habe ich tatsächlich mal wieder den Fernseher eingeschaltet und durch die Programme gezappt. Und wo bin ich hängengeblieben? Beim Dschungelcamp. Die RTL-Sendung gibt es wirklich noch immer. Immerhin kannte ich einen Teilnehmer: den Schauspieler Hardy Krüger jr. Na ja – und bei Simone Ballack klingelte es bei mir wegen des Nachnamens. Ihr Ex-Mann war schließlich für ein paar Jahre Deutschlands bester Fußballer. Und beim 1. FCK spielte er zu Beginn seiner großartigen Karriere auch. In dieser Zeit lernte er übrigens Simone (geborene Lambe) kennen.
Dschungelkönig wurde aber jemand ganz anderes. Gil Ofarim heißt der Mann. Aha, dachte ich mir. Noch nie gehört. Als ich mitbekam, dass der Dschungel-Triumph des Musikers und Schauspielers vor allem in den sozialen Medien rauf und runter diskutiert wurde, bin ich ein bisschen neugierig geworden und fand es irgendwie faszinierend, dass ein TV-Format für solche Wellen sorgen kann. Na gut, ein bisschen entsetzt hat es mich auch.
Gil Ofarim – wer war das noch mal?
Der Name des Gewinners sagte mir zwar nichts, an seinen Fall, der 2021 jede Menge Schlagzeilen produziert hatte, konnte ich mich aber erinnern. Gil Ofarim erhob damals Antisemitismus-Vorwürfe gegen den Mitarbeiter eines Leipziger Hotels. Später stellte sich heraus, dass diese nicht zutrafen. 2023 legte er vor Gericht ein Geständnis ab, dass der Vorfall nicht so stattgefunden hatte, wie von ihm dargestellt. Dieser Skandal prägt bis heute seinen öffentlichen Ruf. Im Dschungelcamp nahm Ofarim mehrfach Stellung zu diesem Teil seiner Vergangenheit.
Ich muss gestehen, dass ich dann doch nicht so ganz tief in den Dschungel-Kram eingestiegen bin. Allerdings habe ich mich gefragt, wie es eigentlich Daniela Katzenberger so geht. Es ist ja nicht so, dass ich ihr früher in ihrer Heimatstadt Ludwigshafen dauernd über den Weg gelaufen wäre. Ehrlich gesagt, ist das kein einziges Mal passiert. Aber ein Kollege erzählt mir immer mal wieder gerne, dass die wundervolle Blondine vor vielen Jahren in einem Café in der Bahnhofstraße am Tisch gegenüber saß. Das Café gibt es nicht mehr – und Daniela Katzenberger ist auch nicht mehr da. Sie wohnt nämlich schon seit vielen Jahren auf Mallorca – mit Ehemann Lucas Cordalis und ihrer Tochter.
Wer hätte gegen Katzenberger eine Chance?
Ihr Gatte war ebenso schon im Dschungelcamp dabei wie ihre Mutter, ihre Halbschwester und ihr verstorbener Schwiegervater. „Die Katze“ selbst dagegen war bei der TV-Show noch nicht mit von der Partie. Schwer vorstellbar, dass das irgendwann passiert, aber wenn doch: Ich würde garantiert einschalten. Und die Konkurrenz um die Dschungelkrone könnte einpacken. Der Sieg wäre für die Ludwigshafenerin eine sichere Sache. Mir fallen nur Boris Becker und Lothar Matthäus ein, die vielleicht eine Chance gegen sie hätten. Die Einschaltquoten würden explodieren, die Folgen zum Straßenfeger.
Der bisherige Rekord wäre ernsthaft in Gefahr. In der Geschichte des deutschen Fernsehens gibt es einen klaren Spitzenreiter, wenn es um Einschaltquoten geht – es ist kein Unterhaltungs- oder Krimiformat, sondern ein Sportereignis, das mehr als 32 Millionen Menschen vor die Bildschirme gelockt hat. Die Rede ist vom Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft am 8. Juli 2014 zwischen Deutschland und Brasilien. Och komm, „Katze“, gib dir einen Ruck. Sie müsste ihre Teilnahme nur ankündigen – und eins wäre gewiss: Über Gil Ofarim spricht dann keiner mehr.
Die Kolumne
Fünf Redakteure berichten für die RHEINPFALZ über Ludwigshafen. Ihre Erlebnisse aus dem (Arbeits-)Alltag nehmen die Redakteure in der Kolumne „Quintessenz“ wöchentlich aufs Korn.