Limburgerhof
Neujahrsempfang: Zwischen Wünschen und Wurstkette (mit Bildergalerie)
„Was wünschen Sie sich denn fürs neue Jahr?“ Diese Frage bekommt man rund um Silvester/Neujahr und auch in den ersten Januarwochen sehr häufig gestellt. Beim Neujahrsempfang im Limburgerhofer Kultursaal blieben für die rund 400 Besucher zunächst einmal keine Wünsche offen. Ein Händedruck von Bürgermeister Andreas Poignée (CDU), dazu noch ein güldener Glücksbringer von den Schornsteinfegern, bevor man in den Saal ging – was soll da in dem Jahr noch schiefgehen?
Na ja, im weiteren Verlauf der Veranstaltung sollte der Teufel das eine oder andere Mal im berühmt-berüchtigten Detail liegen. Das machte den Neujahrsempfang 2026 aber sehr sympathisch, weil äußerst menschlich. Was auch daran lag, dass sich der Bürgermeister als Retter in der Not erwies, in der Regel als Darreicher eines funktionierenden Mikrofons. Vielleicht ist das ja einer der geheimen Wünsche des Ortschefs für den Neujahrsempfang 2027.
Ansprache in drei Teilen
Einer seiner Wünsche, das machte er bei seiner Ansprache in drei Teilen klar, ist, dass man sich in der Gemeinde weiterhin so beherzt für die Allgemeinheit einsetzt. Rund 100.000 Euro seien im vergangenen Jahr für karitative Zwecke gesammelt worden. Dazu seien noch etliche Sachspenden gekommen. „Das ist eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.“
Auch das kulturelle Angebot in der Gemeinde fand lobende Erwähnung seitens des Ortschefs. „Da ist für jeden Geschmack etwas dabei“, meinte Poignée. Als Beweis gab’s ein paar Demonstrationen auf der Bühne. Zum Beispiel die Purzel- und die Prinzengarde des 1. Karnevalvereins Limburgerhof. Oder Olivia Jones. Die 15 Jahre junge Limburgerhoferin ließ ihre Finger gekonnt über die Tasten des Flügels gleiten. Oder das Barbershop Quartett Rainer’s Finest.
Besonderer Wunsch
Das hatte einen besonderen Wunsch. Nämlich, dass Sängerin Helena Pfaff-Vanecek schnell zu voller Gesundheit komme und wieder mit dem Rest auf der Bühne stehe. Als Trio machten Susanne Christensen, Susanne Weber und Rainer Hartwig auch eine gute Figur. Erst recht, als Poignée besagten Mikrofontausch vorgenommen hatte.
Einen besonderen Wunsch hatte auch Clara Kittelberger von der DJK Limburgerhof vor ihrem Showtanz-Solo „3 wishes“ (drei Wünsche). Sie wollte einfach nur zur richtigen Musik tanzen. Doch die Technik hatte anderes im Sinn. Ihr Wunsch ging dennoch in Erfüllung, weil Poignée wieder das Mikro reichte und Kittelbergers Trainerin selbiges an ihr Smartphone hielt und so die richtigen Klänge ertönten, damit auf der Bühne doch noch tänzerisch der Geist aus der Wunderlampe beschworen werden konnte.
Wurstkette für Poignée
Da hatte der Bürgermeister übrigens schon längst die Wurstkette abgelegt, die er zu Beginn der Veranstaltung von Metzgermeister Wolfgang Hardt umgehängt bekommen hatte. Dazu gab’s noch die besten Wünsche der Schornsteinfeger auf der Bühne. Da nahm es das Ortsoberhaupt mit Humor, dass es seine Mitstreiter auf der Bühne wagten, schon mal ohne ihn anzustoßen.
Ein Wunsch ist womöglich auch für die Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius in Erfüllung gegangen. Denn Andreas Poignée hatte sofort nach deren Darbietung ein Kuvert mit einer Spende in der Hand. „Letztes Jahr habe ich die erst noch im Anzug suchen müssen“, erinnerte sich der Christdemokrat mit einem Lachen.
Spezielles Anliegen
Beim filmischen Jahresrückblick und bei Poignées verbalem Dreiteiler blieben thematisch keine Wünsche offen. Von verschiedensten Veranstaltungen über die Schließung des Caritas-Altenheims St. Bonifatius, die Hampelmann-Challenge vor dem Rathaus, 50 Jahre Partnerschaft mit Chenôve, der Besuch von FCK-Legende Hans-Peter Briegel, das Ende der Angst um die linksrheinische Güterbahntrasse, sportliche Erfolge bis zur bevorstehenden Modernisierung des Ortszentrums war für jeden etwas dabei.
Ein spezielles Anliegen hatte der Bürgermeister dann aber doch noch in Richtung der Besucher: Er wünsche sich weniger Steine, Kunstrasen und Platten in den „Gärten“, stattdessen mehr Grün. Nicht nur der Optik wegen, sondern weil’s eben auch gut für das Mikroklima im Ort sei.
Besonderes Mikroklima
Apropos Mikroklima: Das war nach dem offiziellen Teil im Saal hernach bei Sekt, Sekt-Orange, Wasser, Bier, Brezel und Wurstbrot sehr entspannt. Zeit, für noch mehr Händeschütteln und die eine oder andere Abfrage nach Wünschen fürs neue Jahr. Kreiskämmerer Stefan Kopf, der gar nicht in der Funktion da war, wünscht sich selbstverständlich einen ausgeglichenen Haushalt. Und mehr Künstliche Intelligenz in Verwaltungsprozessen. Limburgerhofs Ex-Bürgermeister Peter Kern wünscht sich „Wohlbefinden – in Körper und Seele, auch für die Gemeinde und die Familie“.
Gut gelaunt zeigten sich die Schornsteinfeger beim ungezwungenen Plausch. Dominik Seidl und Co. sind bekannt im Dorf. Sein Kollege Markus Sprengard wünscht sich weiter viele schöne Begegnungen mit den Kunden. Die kamen auch zahlreich bei ihm vorbei und wollten sich noch eine Portion Glück fürs neue Jahr abholen.
Wünsche, Wünsche, Wünsche
Ein Mutterstadter, der bei der Gruppe steht, hat in Anlehnung an den Flaschengeist drei Wünsche – Gesundheit, einen Pool im Garten und viele Reisen. Annette Egartner vom Verein Grenzenlos bewegen will auch weiterhin eine gute Kooperation der Vereine im Ort untereinander. „Eben grenzenlos“, sagte sie und lachte. Da passte es, dass sie im Foyer mit Stefan Naumer, Vorsitzender des Tennisclubs, erzählte. Naumers Wunsch: „Dass die Kinder in Limburgerhof das gute Sportangebot im Ort nutzen.“
Andrea Weber, Assistenz des Bürgermeisters und verantwortlich für die Organisation des Abends, blieb bei ihrem Wunsch für 2026 im Rathaus. Na ja, fast. Sie wünscht sich, dass die Sportwerbetage ein voller Erfolg werden. Und: „Viele Eheschließungen. Ich hoffe auf viele Paare, die ich trauen darf“, sagte Weber, die bei der Gemeinde auch als Standesbeamtin in Aktion tritt.
Ein bisschen einfacher, der aktuellen geopolitischen Lage aber angemessen, hielt es Markus Schlereth, in Limburgerhof in zahlreichen Vereinen aktiv, mit seinem Wunsch: „Einfach Frieden. Auf allen Ebenen.“