Ludwigshafen
Netto-Markt: Drei Raubüberfälle in sechs Wochen
Der erste Raubüberfall ereignete sich am 19. Januar, ein Dienstagabend. Gegen 20.45 Uhr betrat ein Mann den normalerweise bis 22 Uhr geöffneten Discounter. Nachdem andere Kunden das Geschäft verlassen hatten, bedrohte er den Kassierer mit einer Schusswaffe und erbeutete laut Polizei rund 2500 Euro. Danach flüchtete der Täter zu Fuß in Richtung Rathaus-Center. Eine Fahndung blieb erfolglos. Der Täter wird wie folgt beschrieben: 1,75 Meter groß, normale Statur. Bekleidet war der Mann mit dunkler Mütze, dunkler Jacke, dunkler Hose und einem dunklen Mund-Nasen-Schutz.
Zweiter Raub am 3. Februar
Raubüberfall zwei spielte sich am 3. Februar ab, ein Mittwochabend. Der Täter betrat um 20.41 Uhr den Supermarkt, bedrohte den Kassierer mit einer Schusswaffe und raubte 2000 Euro aus der Kasse. Im Anschluss flüchtete er mit einem Fahrrad in Richtung Kaiser-Wilhelm-Straße. Auch in diesem Fall brachte die Fahndung nichts ein. Täterbeschreibung: 1,75 Meter groß, kräftige Statur. Der Mann trug eine weiße OP-Maske, eine Mütze und war komplett schwarz bekleidet. Seine Kapuzenjacke hatte silberfarbene Streifen im Schulterbereich.
Dritte Tat am 1. März
Beim dritten Überfall am Montag, 1. März, betrat der Unbekannte kurz nach 21 Uhr den Netto. Er bedrohte die 25-jährige Kassiererin mit einer Schusswaffe, griff sich 1000 Euro aus der Kasse und flüchtete zu Fuß. Auch hier blieb die Fahndung ergebnislos, obwohl Bilder einer Überwachungskamera vorliegen, die den maskierten Mann zeigen. Der Täter wird wie folgt beschrieben: 35 bis 40 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß, normale Statur. Zum Tatzeitpunkt trug er eine weiße OP-Maske. Auffällig: sein dunkler Schnauzbart und die buschigen Augenbrauen.
Ob es sich bei allen drei Raubüberfällen trotz der teils unterschiedlichen Täterbeschreibungen tatsächlich um den gleichen Mann handelt, sei derzeit Gegenstand der Ermittlungen, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Auszuschließen sei das nicht. Warum ausgerechnet dieser Markt zuletzt dreimal das Ziel von Überfällen war, könne viele Ursachen haben. „Eine Aussage zu dem konkreten Fall zu treffen, wäre reine Spekulation“, so die Polizeisprecherin. „Erfahrungsgemäß werden geplante Straftaten eher an abgelegenen Orten verübt, da das Risiko, entdeckt zu werden, etwa in einer abgelegenen Filiale, geringer ist, als im innenstädtischen Bereich.“ Die langen Öffnungszeiten des Markts könnten eine Rolle spielen, da spätabends erfahrungsgemäß weniger Menschen unterwegs seien. Noch gebe es keine heiße Spur von dem Täter oder den Tätern, weshalb die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung hofft.
Wie reagiert Netto?
Ein Sprecher des Netto-Konzerns sagte auf RHEINPFALZ-Anfrage: „Grundsätzlich gibt es bei Netto interne Vorgaben für unsere Mitarbeiter, um kritische Situationen präventiv zu vermeiden sowie Richtlinien, welches Verhalten im Falle eines Überfalls einzuhalten ist. Hierbei stehen stets die Sicherheit und das Wohl unserer Kunden im Mittelpunkt. Wir bitten um Verständnis, dass wir sensible Informationen wie unsere Sicherheitsmaßnahmen oder weitere Details zu den Vorfällen grundsätzlich nicht kommunizieren, um Nachahmereffekte zu vermeiden und unsere Mitarbeiter zu schützen.“ Die Netto-Kassiererin, die am Abend des 1. März bedroht wurde, hatte einen Schock erlitten.
Zeugen gesucht
Hinweise an die Kriminalpolizei unter Telefon 0621/963-2773 oder per E-Mail an kiludwigshafen.k1.kdd@polizei.rlp.de.