Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Rathaus: Jetzt rächen sich Fehler der Vergangenheit

Das alte Rathaus wird derzeit abgerissen.
Das alte Rathaus wird derzeit abgerissen.

Kann sich die klamme Stadt die horrenden Mietkosten für ein neues Rathaus leisten? Das ist eine berechtigte Frage. Die Antwort lautet: Sie hat wohl keine andere Wahl.

100 Millionen Euro: Mit dieser Summe könnte man glatt ein neues Rathaus bauen, sagen jetzt viele. Mag sein. Aber das würde schon deshalb nicht funktionieren, weil die Finanzaufsicht ADD das niemals genehmigen würde. Und selbst wenn, müsste erst mal ein Standort gesucht werden – und bis ein neues Verwaltungsgebäude inklusive Planungen und Genehmigungen steht, würde wohl gut ein Jahrzehnt verstreichen. In dieser Zeit müsste die Stadt weiterhin Geld in zahlreiche Ausweichquartiere stecken. Aktuell sind es rund vier Millionen Euro jährlich. Das ist mehr als die Jahresmiete im „Palatineo“ kosten würde.

Keine Frage: Der Berliner Platz ist der perfekte Standort für ein zentrales Rathaus. Dem Investor garantiert der Einzug der Verwaltung nahezu eine Vollbelegung, eine Pleite wie beim Vorgänger-Projekt „Metropol“ wäre damit so gut wie ausgeschlossen. Und in den „Ludwigstürmen“ schafft das gleiche Unternehmen (zu angeblich günstigeren Konditionen) einen zweiten Standort mit fast 600 modernen Arbeitsplätzen.

Dass sich erst zehn Jahre nach dem Abriss der „Tortenschachtel“ eine Lösung für den Berliner Platz anbahnt – das ist der eigentliche Skandal. Dass sich die Fraktionen nun mehr Zeit erbeten, um die Vertragsdetails zu prüfen, ist sinnvoll. Ein weiterer Flop wäre fatal. Tatsächlich fatal war eine Entscheidung der ADD noch zu Zeiten von OB Eva Lohse. Damals wollte die Stadt das Areal am Berliner Platz kaufen, um es selbst zu entwickeln. Für eine Million Euro wäre es zu haben gewesen. Doch die Finanzaufsicht spielte nicht mit.

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