Ludwigshafen Nicht alle wollen zur Kripo

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Veranstaltungen organisieren, über Ausbildungsmöglichkeiten sowie den Beruf aufklären und Fortbildungsmaßnahmen koordinieren – die Arbeit im Führungsstab, Sachbereich 14, des Polizeipräsidiums Rheinpfalz hat wenig mit dem actionreichen Alltag zu tun, den man aus Krimiserien gewohnt ist. „Wir kümmern uns um die Fort- und Weiterbildung sowie die Nachwuchsgewinnung“, erklärt Hilmar Weigand (54), der als Leiter des Sachbereichs mit einem Kollegen und zwei Kolleginnen im obersten Geschoss des Präsidiums in der Wittelsbachstraße im Stadtteil Süd sitzt. In ständigem Kontakt mit Vorgesetzten anderer Abteilungen kümmert man sich hier unter anderem darum, dass die Polizisten in der Vorderpfalz passende Schulungen und Trainingsangebote erhalten. Für Versetzungen oder andere Personalfragen hingegen ist die Verwaltung zuständig. „Die jungen Leute wollen nicht unbedingt in den Stab oder administrative Aufgaben, sie möchten raus“, sagt Weigand – wohlwissend, dass angehende Polizisten selten im Büro landen wollen. Der Reiz, sich als Polizist ausbilden zu lassen, liegt sicherlich auch woanders: Es sind die täglich neuen Herausforderungen und die mit dem Außendienst verbundene Spannung, die der Polizeiausbildung ihren Reiz gebe, sagt Solveig Hallstein (47), Einstellungsberaterin und für die Nachwuchswerbung zuständige Verwaltungsbeamtin am Sachbereich. Ihr liegt es besonders am Herzen, die Polizei als modernen und transparenten Arbeitgeber zu präsentieren, sagt die 47-Jährige. Immerhin stehe man mit der Wirtschaft im Wettbewerb: „Die Konkurrenzsituation ist ganz klar da.“ Dass man mit Abwechslungsreichtum allein nicht punkten kann, ist man sich in der Abteilung bewusst. „Ich glaube auch Familienfreundlichkeit ist bei jüngeren Menschen wieder gefragt“, sagt Weigand und verweist auf Teilzeitmodelle, die Sicherheit des Arbeitsplatzes und das schon mit der Bewerbung festgelegte Präsidium, in dem man nach der Ausbildung angestellt werden soll. Sicherheit scheint man bei der Polizei in vielerlei Hinsicht groß zu schreiben. Aber wie steht es mit der um die eigene Unversehrtheit, um Gefahren im Beruf? „Die Einstellung von Bewerbern hierzu klopfen wir bereits im Vorstellungsgespräch ab. Die meisten sagen aber, dass sie durch die Ausbildung auf Gefahrensituationen vorbereitet werden“, erklärt Weigand und berichtet von regelmäßigem Schießtraining und anderen Übungen. So viel Mut die Bewerber anscheinend schon mitbringen, so unrealistisch ist teilweise ihr Bild von dem Beruf selbst. „Die jungen Leute sind oft beeinflusst von Krimis. Durch die Praktika im Studium relativieren sich dann aber manche Vorstellungen“, so Weigand. Das erklärt auch, weshalb nach dem Studium nicht alle zur Kriminalpolizei strömen: „Sie wissen, dass mit der Kripo auch viel Detail- und Büroarbeit verbunden ist.“ Für die frischen Polizeikommissare geht es nach dem Bachelor sowieso zunächst für zwei Jahre zur Bereitschaftspolizei. Erst danach können sie in den Streifendienst wechseln, den klassischen Polizeiberuf. Von dort aus kann man sich später für verschiedene Abteilungen bewerben – auch für den Sachbereich 14.

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