Ludwigshafen
Nach tödlichem Unfall: Radweg an Speyerer Straße kurzfristig nicht umsetzbar
Am 11. Oktober hatten VCD-Mitglieder das weiß lackierte Rad – wie in der Rubrik „Ein Bild und seine Geschichte“ berichtet – vor Ort als weithin sichtbares Mahnmal an einen Telefonmast gekettet. Verbunden mit der Forderung, die Radwegesituation an dieser Stelle wie generell im gesamten Stadtgebiet zu verbessern.
Hintergrund: Am 4. September war eine 73-jährige Radfahrerin im entsprechenden Bereich Speyerer-/Wollstraße nach einem missglückten Überholmanöver eines Traktorfahrers tödlich verunglückt. Dieser Unfall wäre vermeidbar gewesen, wenn die Bedingungen vor Ort für Radfahrer andere gewesen wären, kritisierte der VCD.
Wie die Ludwigshafener Polizei, nach deren Darstellung die Stelle nachweislich kein Unfallschwerpunkt ist, begrüßt auch die Stadtverwaltung grundsätzlich Aktionen, die das Bewusstsein von Verkehrsteilnehmern für Gefahrenstellen schärfen, solange dadurch der Verkehr insgesamt nicht beeinträchtigt und niemand dadurch abgelenkt werde.
Stadt: Großes Potenzial für Radweg
Zur Kritik des VCD und der Grünen im Ortsbeirat Oggersheim erklärt die Verwaltung, dass auch sie sich eine Ergänzung der Radinfrastruktur entlang der Speyerer Straße wünsche und weiterverfolge. Es handele sich hier um eine Verbindung zwischen den Stadtteilen Oggersheim und Maudach und darüber hinaus um die Anbindung in Richtung Mutterstadt und in die südwestliche Region. Eine alternative Route dazu werde parallel zur Speyerer Straße im Maudacher Bruch angeboten, die gut zu befahren sei und auch die Stadtteilverbindung und die Anbindung in die Region abdecke. Diese Route werde viel häufiger genutzt als jene über die Speyerer Straße. „Somit sehen wir die angeführte starke Nutzung der Speyerer Straße im Außerortsbereich durch den Radverkehr derzeit nicht. Jedoch ist in dieser Verbindung ein großes Potenzial für den Radverkehr vorhanden, das durch den Bau einer leistungsfähigen Radverkehrsanlage abgedeckt werden soll“, heißt es dazu seitens der Verwaltung.
Objektplanung der Tiefbausparte
Da es sich beim Thema Radweg Speyerer Straße um ein neues Verkehrsangebot handele, sei zunächst eine Machbarkeitsstudie der Stadtplanung erforderlich gewesen. Diese sei nach der Vorstellung im Ortsbeirat an den Bereich Tiefbau übergeben worden. Auf dieser Grundlage bereite die Tiefbausparte nun eine konkrete Objektplanung vor. Wegen der Lage auf freier Strecke zwischen zwei Stadtteilen müsse neben den technischen Voraussetzungen auch Baurecht geschaffen und Grunderwerb getätigt werden. Das Projekt solle zudem zur Förderung angemeldet werden, heißt es aus dem Bau- und Umweltdezernat. Diese Rahmenbedingungen ließen allerdings keine kurzfristige Realisierung zu.