Ludwigshafen Neue Baustellen auf der B9: Staus sind unvermeidbar [mit Karte]
Neues Jahr, neue Baustelle – das ist das Motto für die Bundesstraße 9. Nach den drei großen Projekten im Vorjahr ist dieses Mal der Bereich im Norden von Ludwigshafen an der Reihe. Konkret geht es um den Abschnitt rund um die BASF-Kläranlage. Die Planer wissen: Es wird haarig ab Ende April, Staus sind dabei unvermeidbar.
44.000 Fahrzeuge sind jeden Tag auf der B9 im Norden Ludwigshafens und im Bereich der BASF-Kläranlage unterwegs. Der Zahn der Zeit nagt an der Fahrbahn. „Die Sanierung ist unumgänglich“, betonen Martin Schafft, Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Speyer, und LBM-Teamleiter Georg Delb. „Die Fahrbahn ist kaputt, es herrscht dringender Handlungsbedarf“, sagt Schafft. Daher werden hier ab 29. April bis Juli 14 Wochen lang Bauarbeiter anrücken, und es werden 3,2 Millionen Euro investiert. Doch nicht das Volumen macht Schafft Sorgen. Er weiß, dass die Bauarbeiten dieses Mal einen „besonders neuralgischen Punkt“ treffen – und „dass wir keine großräumige Umfahrung anbieten können“. Die hatte es vergangenes Jahr gegeben, als der LBM auf der B9 etwa in Höhe des Oggersheimer Gewerbegebiets und im Abschnitt Frankenthal/Pfingstweide tätig war. Jetzt wird alles noch ein Stück komplizierter, meint Schafft. Viele Gespräche mit der BASF Und das liegt vor allem auch an der BASF. Tor 15 des Konzerns und das Containerterminal sind zentrale Schaltstellen im Betrieb – gleiches gilt für die nahe Kläranlage. Die Lkw fahren das Werksgelände in der Regel über den Bereich A 6/B 9/Nachtweide an. „Der Schwerlastverkehr macht 13 Prozent an den 44.000 Fahrzeugen aus. Das ist sehr viel und erklärt die Schäden“, so Schafft. Und beschert dem LBM eine besondere Herausforderung. Daher weiß der Behördenchef schon heute: „Ohne Belastungen und Staus wird’s nicht gehen.“ Denn der Bereich kann nicht voll gesperrt und damit entsprechend zügig saniert werden. „Weil uns die Umleitungen fehlen, denn die Ab- und Zufahrten von und zur A 6 machen wir gleich mit.“ Also wird jeweils halbseitig gearbeitet, sodass in beide Fahrtrichtungen entsprechend nur eine Spur zur Verfügung stehen wird. „Die Leistungsfähigkeit des Bereichs wird also halbiert, das wird in den Hauptverkehrszeiten auf alle Fälle kritisch“, sagt Schafft. Der LBM habe daher intensive Gespräche mit der BASF geführt und appelliert an alle, möglichst den Berufsverkehr morgens und nachmittags zu meiden. „Wer kann, sollte den Bereich am besten umfahren.“ Wichtig sei, dass der Abschnitt immer befahrbar sei. „Die BASF ist auch insofern informiert, dass die Speditionen eben mehr Zeit einkalkulieren müssen, weil es nur eine Spur gibt.“ Viele Risse und Schäden Um die Einschränkungen möglichst erträglich zu gestalten, wird das Großprojekt in mehrere Bauabschnitte unterteilt. Für diese gelten dann kleine Umleitungssysteme. „Wir werden alles frühzeitig ausschildern“, versichert Delb. Zunächst wird bei Bobenheim-Roxheim die Abfahrt zur Petersau in Angriff genommen. „Denn die brauchen wir später als Teil unserer Umleitung“, so Schafft. Danach gehen die Arbeiten auf dem etwa ein Kilometer langen Abschnitt von der Petersau bis zur BASF-Kläranlage sowie den Auf- und Abfahrten zur A 6 weiter. Dabei wird die Fahrbahn auf einer Dicke von 20 Zentimetern abgefräst. Als Ersatz gibt es eine neue Trag-, Binder- und Deckschicht. „Die Fahrbahn hat hier viele Risse und Schäden, wir müssen den Bestand neu aufbauen“, erklärt Delb. Ursache für die Schäden seien die vielen Lkw, die Tor 15 und das Containerterminal ansteuern. Diese Arbeiten werden in zwei Abschnitte unterteilt, so dass einmal die zwei Fahrspuren Richtung Worms und einmal die zwei Fahrspuren Richtung Ludwigshafen erneuert werden. Entsprechend werden jeweils die Zu- und Abfahrten der A 6 gesperrt – also Richtung Saarbrücken beziehungsweise Mannheim. Und auch der Anschluss der Kläranlage muss gemacht werden. „Auch dieser ist kaputt.“ Der Faktor Hochstraße Recht unproblematisch ist der letzte Abschnitt: Dann wird die B 9 zwischen der Petersau und der zweiten Rheinufer-Abfahrt (2,8 Kilometer) saniert – der Rest der Strecke ist schon vor ein paar Jahren ertüchtigt worden. Da sei die Verkehrsbelastung nicht ganz so hoch, was die Arbeit erleichtere. „Das wird eine normale Beaustelle.“ Schafft hat Verständnis, wenn sich Pendler über Baustellen ärgern. „Aber wir müssen das jetzt machen, weil diese Arbeiten nicht mehr möglich sein werden, wenn die Hochstraßenprojekte beginnen.“ Und deshalb soll möglichst noch in diesem Jahr auch die B 9 bei Studernheim – in Fahrtrichtung Norden – saniert werden.