Ludwigshafen Nachtschwarzer Bass

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Arienensemble Tosca nennt sich ein Gesangsquintett aus Bulgarien, das mit Klavierbegleitung durch die Lande tourt und mit beliebten Opernarien erfreut. Auch in der Protestantischen Kirche in Mutterstadt machte das Ensemble Station.

Bulgarische Stimmen sind weltberühmt und gern gehörte Gäste auf den großen Bühnen der Welt. Hochkarätige Sänger waren auch hier mit dabei: der Bassist Emil Dimitrov ebenso wie die Mezzosopranistin Stanislava Marceva,. Auch der Tenor Yuriy Nikolov hinterließ beste Eindrücke. An verschiedenen Opernhäusern haben die drei schon gastiert, darunter auch deutsche Bühnen. Gutes Stimmmaterial hat der Tenor Yuriy Nikolov zweifellos, wenngleich sein Organ an diesem Abend leicht belegt war. Mit „Signore Pietà“ des Barockkomponisten Alfredo Stradella begann er: hymnisch expressiv gestaltete er die Arie, inbrünstig flehend. Die sonore Heldentenor-Stimme machte auch aus Puccinis „Nessun dorma“ große Kunst auf. Weniger schön klang die Stimme der Sopranistin Evelina Elizarova, die zunächst Puccinis „O mio babbino caro“ sang und dann die Walzer-Arie der Musetta „Quando m’en vo“. Das Kokette und Leichtlebige dieser Figur lag ihr gut in der etwas dünnen und spröden Stimme. Im Trinklied „Brindisi“ harmonierte ihre Stimme nicht perfekt mit dem schön klingenden Tenor, wogegen der Bariton als Partner besser zu ihr passte im Duett „La ci darem la mano“ aus „Don Giovanni“. Etwas unausgeglichen sang Dilian Kushev die Bariton-Partien. Der Sänger ist zugleich Leiter des Ensembles und moderierte den Abend. Auch Kushev hat im Grunde eine gute Stimme, wollte aber meist zu viel und lieferte eher forcierte Töne. Großen Eindruck hinterließ die Mezzosopranistin Stanislava Marceva, die zunächst die Arie der Dalilah aus „Samson und Dalilah“ sang. Die Sängerin hat eine reif und warm tönende Stimme, klangstark bis in die Höhenlagen und mit perfektem Registerausgleich. Beste Voraussetzungen waren dies für eine fesselnd stilvolle Darstellung der Carmen, deren Habanera sie ganz als Femme fatale gestaltete mit glutvollen Tönen und viel Leidenschaft. Emil Dimitrov verfügt über einen jener nachtschwarz getönten bulgarischen Bässe, deren Klang weltberühmt ist. Warme, sonore, Töne, die den Kirchenraum füllten, ließ er in der Arie des Philipp (aus Verdis „Don Carlos“) strömen: „Ella giammai m’amo“. In sonorer Expressivität beklagte der spanische König sein Leid, von seiner Frau nie geliebt worden zu sein. Auch der Arie des Fiesco aus „Simone Boccanegra“ gab Dimitrovs Prachtbass sonore Würze und finsteres Timbre. Ein Hochgenuss jederzeit, ebenso wie die Mezzosopranistin, die zusammen mit der Sopranistin die Stimmung an der nächtlichen Lagune von Venedig schimmern ließ im „Barcarolle“-Duett aus „Hoffmans Erzählungen“ von Offenbach.

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