Ludwigshafen
Mundenheim: Ruhe an den Brennpunkten
Neben dem Zedwitzpark sei auch am Kirchplatz der Christuskirche und am Kirchvorplatz St. Sebastian, die als „bekannte Brennpunkte“ gelten, wenig los. Das geht aus einer Stellungnahme des Bereichs Jugendförderung und Erziehungsberatung hervor, die Ortsvorsteherin Anke Simon (SPD) auf der Sitzung des Ortsbeirats am Donnerstag im Stadtratssaal verlas. Voraus ging eine Anfrage der CDU-Fraktion nach der aktuellen Lage aus Sicht der Straßensozialarbeit. Welche Maßnahmen mit welcher Zielsetzung derzeit durchgeführt werden, wollte die Union außerdem wissen.
Einige „Rädelsführer“ in Haft
Die Ruhe an den Brennpunkten hängt für die Straßensozialarbeiter mit der Haft einiger „Rädelsführer“ der „Zedwitzpark-Gruppe“ wie auch mit „den durch coronabedingt veränderten Rahmenbedingungen für die Jugendlichen“ zusammen. Vor zwei bis drei Jahren kam es zuletzt zu Ruhestörungen, Pöbeleien und „Handgreiflichkeiten“ zwischen Bürgern, Ordnungskräften und innerhalb der „Zedwitzpark-Gruppe“, relativierte Simon im RHEINPFALZ-Gespräch die Aktualität dieser Information und bilanzierte: „Die ergriffenen Maßnahmen haben Wirkung gezeigt.“ Darüber hinaus ist laut der Jugendförderung eine „etwas größere Gruppe 14- bis 16-Jähriger zu beobachten, die sich wieder vermehrt im Zedwitzpark trifft“. Doch derzeit sei laut Jugendförderung „kein problematisches Verhalten aufgefallen“.
Neue Sozialarbeiterin startet zum 1. Oktober
Gut angenommen wird den Angaben zufolge die Jugendfreizeitanlage Giuliniplatz. „Sie ist ein wichtiges Sport- und Freizeitgelände, das auch in Corona-Zeiten von vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt wird“, heißt es in dem Bericht. So sei die Jugendfreizeitanlage für die Straßensozialarbeiter „ein wichtiger Ort, um sich bekannt zu machen und Kontakte zu knüpfen“.
Seit 1. November 2020 ist die Stelle der Straßensozialarbeit Mundenheim/Rheingönheim unbesetzt, informierte der Bereich Jugendförderung und Erziehungsberatung. Deshalb werde die Betreuung des Stadtteils Mundenheim „abwechselnd“ von Mitarbeitern des Teams Straßensozialarbeit „mindestens zweimal wöchentlich“ übernommen.
Zum 1. Oktober soll die neue Sozialarbeiterin Marie Fischer als Nachfolgerin von Felix Neckerauer ihre Arbeit antreten. Fischer sei derzeit noch duale Studentin im Team Jugendsozialarbeit. Für die letzten Praxiseinheiten sei sie bei der Straßensozialarbeit eingebunden gewesen „und kann insofern schon auf erste Erfahrungen und Kontakte auch in Mundenheim zurückgreifen“. Für die Einweisungsgebiete sei Robert Azari als Straßensozialarbeiter der Ökumenischen Fördergemeinschaft (ÖFG) zuständig.
In die digitale Welt und ins Private verlagert
Das Projekt „Streetwork 2.0“ werde von den Teams der Straßensozialarbeit umgesetzt, um auf pandemiebedingte Entwicklungen einzugehen: Durch die Auflagen der Corona-Verordnungen habe sich „ein großer Teil der jungen Menschen aus dem öffentlichen Raum zurückgezogen“, so der Bereich Jugendförderung und Erziehungsberatung. Stattdessen habe sich die Lebenswelt „mehr ins Private und in die digitale Welt verlagert“.
Durch „Streetwork 2.0“ könne bereits seit 2020 „trotz der coronabedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens weiterhin gut Kontakt mit der Klientel gehalten werden“, so die Stellungnahme. „Bevorzugt auf Youtube und Instagram“ würden von der Straßensozialarbeit produzierte, kurze Tutorials und Videoclips gezeigt, die sich mit Fragen der Klienten befassen sowie diese „kurz und komprimiert“ beantworten. An der Produktion der Videoclips werde auch die Klientel von „Streetwork 2.0“ beteiligt. „Über diese digitalen Kanäle kommen immer wieder Anfragen um Unterstützung in unterschiedlichsten Problemfeldern an das Team Straßensozialarbeit“.
Doch auch analog sei die Straßensozialarbeit noch greifbar: Durch regelmäßiges Aufsuchen der informellen Treffpunkte und kurze Ansprache der Jugendlichen zeige die Straßensozialarbeit „auch im Stadtteil Mundenheim Präsenz“ – soweit das geltende „Hygienekonzept für Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit“ es zulasse.
Straßenfußball-Turniere in Vorbereitung
„Wichtige Informations- und Stimmungsbildquellen“ seien für die Straßensozialarbeit „Hausmeister des Schulzentrums, Kiosk am St. Anna-Stift“ sowie die Polizei im Haus des Jugendrechts. Regelmäßig würden sie in ihrer Funktion als „Frühwarnsystem“ kontaktiert.
„Neue stadtweite Streetfootball Turniere“ seien laut Jugendförderung in Vorbereitung, da die Inzidenzwerte sinken. Regelmäßig würden Jugendliche auf den Bolzplätzen für das Straßenfußballprojekt „bunt kickt gut“ angesprochen. Seit Kurzem sei der Bolzplatz Hoheneckenstraße ein „bunt kickt gut“-Standort . Das bedeutet: „Mindestens einmal wöchentlich“ findet hier ein Training statt, „das von einem Streetfootballworker geleitet wird“.
Im Netz
Der „Streetwork 2.0“-Kanal lässt sich auf Youtube über den Suchbegriff „Straßensozialarbeit Ludwigshafen“ finden. Infos zum Straßenfußball-Projekt „bunt kickt gut“ gibt es unter www.lu4u.de.