Ludwigshafen Neues Gesicht für St. Ludwig

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Eines der ältesten Ludwigshafener Wahrzeichen bekommt eine Fassadenauffrischung: Die Pfarrkirche St. Ludwig in Mitte hat durch den Zweiten Weltkrieg Folgeschäden an beiden Türmen erlitten, die eine umfangreiche Renovierung – wie berichtet – unumgänglich machen.

Seit 1883 – dem Jahr ihrer Vollendung – stehen die beiden Kirchtürme in der Stadtmitte unverwüstlich. Auch die Bombeneinschläge des Zweiten Weltkriegs brachten sie nicht zum Einsturz. Während ein Großteil des Kirchenschiffs in Schutt und Asche lag, erlitten die Türme lediglich Brandschäden an den hölzernen Elementen im Innern. Die Flammen schlugen jedoch auch nach außen und griffen den Sandstein an, was im Laufe der Jahrzehnte für erhebliche Folgeschäden sorgte: „Durch das Feuer verkrustet das Gestein von außen, dahinter kommt es zur Versandung“, beschreibt Architekt und Baumeister Karl Angner das Problem bei einer Begehung. „Das bedeutet, der Stein hat eine harte Kruste, bröselt jedoch von innen weg, was zu einem Substanzverlust und somit zu einer Instabilität führt“, erklärt er. Je nach Witterung laufe daher Wasser ins Gestein, was zu Ausspülungen und bei Frost zu Absprengungen führen könne. „Die Situation war zuletzt wirklich gefährlich“, erläutert Dekan Alban Meißner. „Wir hatten schon regelrechte Steinschläge, die herunterkamen.“ Also musste reagiert werden: Anfang Mai begann die schrittweise Einrüstung der beiden Türme – seit zwei Wochen steht nun das komplette Gerüst. Während der Südturm gerade noch mit Glaspudermehl und Heißwasserstrahlern intensiv gereinigt wird, um die genauen Schäden offenzulegen, laufen die Arbeiten am Nordturm schon auf Hochtouren. Sechs bis sieben Steinmetze sind in teils luftigen Höhen von bis zu 54 Metern zugange und bauen die rissigen und angegriffenen Steine mit Presslufthammer oder Hammer und Meißel zurück. Bis zu 14 der 35 Zentimeter dicken äußeren Schale werden dabei entfernt und durch neue Steine ersetzt. Zusätzlich müssen nahezu sämtliche Fugen mit Kalkmörtel neu geschlossen werden, damit nicht weiterhin Feuchtigkeit in das Gemäuer eintritt. Außerdem wurden alle sechs Turmuhren abmontiert. Sie sollen nach Bauende frisch lackiert in neuem Glanz erstrahlen. „Insgesamt sind die Schäden doppelt so groß wie unsere anfängliche Kalkulation“, berichtet Angner beim Umrunden der Türme auf dem Baugerüst. „Etwa 40 Prozent der Fassade müssen mit neuen Steinen ersetzt werden.“ Die Bauarbeiten werden sich daher auch nicht wie erhofft nur bis Jahresende – sondern vermutlich bis Mitte des nächsten Jahres ziehen. Für Meißner kommt die Renovierung zu Unzeiten. Erst 2012 wurde die kostspielige Innensanierung abgeschlossen, zuletzt der angrenzende Kindergarten umgebaut. Nun steigen die Kosten der Fassadensanierung vermutlich bis zu einer Million Euro. Schwere Zeiten für die Gemeinde St. Ludwig, selbst wenn sich das Bistum Speyer mit mindestens 70 Prozent an den Renovierungskosten beteiligt.

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