Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Club an bekannter Adresse: Aus „Chaplin“ wird „King Kong“

Aus „Chaplin“ wird „King Kong“: Im N7-Quadrat am Friedrichsring in Mannheim eröffnet am Samstag ein neuer Nachtclub.
Aus »Chaplin« wird »King Kong«: Im N7-Quadrat am Friedrichsring in Mannheim eröffnet am Samstag ein neuer Nachtclub.

Der Name klingt riesig, und die Betreiber haben auch Großes vor. Mit dem „King Kong“ wird am Wochenende ein neuer Club eröffnet. Was sich ändert und was nicht.

Neben Biomarkt und Bäckerei, zwischen Frisör und Focaccia-Laden geht es am Friedrichsring die Treppen hinab. Und schon ist man drin in der gedimmten Dunkelheit des Kellerclubs, der ab dem 11. April mit einem Pre-Opening zum ausgelassenen Tanzen und Feiern einlädt. Der Boden ist mit rotem Samtteppich ausgelegt, eine bequeme Sitzlounge mit Blick auf den Dancefloor lädt zum Ausruhen und Quatschen mit Freunden und Fremden ein. Die schwarzen Tische sind frisch lackiert, kleine Leitern stehen in der Ecke, ein paar Kabel baumeln von der Decke. Bis zum Samstag soll der letzte Feinschliff erfolgen.

Seit dem Auszug des „Chaplin“, das von April 2017 bis Silvester 2025/26 vor allem bei Studenten ein beliebter Nachtclub war, verwandelte sich das 300-Quadratmeter-Ambiente in eine Baustelle. „Neuer Boden, neue Sound-Technik und Lichtanlage, wir haben viel verändert, Stammgäste aber werden natürlich noch einige Chaplin-Details erkennen“, sagt der neue Betreiber Shkelzim Bakiji, in der Feier-Szene besser bekannt als „Ximi“, der unter anderem im „Kiets-König“ im Jungbusch hinter der Bar stand und bis vor Kurzem selbst noch beim Vorgängerclub „Chaplin“ angestellt war, wo er von der Buchhaltung und Lohnabrechnung bis zur Veranstaltung eigener Events die Innenseite des Nachtleben kennenlernte.

„Die Gäste interessiert nur: was kostet mich der Longdrink?“

Geboren und aufgewachsen in Mannheim, macht er als Veranstaltungskaufmann schon seit elf Jahren die Nacht zum Arbeitstag. Ximi weiß um die Krise, um das Clubsterben, um die bleibenden Narben der Corona-Pandemie. „Seitdem hat sich das Ausgehverhalten nochmal stark verändert. Gingen viele Gäste zuvor jedes Wochenende aus, kommen sie nun nur noch einmal im Monat. Aber die Faktoren sind vielfältig: der demografische Wandel, alles ist teurer geworden, da spart man am Spaß. Für die Gastronomie und speziell für das Nachtleben sind es harte Zeiten. Auch für uns sind die Preise und Mieten gestiegen, aber die Gäste interessiert letztlich nur: was kostet mich der Longdrink?“, zeigt er auf.

Und doch ist Ximi überzeugt, dass die Krisenjahre auch mal zu Ende gehen, er sieht das Neonlicht am Ende des Party-Horizonts. Sonst hätte er nicht allein 10.000 Euro in eine neue Eiswürfelmaschine investiert. Auch eine neue Theke und neue Möbel sollen noch angeschafft werden. „Wir wissen, die 90er-Jahre kommen nicht mehr, aber wir sind optimistisch und wollen eine Vielfalt und Ablenkung bieten. Der Alltag ist schon genug geprägt von negativen Nachrichten. Mein Motto ist: Der Club gehört den Gästen! Sie sollen sich wohl- und ein wenig wie Zuhause fühlen. Daher der weiche Teppichboden“, verdeutlicht er – und setzt im Vergleich zum „Chaplin“ als „King Kong“-Club auf weitere Veränderungen.

Man setzt auf ein „bezahlbereites Publikum“

Zum einen optisch: Durch kleine Podeste mit beleuchteten Stufen sowie einem zweiten Floor, der vom Mannheimer Künstler Tim Rößling designed wurde. Aber auch inhaltlich: Lag der Fokus zuvor auf einem jüngeren Publikum um die 19, so liegt das Mindestalter nun bei 21 Jahren. Es werde zwar keine strikte, aber doch eine klare Kleiderordnung geben. „Mit Badeschlappen oder Jogginghose kommt man bei uns nicht rein. Man sollte den Gästen schon ansehen, dass sie sich für den Abend zurecht gemacht haben“, sagt er. Man setze auf ein „bezahlbereites Publikum“ und wolle mit Qualität überzeugen, sodass die Leute „wiederkommen und im besten Fall noch jemanden mitbringen“.

Für die Samstagabende werde es zum Start ein klares Konzept geben. „Am ersten Samstag im Monat eine Throwback-Party mit Hits von den 90ern bis heute, dann folgt ein Afro- und Tech-House-Abend, eine Hip-Hop- und R’n’B-Party und ein Latin-Abend, oft mit Live-Performance“, verrät Ximi. Beliebte Events wie „Mama geht tanzen“, ein Clubabend nur für Frauen, sollen beibehalten, regionale, nationale und internationale DJs gebucht werden.

Was aber hat es eigentlich mit dem Namen King Kong auf sich? „Dafür müssen wir wieder nach oben“, sagt der Clubbetreiber. Die Treppen hinauf, die Tür geöffnet, blickt man in grelles Tageslicht. Viele Fußgänger laufen zwischen Planken und Hauptbahnhof vorbei. Ximi will auch tagsüber ab und an die Pforten öffnen und an der Tür Espresso verkaufen. „Auf die Idee für den Clubnamen kam ich aufgrund der Kaffeemarke Gorilla. Ich wollte etwas mit asiatischem Touch“, zeigt er auf die geschwungene King-Kong-Kalligrafie mit dem chinesischen Schriftzeichen für „Tür“ als „O“.

Info

Am Samstag, 11. April, lädt der King-Kong-Club im N7-Quadrat von 20 bis 5 Uhr bei freiem Eintritt und auch ein paar Gratis-Getränken vor Mitternacht zum Pre-Opening.

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