Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Monika und Walter Weiß feiern diamantene Hochzeit

Monika und Walter Weiß.
Monika und Walter Weiß.

Gefunkt hat es in der Straßenbahn. Seither sind mehr als 60 Jahre vergangen. Jetzt feiern die Eheleute Monika und Walter Weiß in Friesenheim ihre diamantene Hochzeit.

An einem Tag im Jahr 1958 fuhr Walter Weiß mit seinem Freund vom Fußballspiel nach Hause. Da traf er in der Straßenbahn auf Monika Nitschke. „Sie fiel mir gleich auf, und ich sagte zu meinem Freund: ,Die arbeitet beim Schreiber.’ Das war ein Lebensmittelgeschäft in der Nähe meiner elterlichen Wohnung.“ Das junge Fräulein war ihm also schon länger ins Auge gefallen. „Wir haben ein wenig miteinander geflachst, und jeder ging seiner Wege“, erinnert sich auch seine Frau an die ersten Begegnungen.

Einige Tage danach half die Mutter von Walter Weiß, der 1939 im Hemshof zur Welt gekommen war, dem Schicksal etwas auf die Sprünge. Ihr Sohn war krank zu Hause, und sie hatte wohl etwas von seiner Schwärmerei mitbekommen. Also ging sie zum Einkaufen und sprach die Angebetete an: „Guten Tag, Fräulein Monika. Mein Walter ist krank zu Hause, vielleicht möchten Sie ihn ja mal besuchen?“ Und ob das Fräulein Monika wollte!

Die junge Braut brauchte noch den Segen der Eltern

Das Schicksal hatte seinen Anstoß erhalten und nahm seinen Lauf. Ein Jahr später verlobte sich das junge Paar und feiert nun am Mittwoch diamantene Hochzeit. „Wir heirateten, bevor ich zur Bundeswehr ging. Dort war ich der Einzige von 88, der verheiratet war. Ich war gerade 21 Jahre alt geworden, meine Frau brauchte noch das Einverständnis ihrer Eltern.“ Monika Weiß erzählt: „Wir gingen acht Tage in den Hochzeitsurlaub in den Odenwald, dann musste mein Mann auch schon weg.“

Nach der Bundeswehr zog das junge Paar nach Mundenheim, Walter Weiß ging wieder zur BASF, wo er 1953 gelernt hatte und 42 Jahre lang als technischer Angestellter arbeitete. 1962 kam Sohn Ralf zur Welt. „Ich war noch bis 1966, als unser Thomas zur Welt kam, berufstätig. Ich war inzwischen bei BASF Magnetofon, dann blieb ich zu Hause“, berichtet Monika Weiß, die 1942 in Oppau geboren wurde.

In Japan und Indonesien

Ihr Mann war viel im Ausland unterwegs, wo sie ihn oft und lange besuchte. „In Japan blieb ich ein Jahr lang dabei. Wir haben viel gesehen, waren durch die BASF auch in Indonesien und Antwerpen.“ Ihr Heimathafen war da schon lange Friesenheim, wo das Jubelpaar noch heute wohnt und viel mit seinem großen Bekanntenkreis unterwegs ist. „Wir gehen zusammen in die Gymnastik, fahren zusammen Fahrrad“, schildert Monika Weiß und meint: „Wir ergänzen uns immer noch. Selbstverständlich muss man in einer Ehe auch Kompromisse eingehen, dazu sind die jungen Leute heute nicht mehr bereit.“

Auf ihre vier Enkelkinder sind Monika und Walter Weiß besonders stolz.

Das Paar bei der Hochzeit.
Das Paar bei der Hochzeit.
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