Ludwigshafen
Nachfrage nach PCR-Tests in Arztpraxen steigt
Bislang sind die Gelegenheiten, einen Corona-Test für bestimmte Anlässe zu erhalten, vergleichsweise komfortabel. In einigen Stadtteilen und in der Stadtmitte gibt es Testzentren, in denen kostenlos und oftmals ohne nennenswerte Wartezeit Schnelltests angeboten werden. Dazu bieten einige Apotheken und Drogeriemärkte ihre Dienste an. Deutlich geringer war schon bisher das Angebot für einen PCR-Test, der bei einem begründeten Verdacht auf eine Covid-Infektion oder einem positiven Schnelltest-Ergebnis erforderlich ist.
Eine Internetseite des Landes listet unter dem Suchwort „Ludwigshafen“ Adressen für Schnell- und PCR-Tests auf. Ein Überblick über niedergelassene Ärzte in Ludwigshafen, die einen PCR-Test durchführen, ist auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz zu finden. Eine Liste mit Landkarte zeigt auch den Standort der aktuell 14 Arztpraxen in der Stadt an, die einen PCR-Test anbieten. Darunter befindet sich die internistische Praxis von Andreas Werling im Stadtteil Süd.
Belastung für Arztpraxen
Wie der Mediziner auf Nachfrage berichtet, steigt die Nachfrage nach PCR-Tests derzeit wieder. „Wenn bald die Testzentren schließen, heißt das, dass die teilnehmenden Ärzte hier noch stärker in Anspruch genommen werden“, sagt Werling voraus. Er fügt jedoch hinzu, dass vor einigen Monaten zu Zeiten hoher Corona-Zahlen schon einmal wesentlich mehr PCR-Tests von den Ärzten gemacht worden seien. Dass nur eine überschaubare Zahl der Allgemeinärzte in der Stadt überhaupt PCR-Tests anbietet, erklärt der Mediziner mit der hohen Arbeitsbelastung insbesondere für das Praxispersonal und die Arzthelferinnen. Diese seien bereits stark mit der Abwicklung der Impfungen beschäftigt. „Für viele Kollegen mit einer kleinen Praxis ist das zuviel Aufwand, die haben dafür keine Kapazität“, verdeutlicht er, dass sich die Frage nach der Machbarkeit auch für ihn stellt.
Das Honorar für einen PCR-Test liege ähnlich wie bei einer Impfung bei 20 Euro brutto. Dafür müsse das Praxispersonal einen großen Aufwand leisten: Termine vereinbaren, für die Tests Schutzkleidung anlegen, außerhalb der Praxis den Abstrich nehmen, Proben verpacken und ans Labor schicken. Hinzu komme noch die bürokratische Verarbeitung. Die Anzahl der PCR-Tests werde aber wieder zunehmen, sagt Werling voraus. Eventuell müssten dann auch Testcenter wieder öffnen. Denn für die Arztpraxen alleine sei das eine große Herausforderung.
20 PCR-Tests pro Tag
Eine spürbare Zunahme der PCR-Tests stellt auch der Allgemeinmediziner Herbert Lutz aus Mundenheim fest. „Im Frühsommer hatten wir noch drei, vier PCR-Tests pro Tag, inzwischen sind wir wieder bei 15 bis 20“, sagt Lutz. Für die Herbst- und Wintermonate rechnet auch er mit einem weiteren Infektionsschub. „Lasst euch impfen“, appelliert er an die jüngeren Menschen. Sorgen bereitet ihm vor allem, dass die Infektionswelle mit dem aktuellen Delta-Virus die unter Zwölfjährigen erreicht. „Wir wissen noch nicht, wie sich Lungeninfekte auf Kinder auswirken“, fürchtet der Arzt mögliche schwere Krankheitsverläufe.
Im Netz
Infos zu Teststellen im Netz unter der Adresse www.corona.rlp.de, Stichwort: Testen. Unter dem Suchwort „Ludwigshafen“ werden Adressen für Schnelltests und PCR-Tests genannt. Niedergelassene Ärzte, die einen PCR-Test anbieten, sind bei der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz gelistet unter www.kv-rlp.de/patienten/wegweiser-coronavirus/corona-anlaufstellen/.