Fußball
Neuzugang Ricardo Antonaci soll bei Arminia Ludwigshafen Führungsrolle ausfüllen
Der 28 Jahre alte Defensivallrounder hat sich nach eineinhalb Jahren wieder der Arminia angeschlossen, für die er in der Hinrunde der Saison 2021/22 alle 19 Oberligapartien bestritt und zu den herausragenden Akteuren zählte. Der in Worms geborene und in Ludwigshafen aufgewachsene Antonaci hatte an der Universität Düsseldorf Sportmanagement studiert und ist jetzt in seine pfälzische Heimat zurückgekehrt. Beim FCA ist er als Leistungsträger und Führungsspieler eingeplant.
„Alle Prüfungen sind vorüber, nur die Bachelorarbeit steht noch aus“, sagt der 28-Jährige. Seit dem 1. August arbeitet er in der Mutterstadter Filiale von „Absolute Teamsport Rhein-Pfalz“, dessen Geschäftsführer der frühere Arminia-Coach Marco Laping ist. Er hatte die Rückkehr des meist als Verteidiger eingesetzten Routiniers mit italienischen Wurzeln eingefädelt. Antonaci ist Ansprechpartner für Vereinsverantwortliche, die sich um die Ausrüstung ihrer Klubs kümmern. Egal ob das Trikots, Schuhe, Bälle oder Trainingsmaterialien sind. „Die Aufgabe macht mir großen Spaß, ich kann auch meine Kontakte nutzen und mir ein Netzwerk aufbauen“, erklärt Antonaci.
175 Spiele in der Regionalliga
Bei den aktuellen oder ehemaligen Regionalligisten Wormatia Worms, TuS Koblenz, FC Gießen, VfB Homberg und Alemannia Aachen stand er unter Vertrag, bestritt insgesamt 175 Regionalligaspiele. „In Homberg habe ich mich wohlgefühlt, aber wir wären abgestiegen, wenn die Regelung nicht modifiziert worden wäre. In Aachen war es von den Fans und der Infrastruktur super. Aber die schönste Zeit war die in Koblenz“, blickt Antonaci zurück. Mit Koblenz wurde er Regionalliga-Fünfter, gewann den Rheinlandpokal und spielte vor sechs Jahren mit dem TuS im DFB-Pokal gegen Dynamo Dresden. 2:3 unterlag Koblenz dem damaligen Zweitligisten.
Der Beruf stehe nun zwar an erster Stelle, aber den Fußball nur als Hobby zu betrachten, kommt Antonaci nicht in den Sinn. „Ich bin erst 28 und noch immer sehr erfolgsorientiert. Ich will mit der Arminia etwas erreichen und Spaß am Fußball haben. Deswegen habe ich auch für zwei Jahre unterschrieben“, erklärt der Mann, der seine alte Rückennummer 22 wieder übernommen hat. Wie ehrgeizig er ist und dass er mit vollem Einsatz spielt, zeigt das Derby in Dudenhofen, wo er wegen eines Fouls und eines Handspiels die Gelb-Rote Karte sah und gegen Pirmasens zuschauen musste.
Hohe Messlatte
Antonaci, dessen Freundin Kim zwar in Düsseldorf arbeitet, aber auch wegen der Möglichkeit Homeoffice zu nutzen, häufig in Ludwigshafen ist, agiert derzeit als Außenverteidiger. „Im liebsten spiele ich im Zentrum auf der Sechs oder Acht, weil man dort den größten Zugriff aufs Spiel hat. Aber ich helfe da, wo es nötig ist. Und das ist im Moment außen in der Abwehr“, verdeutlicht Antonaci. Die Messlatte hat er vor zwei Jahren, als er erstmals für die Arminia auflief, mit drei Toren und neun Vorlagen in einer Halbserie hochgelegt.
Der Kader hat sich inzwischen verändert. Die Mehrzahl der aktuellen Mitspieler war damals noch nicht da. „Ich bin heilfroh, dass Ricardo wieder dabei ist, erst recht nach der Roten Karte für Nico Pantano. Er kann mit seiner Spielintelligenz mehrere Positionen bekleiden und wird uns helfen“, atmet Matteo Monetta auf. Der Chef auf Zeit empfand seine ersten 90 Minuten an der Linie aufregend und emotional. Er habe versucht, mit Gesten und seiner Körpersprache das Team von außen zu stärken. Neben Antonaci kehrt auch Fabian Herchenhan zurück. Dagegen reicht es für Jamie Tahedl, Rik Hiemeleers und Gianluca Gianetta noch nicht. Übrigens: Vor elf Monaten gewann der FCA dank eines Monetta-Tores in Auersmacher 1:0. „Das Ergebnis würde ich sofort nehmen, das Tor kann aber gerne ein anderer schießen“, sagt der spielende Co-Trainer lachend.