Ludwigshafen
Mosaikschule: Raumnot und steigende Kosten
„Wir sind immer noch in der Pandemie. Und das hat nach wie vor Auswirkungen“, machte die Zweckverbandsvorsitzende und Sozialdezernentin Beate Steeg (SPD) bei der jüngsten Versammlung deutlich. Eine Besonderheit im Betrieb der beiden Einrichtungen Kinderzentrum und Mosaikschule ist der Umstand, dass hier in puncto Corona aus rechtlichen Gründen unterschiedliche Vorschriften gelten. Wie in Kliniken gelten im „Sozialpädiatrischen Zentrum mit Frühförderung“ (SPZ), dem Förderkindergarten und der Tagesförderstätte strengere Regeln und eine einrichtungsbezogene Impfpflicht, dazu eine regelmäßige Testpflicht für Mitarbeiter sowie eine Masken- und Testpflicht für Besucher.
13 Mitarbeiter ohne vollständige Impfung
In der Mosaikschule gibt es dagegen wie allgemein an Schulen keine Testpflicht mehr. „Von 400 Mitarbeitern des Kinderzentrums haben wir nach den neuen Regelungen mit 3G seit Oktober 13 Mitarbeiter ohne vollständige Impfung gemeldet. Fünf haben inzwischen den Nachweis erbracht, eine Person ist ausgeschieden und für sieben Personen „schwebt“ das Verfahren noch beim Gesundheitsamt Rhein-Pfalz-Kreis“, berichtet Brigitte Edwards, Geschäftsführerin der beiden Zweckverbände Kinderzentrum und Schule.
Für das kürzlich eröffnete Autismus-Zentrum am nahen Hedwig-Laudien-Ring könne nun Fachpersonal eingestellt und das Angebot ausgebaut werden. „Der Bedarf ist groß, wir haben Wartelisten. Für die Betroffenen ist das Angebot sehr wichtig“, weiß Edwards.
Ein drängendes Thema in der Mosaikschule ist die Raumnot durch stark gestiegene Schülerzahlen. Alle Raumreserven sind erschöpft, auch Ausweichräume wie Konferenzzimmer werden inzwischen als Klassenzimmer genutzt. Zur Lösung hat der Zweckverband einen Neubau auf dem vorhandenen Gelände in Massiv-Fertigteilbauweise beschlossen, der als Option auch eine spätere Aufstockung erlaubt.
Finanzetats beschlossen
„Nachdem von der Stadt ein positiver Bauvorbescheid erteilt wurde, können die genauen Planungen mit Kostenermittlungen durchgeführt werden“, informiert Edwards. Die Aufsichtsbehörde ADD habe der Planung zugestimmt. Ziel sei eine 60-prozentige Landesförderung. Eine erste Schätzung vor anderthalb Jahren, die von drei Millionen Euro Kosten ausging, müsse angesichts der aktuellen Baupreisentwicklung um zehn Prozent nach oben korrigiert werden, heißt es. Erst nach der Ermittlung der Baukosten werde man wissen, ob eine europaweite Ausschreibung für die Architektenleistung notwendig sei, erläuterte die Geschäftsführerin.
In dieser letzten Sitzung des Jahres haben die beiden Zweckverbände auch die Finanzetats beschlossen. Für 2022 sind zusätzlich für das Kinderzentrum rund 450.000 Euro, für die Mosaikschule 315.000 Euro fällig. Grund sind vor allem gestiegene Personalkosten durch entsprechende Tarifabschlüsse sowie stark gestiegene Sach- und Energiekosten. „Wir sparen, wo es geht, etwa beim Warmwasser. Aber Kinder mit Beeinträchtigungen haben ein großes Wärmebedürfnis“, sieht Edwards hier Grenzen.
Ebenfalls beschlossen wurden die Etats für 2023 der Mosaikschule (2,3 Millionen Euro) und des Kinderzentrums (1,17 Millionen Euro). Aufgabe des Kinderzentrums und der Schule mit Förderschwerpunkt motorische Entwicklung in Oggersheim ist die therapeutische und soziale Betreuung entwicklungsgestörter, körper- und sinnesbehinderter Kinder. Hierher kommen rund 1800 Kinder aus Ludwigshafen und der Vorderpfalz.
Den Zweckverband Kinderzentrum tragen die Städte Ludwigshafen, Frankenthal und Speyer sowie der Rhein-Pfalz-Kreis. Im Zweckverband Schule beteiligen sich auch die Stadt Worms und der Kreis Bad Dürkheim.