Ludwigshafen
„Muralu“-Festival: Drei neue Standorte
In diesem Sommer kommen gleich drei neue Kunstwerke dazu, was deren Zahl im Stadtbild auf 17 erhöht. Das wurde nun mit dem ersten „Muralu“-Wochenende gefeiert. Ein Street-Art-Festival mit Workshops, geführten Touren und guter Musik.
Ludwigshafen und seine Murals sind eine Erfolgsgeschichte. In diesem Zusammenhang werden jeden Sommer nationale und internationale Graffiti-Künstler vom Wilhelm-Hack-Museum dazu eingeladen, ausgesuchte Fassaden in der Industriestadt zu gestalten. Am Wochenende wurde das Gastspiel der Künstler DalEast aus China und Cinta Vidal aus Spanien darüber hinaus mit dem ersten offiziellen Street-Art-Festival unter dem Motto „Muralu“ gefeiert.
Mit dem Cabriobus auf Tour
Das Areal vor dem Hochbunker in der Brunckstraße, dessen Fassade DalEast als Leinwand für sein neues Wandgemälde auserkoren hat, war darüber hinaus der Ausgangspunkt für geführte Cabriobus-Touren, die alle bisher vorhandenen Wände ansteuerten. 14 gibt es davon, die über die ganze Stadt verteilt sind. Wer die jederzeit zugänglichen Standorte auf eigene Faust erkunden möchte, kann das mit Hilfe einer Karte tun, die im Wilhelm-Hack-Museum ausliegt und auf der Webseite kostenlos zum Download bereitsteht.
Für ein begleitendes Unterhaltungsprogramm wurde von Seiten der Veranstalter vom Wilhelm-Hack-Museum und der BASF gesorgt, die auch die aktuellen Wände zur Verfügung gestellt hat. Wer selbst einmal auf kreative Weise in die Welt der urbanen Poesie eintauchen wollte, bekam im Rahmen von diversen Workshops die Gelegenheit dazu. Beim „Urban Sketching“, benannt nach einer weltweiten Bewegung von Künstlern, die Städte, Dörfer und Orte, in denen sie leben oder zu denen sie zu reisen pflegen, zeichnend dokumentieren, konnten die Teilnehmer mit dem Stift Maß nehmen.
Workshops mit den Künstlern
Ein passionierter Graffiti-Künstler führt übrigens immer und überall sein persönliches „Sketchbook“ in der Hosentasche mit, um die aus seiner Umgebung abgeleiteten Inspirationen für das nächste „Piece“, wie man im Szene-Jargon ein Graffito nennt, zu Papier zu bringen. „Stencil“-Kunst ist wiederum die Bezeichnung für ein Graffito, das unter Verwendung von Schablonen auf Wände und andere Oberflächen gesprüht wird. Auch dafür gab es am Wochenende einen Workshop in Ludwigshafen. Berühmte Street-Art-Künstler, die sich mit diesem Kunststil einen Namen gemacht haben, sind der Franzose Blek le Rat und der Brite Banksy, dessen Identität zu den ungelösten Rätseln unserer Tage zählt.
Am Sonntag wurde den Besuchern die bunte Welt der Graffiti sogar von einem professionellen Mannheimer Sprayer näher gebracht. Svlech zeigte seinen Workshop-Besuchern wie man mit der Sprühdose hantiert, um damit in „Style“ zu malen. Und für all jene, die in dem urbanen Flair eine Party feiern wollten, sorgten die DJs von „Waldrauschen“ bis in die laue Sommernacht hinein für den elektronischen Soundtrack zum Festival. Mit Einbruch der Dunkelheit noch dazu begleitet von Visualisierungen, die der Künstler Jo Jakobs, der auch zum Kollektiv gehört, an die imposante Bunkerfassade projizierte. Weniger „fresh’n’cool“ hätte man die beiden neuen Murals von „Muralu“ wohl kaum feiern können.
Neue Ausstellung im Hack-Museum
Damit ist der Street-Art-Sommer in Ludwigshafen allerdings noch nicht vorbei, denn aller guten Dinge sind ja bekanntermaßen drei. Also werden die Verantwortlichen von „Muralu“ schon bald einen weiteren Graffiti-Artist in der Industriestadt am Rhein begrüßen. Das Wilhelm-Hack-Museum wird das Thema Graffiti übrigens auch noch einmal im Herbst im Rahmen der Ausstellung „Street Life – Die Straße in der Kunst von Kirchner bis Streuli“ aufgreifen. Bis dahin kann man sich die Wartezeit unter anderem mit einer Tour zu den coolen Standorten von „Muralu“ verkürzen.