Ludwigshafen „Neues Leben im Hemshof“
„Ich bin stolz darauf, etwas für den Hemshof geleistet zu haben“, sagt Adnan Karakaplan, nachdem die Baufreigabe der Stadt nun offiziell vorliegt. Und man merkt dem 58-jährigen Eren-Firmenpatron beim Rundgang durch das vor Jahren in Rheintower umgetaufte 88 Meter hohe Center an, dass er, der Ur-Hemshöfer mit türkischen Wurzeln, neben viel Geld auch viel Herzblut in das ehrgeizige Vorhaben gesteckt hat. Wegen des aufwendigen Brandschutzes stand das Projekt – wie berichtet – zwischenzeitlich auf der Kippe. Sachverständige und Gutachter wurden eingeschaltet. Gemeinsam mit der Feuerwehr, der Stadt und deren Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG) wurden Lösungen erarbeitet. „Jetzt haben wir die hohen Auflagen sogar übererfüllt“, betont Karakaplan. Im kompletten Haus und in jeder der 142 Wohnungen sind Sprinkleranlagen sowie Rauchmelder installiert. Einer der drei Aufzüge ist für die Feuerwehr reserviert. Er wurde so umgerüstet, dass die Rettungskräfte in Notfällen schnell eingreifen können. „Das Thema Brandschutz hat uns besonders herausgefordert“, blickt Karakaplan zurück. Baudezernent und WEG-Geschäftsführer Klaus Dillinger (CDU) lobte Karakaplan gestern für seinen Mut. Trotz aller Widrigkeiten habe der Investor die umfangreiche Renovierung der 2014 von ihm erworbenen und lange verwaisten Doppeltürme in Angriff genommen und nicht locker gelassen. „Nach vielen Jahren ist diese Hängepartie nun beendet. Die Mühe hat sich gelohnt. Das Center erfüllt alle Ansprüche modernen Wohnens. In dieser Form ist das ein einzigartiges Projekt, wie man es sonst nur in Großstädten wie Hamburg oder Frankfurt findet. Damit entsteht neues Leben im Hemshof“, sagte Dillinger. Dass sich die private Hochschule SRH Heidelberg bereits 18 Wohnungen für insgesamt 60 Studenten gesichert hat, sei ein weiterer Schub für das Viertel. „Studentisches Wohnen im Hemshof ist ein Pfund, mit dem man wuchern kann“, meinte der 57-Jährige. Auf jeder der für eine Vermietung vorgesehenen Etagen werden acht Wohnungen mit ähnlichen Grundrissen angeboten: vier Anderthalb-, zwei Zwei- und zwei Drei-Zimmer-Appartements. Inklusive den Balkonen haben sie Wohnflächen von 40, 78 und 105 Quadratmetern. Jede Wohnung hat einen separaten Fernwärmeanschluss. Die Böden sind gefliest, die Fenster dreifachverglast. Kaltmiete: 400 bis 750 Euro. Die sechs Maisonette-Wohnungen im 22. und 23. Stock mit Wohnflächen zwischen 130 bis 160 Quadratmetern bieten einen exklusiven Blick auf die Stadt und sind bereits vergeben. Das ganze Haus ist videoüberwacht und erfüllt laut Karakaplan höchste Sicherheitsstandards. Der Eingangsbereich ist rund um die Uhr besetzt. Pförtner kontrollieren, wer kommt und geht. In einer Tiefgarage stehen auf zwei Ebenen 255 Stellplätze bereit. Die Nahverkehrsanbindung unweit des BASF-Tors 7 garantiert eine Straßenbahnhaltestelle. Ein Discounter, eine Drogerie sowie eine Bäckerei im Erdgeschoss decken die Nahversorgung ab. Karakaplan hat schon zwölf Wohnungen privat vermietet. Mit der weiteren Vermarktung hat er seit einer Woche die Firma IGS Immobilien aus Bad Dürkheim beauftragt. „Die Nachfrage ist sehr groß“, sagte deren Sprecher Sebastian Arnold. 150 Interessenten überwiegend aus dem Raum Ludwigshafen hat der 55-Jährige an der Angel. Wohnen in Zentrumsnähe liege im Trend. „Die Neuausrichtung des Centers als Wohn- und Nahversorgungsstandort ist für den Hemshof eine wichtige Bereicherung“, meinte WEG-Chef Dillinger. Die WEG hat den Investor als Koordinator unterstützt und ist bei der Vermarktung der noch freien Bürofläche im zweiten Stock (3500 Quadratmeter) mit im Boot. „Die Gespräche mit potenziellen Mietern sind weit gediehen und stehen vor einer Entscheidung“, so Karakaplan. Kommentar