Ludwigshafen Mucksmäuschenstill auf dem Fußboden
„Geschichten suchen ein Zuhause“ lautet das Motto des Internationalen Erzählfests, das am Sonntagabend im Heinrich-Pesch-Haus (Frankenthaler Straße 229) beginnt. Eine Woche lang bieten acht Erzähler aus sechs Kulturkreisen Kindern und Erwachsenen in der Region lustige und ernste Geschichten.
Mit dem „Erzählzelt“ und dem „Trommler“ wollen die Künstler dorthin gehen, wo die Menschen sind. Menschen, die hier Zuflucht gesucht haben oder hier zu Gast sind, sind der Schwerpunkt des Festivals, das unter anderem in Flüchtlingscafés, Kitas und Bibliotheken, aber auch auf dem BASF-Werksgelände stattfindet. „Sei still, hör zu, das braucht man den Kindern im Erzählzelt nicht zu sagen“, erinnert Ulrike Gentner, stellvertretende Direktorin des Pesch-Hauses, an das Erzählfest 2016. 300 Kinder saßen mucksmäuschenstill auf dem Boden und hörten konzentriert zu. Dies faszinierte Erzieher und Lehrer. „Wo kann man das lernen?“, fragten die Pädagogen oft, schildert Thomas Hoffmeister-Höfener, künstlerischer Leiter der Erzählwerkstatt im Pesch-Haus. Fachtagungen für Lehrer, Erzieher und andere Interessierte umrahmen das Fest. Die Erzähler und Musiker, die viele Künstler begleiten, kommen aus Deutschland, den Niederlanden, Italien, Frankreich, der Türkei, Syrien und Gambia. „39.000 Menschen aus 80 Nationen arbeiten in der BASF. Diese Vielfalt begreifen wir als Chance. Wir wollen Teilhabe und Integration erreichen“, begründet Kristin Januschke von der BASF die Mitwirkung des Unternehmens. Als Sprachförderung im Rahmen der „Offensive Bildung“ betrachtet der Konzern das Erzählfest. Doch nicht nur lernen kann man bei dem Fest. „Man taucht in eine andere Welt, man tut etwas gemeinsam“, berichtet Hoffmeister-Höfener über die Trommelgeschichten. „Menschen haben schon immer erzählt, in allen Sprachen der Welt, und benutzen dabei auch Mimik, Gestik, Musik und Tanz oder Gegenstände“, weiß Gentner. Beim Internationalen Erzählfest soll sich Altbewährtes mit Neuem vermischen, so Hoffmeister-Höfener. Auf Deutsch und Französisch erzählt beispielsweise Odile Néri-Kaiser aus Frankreich und mischt dabei auch beide Sprachen. Bilder in die Köpfe ihrer Zuhörer zaubert Julia Klein aus Deutschland mit ihren Geschichten. Am Sonntag, 19.30 Uhr, geht es los. „Wegsucher und Stubenhocker, Geschichten vom Weggehen und Dableiben“ ist dann das Thema der offiziellen Eröffnung, ein Erzählabend für Erwachsene. Noch Fragen? Infos im Netz unter www.die-welt-erzaehlt.de oder unter Telefon 0621/5999152.