Ludwigshafen Neustart fürs „Weiße Häusl“
Fünf Monate nach dem Abschied der Familie Zaun, die das „Weiße Häusl“ mehr als 30 Jahre führte, haben Marko Godec (47) und Thomas Paul (39) als Pächter übernommen. Seit Montag ist die Traditionsgaststätte am Rhein in der Großwiesenstraße 3 zwischen Rheingönheim und Altrip wieder geöffnet.
Nun firmiert das Haus in idyllischer Lage als „Landgasthaus Weißes Häusl“. Das Lokal hat täglich ab 11.30 Uhr geöffnet, die Küche schließt um 22 Uhr. Dienstags ist Ruhetag. Die beiden Pächter, in den vergangenen sieben Jahren im Ludwigshafener „Felix-Bowling-Center“ angestellt, bringen von dort auch ihren Küchenchef mit: Robert Attwood, einen in Deutschland aufgewachsenen Briten, der sich der traditionellen deutschen Küche verschrieben hat. „Wir setzen auf Pfälzer Küche, werden aber auch badische Gerichte und aufgrund meiner Herkunft auch hessische Gerichte auf der Karte haben. Auch Äppelwoi … “, schildert Paul, ein ausgebildeter Restaurantmeister, der in seinem lehrreichen Berufsleben Stationen in Berlin und in England hatte, auch im Frankfurter Steigenberger arbeitete. Godec ist gelernter Bürokaufmann. „Wir haben nach sieben Jahren im ,Felix-Bowling’ eine neue Herausforderung gesucht. Als wir die Anzeige vom ,Weißen Häusl’ gelesen haben, wo wir selbst auch ab und an zu Gast waren, haben wir gesagt: Genau das ist es. Wir setzen jetzt einen lange gehegten Wunsch in die Tat um“, verdeutlicht Paul, der sich über das kleine Paradies im Grünen freut: ein Riesengarten, ein ruhiges Idyll mit Rheinblick und doch nicht weit ab vom Schuss, speziell für Radler ein Fixpunkt, aber auch für Mannheimer über die Fähre in Altrip erreichbar. Die beiden neuen Inhaber sind froh und dankbar, dass Gertrud und Bernd Zaun ihnen das Haus gründlich renoviert überlassen haben. Die rustikale Einrichtung hat es ihnen angetan. „Ich liebe das rustikale Ambiente. Das passt hierher, das lassen wir, wie es war.“ Das Nebenzimmer steht für Feste und Familienfeiern zur Verfügung, soll auch für spezielle Themenabende genutzt werden. Im Biergarten, der 2018 neu bestuhlt werden soll, wird im Sommer oft gegrillt werden. „Wir wollen auch kulinarische Länderreisen veranstalten“, verrät Paul. Ein Klassiker könnten fangfrische Pfälzerwald-Forellen aus Eußerthal werden. Nicht mehr im Ausschank ist das selbst gebraute Bier – ein Markenzeichen der Ära Zaun. „Das ist schade, weil’s gut war. Aber das haben wir uns einfach nicht zugetraut“, gesteht Paul. Angeboten werden Bitburger, Benediktiner Weizen und Köstritzer Schwarzbier sowie pfälzischer Wein. Der Kaffee kommt aus der Ludwigshafener Rösterei Mohrbacher. Auch die Zauns freuen sich, dass es in ihrem „Häusl“ weiter geht, dass mit jungem Schwung auch Tradition gepflegt wird.