Vorder- und Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Polizeivize schon reif für die Insel

Führungstrio der Polizei: der neue Vize-Präsident Andreas Sarter, Ex-Vize und Vorgängerin Anja Rakowski, inzwischen Behördenleit
Führungstrio der Polizei: der neue Vize-Präsident Andreas Sarter, Ex-Vize und Vorgängerin Anja Rakowski, inzwischen Behördenleiterin in Trier, sowie Polizeipräsident Georg Litz (von links).

Anja Rakowski geht, dafür übernimmt Andreas Sarter ihre Position als Vizepräsident und Leiter der Abteilung Polizeieinsatz im Präsidium Rheinpfalz. Sarter hat damit eine Schlüsselposition für die Sicherheit von fast einer Million Menschen im Zuständigkeitsbereich der Behörde inne. Präsident Georg Litz freute sich über einen beinahe nahtlosen Übergang.

Beinahe hätte Litz den Abschied der ersten Vizepräsidentin des Landes, die ihre Stelle in Ludwigshafen erst vor zwei Jahren angetreten hatte, mit einem „endlich“ kommentiert. Damit meinte er selbstverständlich lediglich den Zeitpunkt der Verabschiedung. Denn immerhin hatte die 53-jährige gebürtige Wiesbadenerin bereits Ende März ihre neue Stelle in Trier angetreten und setzte dort als erste Polizeipräsidentin des Landes einen weiteren Meilenstein. Auch ihr Nachfolger Andreas Sarter ist schon eine Weile in Ludwigshafen aktiv. Seit Mitte Juni genau genommen. Aber man habe mit Verabschiedung und Amtsübernahme das Sommerloch und damit die größtmögliche Aufmerksamkeit abwarten wollen, scherzte der Leiter des Führungsstabs, Frank Heinen, in seiner Begrüßung.

„Personelle Veränderungen gehören bei uns zur Normalität“, sagte Litz. Aber die Neubesetzung von Vizepräsident und Leiter Polizeieinsatz sei auch für die Behörde etwas Besonderes. „Es ist eine exponierte Position“, betonte Litz, der sich trotz der kleinen zeitlichen Vakanz über einen nahezu reibungslosen Ablauf freute, auch wenn Rakowskis Dienstzeit in Ludwigshafen wohl nicht den eigenen Vorstellungen entsprochen hatte.

Offen, sympathisch, direkt

Inmitten der Pandemie hatte sie ihre Position übernommen und so ihre größte Stärke, die Nähe zu Mannschaft und Mitarbeitern, nur bedingt ausspielen können. Trotzdem habe man ihre Arbeit hier geschätzt, versicherte der Polizeipräsident.

Als offen, sympathisch, direkt, authentisch und humorvoll habe man Rakowski hier erlebt, berichtete Litz nach einer Mitarbeiterbefragung. „Sie hat hier also alles richtig gemacht.“ Das erklärte auch der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats, Uwe Löwenhaupt, der Rakowski an ein Versprechen bei ihrer Amtsübernahme erinnerte: „Sie haben 2021 noch gesagt, dass Sie vorhaben, etwas länger in Ludwigshafen zu bleiben.“ Doch auch er hatte Verständnis dafür, dass es letztlich anders gekommen ist, Rakowski das Angebot der Stelle als Polizeipräsidentin angenommen hatte.

Joggen in der Mittagspause

„Ich habe mich riesig auf die Aufgabe in Ludwigshafen gefreut, weil ich mich hier wieder mit Einsätzen beschäftigen konnte“, erinnerte sich die 53-Jährige. Und sie habe sich im Kreis der Kollegen auch sehr wohlgefühlt. „Ich wäre gerne länger geblieben, aber ich denke, man kann den Schritt zur Behördenleiterin auch verstehen“, bat sie um Verständnis. Zumal sie mit der eigenen Nachfolge sehr einverstanden ist: „Ich bin sehr froh, dass Du es geworden bist“, sagte sie in Richtung von Andreas Sarter.

„Die Parkinsel kenne ich schon“, erklärte der begeisterte und erfolgreiche Läufer zu seinem neuen Umfeld. Die Runde im Stadtpark hat der gebürtige Landauer und Vater von drei erwachsenen Kindern schon für seine Mittagspausen entdeckt. „Dieser Neuanfang ist mit eine der reizvollsten Arbeiten innerhalb der Polizei“, sagte der 55-Jährige.

Nach zuletzt vielen Verwaltungsaufgaben im Führungskreis des Landes habe der neue Einsatzort „endlich wieder etwas mehr von Polizeiarbeit“. Nicht nur deshalb sei seine Ankunft im Präsidium „sehnlichst erwartet worden“, so Litz, der ebenfalls die Bedeutung der Position hervorhob: „Sie arbeiten wieder dort, wo sich Polizeiarbeit unmittelbar auf die Sicherheit der Bevölkerung auswirkt.“ Und darum kümmern sich im Dienstbezirk des Präsidiums zwischen Vorder- und Südpfalz gut 2200 Mitarbeiter.

Stellvertretend für die Bevölkerung wünschte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos) Sarter „viel Erfolg und eine gute Zusammenarbeit“, die sich auch die Leitende Oberstaatsanwältin Angelika Möhling von der Staatsanwaltschaft Landau wünscht. „Bei der Polizei ist gerade einiges in Bewegung. Das bringt neue Herausforderungen.“ Sie dankte Anja Rakowski und wünschte Sarter für die Zukunft „ein glückliches Händchen.“

Zur Sache: Das Polizeipräsidium Rheinpfalz ...

... mit Sitz in Ludwigshafen ist zuständig für die Sicherheit von rund 900.000 Menschen. Der Dienstbezirk der Behörde (rund 2200 Mitarbeiter) umfasst auf etwa 2400 Quadratkilometern die Vorder- und Südpfalz mit den Landkreisen Bad Dürkheim, Germersheim, Rhein-Pfalz-Kreis und Südliche Weinstraße sowie die kreisfreien Städte Frankenthal, Landau, Ludwigshafen, Neustadt und Speyer.

x