Ludwigshafen Nachwuchs auf vier Pfoten

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Mutterstadt. Bei Familie Schoofs ist gerade einiges los. Ihre Hündin Bahia hat am 10. März sieben Junge zur Welt gebracht – ihren zweiten Wurf. Die Doggenwelpen Bea, Bajka, Biene, Bella, Bonita, Bado und Bentley genießen die ersten Wochen ihres Lebens in der extra für sie eingerichteten Kinderstube im Wohnzimmer. Ein Besuch beim wuseligen Nachwuchs.

Bahia bellt als die Türglocke erklingt. „Schon wieder Besuch? Der soll mich und meine Kinder bloß in Ruhe lassen. Die sieben kleinen Racker sind im Moment ja schlimmer als ein Sack Flöhe zu hüten und Hunger haben sie auch schon wieder.“ So etwas in der Art wird sie bestimmt gerade denken. Sie brummt ihren ungestümen Nachwuchs an und mahnt zu ein bisschen mehr Disziplin. Bahia del Sol vom Münchhof ist eine stattliche Dogge, die gerade ihren zweiten Wurf aufzieht und das ist anstrengend, auch wenn Katharina Pollok-Schoofs und Andreas Schoofs sie unterstützen. Sogar der fast 15-jährige Tim, der Neffe der Schoofs, ist extra in seinen Schulferien aus der Schweiz nach Mutterstadt gekommen, um zu helfen. Der Besuch sitzt inzwischen am Küchentisch, Bahia weiß, dass alles in Ordnung ist, legt sich dazu, gönnt sich eine Auszeit und hält ein Nickerchen. Der Nachwuchs tollt fiepend in der Kinderstube umher. Später nimmt Katharina Pollok-Schoofs die Hündin mit auf einen Spaziergang, während ihr Mann und Tim die Kleinen füttern. Sieben kleine Näpfchen stellen sie in die Kinderstube, die die Schoofs vorübergehend im Wohnzimmer eingerichtet haben. Die kleinen Hunde stürzen sich auf das Futter, als hätten sie tagelang nichts bekommen. Andreas Schoofs und Tim passen auf, dass jeder seinen eigenen Napf hat und nicht beim Geschwisterchen stibitzt. Kurze Zeit später sind die Näpfchen blitzblank geleckt. Jetzt ist Zeit zum Spielen und Herumtollen, zum Kuscheln und Streicheln. Einfach zu drollig, oder wie Andreas Schoofs sagt: „Besser als Fernsehen“. Hinter dem Gitter, das die Kinderstube abtrennt, steht Agata. Sie ist die große Halbschwester der Kleinen und stammt aus Bahias erstem Wurf. Sie guckt dem Treiben zu und holt sich von Tim zwischendurch ein paar Streicheleinheiten. Zehn Minuten später ist der Spuk vorbei. Wie auf ein Kommando werden die kleinen Hunde alle müde, fallen, wo sie gerade stehen, um, und schlafen ein. Doch kaum ist Bahia zurück, werden sie wieder munter und fordern noch einen Nachtisch aus Muttermilch. Die Doggen-Zucht ist für die Schoofs ein Hobby. Katharina Pollok-Schoofs hatte vor 30 Jahren schon einmal eine Dogge. Nun geht für sie ein Kindheits-Traum in Erfüllung. 2008 zog die erste Dogge, Saba, bei den Schoofs ein und das Ehepaar trat in den Deutschen Doggen Club ein. „Wir haben uns mit dem Gehorsamkeitstraining und Kursen rund um den Hund beschäftigt“, erzählen sie. Bahia kam 2011 dazu. „Sie hat den Leuten so gut gefallen, dass wir mit ihr auf Ausstellungen gegangen sind, wo sie schon etliche Preise gewonnen hat“, sagt Andreas Schoofs. So kamen sie auf die Idee, die Hündin decken zu lassen. Den Rüden haben sie sorgfältig ausgewählt, denn eins war von Anfang an klar: Der Nachwuchs sollte einen guten Charakter haben. Im August 2014 kam der erste Wurf zur Welt: sieben kleine Rüden, zwei Hündinnen. Am 10. März 2016 erblickten Bea, Bajka, Biene, Bella, Bonita, Bado und Bentley das Licht der Welt. Die nächsten Wochen sind für Bahia und die Schoofs sehr anstrengend und fast der gesamte Jahresurlaub wird dafür verwendet. „Doggen gelten als sanfte Riesen, aber das ist leider nicht immer so. Sie müssen auch gut sozialisiert sein“, sagt Andreas Schoofs. Tag und Nacht ist immer einer bei den Tieren, geschlafen wird stundenweise im Wohnzimmer neben der Kinderstube. Die Schoofs passen auf, dass Bahia den Nachwuchs nicht erdrückt, dass jedes der Kleinen an die Zitzen der Mutter kommt. Sie entfernen die Häufchen, füttern zu, erst mit Ziegenmilch, dann mit Welpenbrei, kümmern sich um die gestresste Mama. Die ersten vier Wochen ist Besuch tabu, doch dann kommen nach und nach die ersten Besucher, gerne auch mit Kindern, denn die kleinen Hunde sollen sich daran gewöhnen. Aus dem gleichen Grund läuft auch gelegentlich der Fernseher, die Kaffeemaschine brummt aus der Küche. „Wenn der Züchter sich in den ersten acht Wochen nicht gut um die Welpen kümmert, dann braucht der Besitzer später eineinhalb Jahre, um das versäumte aufzuholen“, weiß Schoofs. Mit neun Wochen kommen die Welpen zu ihren neuen Besitzer. Zweimal wurden sie bis dahin vom Zuchtwart des Doggen Clubs und vom Tierarzt begutachtet. Dann wiegen sie schon etwa zehn Kilogramm. Bei der Geburt waren es gerade mal 500 Gramm. In einem Jahr werden sie rund einen Zentner auf die Waage bringen. Am liebsten würden die Schoofs ja alle behalten, aber das geht nicht, denn wenn sie größer werden, fängt die Erziehung an und mit sieben Welpen ab in die Hundeschule, das ist doch ein bisschen viel. Bahia ist jetzt fünf Jahre alt und zum letzten Mal Mama geworden. „Mehr als zwei Würfe muten wir unseren Hündinnen nicht zu. Doggen werden ja nur etwa sieben Jahre alt“, erklärt Andreas Schoofs. Wer weiß, vielleicht ist ja Agata die nächste Doggenmamma. Im Netz www.arga-palatina-doggen.de

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