Ludwigshafen
Mobile Beratung für Bedürftige: Modellprojekt abgeschlossen
Das auf zwölf Monate befristete Projekt war vom Familienministerium in Mainz und dem Chemiekonzern BASF finanziell unterstützt worden. Am Anfang stand eine Analyse, um festzustellen, welche Beratungsangebote in der Stadt bereits vorhanden sind wie diese Hilfen effektiver gestaltet werden können. Eine Idee von „Mobelu“ war, dass die Beratung – anders als sonst üblich – zu den Bedürftigen kommt. „Alle Menschen sollten dadurch Zugang zu einem Hilfsangebot erhalten“, sagt ÖFG-Geschäftsführerin Petra Kindsvater.
Die Zielgruppe waren vor allem jene Nutzer von Beratungen, die sich im Umgang mit Ämtern und Behörden schwertun, wie etwa sozial Bedürftige oder Geflüchtete. Die Mitarbeiter des Projekts sollten in die einzelnen Stadtteile gehen, um vor Ort ihre Hilfe anzubieten. Die Idee, spontan an belebten Plätzen Beratungstheken aufzustellen, ließ sich jedoch nicht umsetzen, wie es im jetzt veröffentlichten Abschlussbericht heißt. Der Grund: Die Genehmigungen für einen solchen Stand hätten einen zu großen zeitlichen Vorlauf benötigt.
Kontakte geknüpft
Immerhin konnten zu einer Reihe von Einrichtungen Kontakte geknüpft werden, die ab März von Sozialarbeiter Moritz Ebisch regelmäßig für die mobile Beratung aufgesucht wurden. So gab es in den Räumen der Tafel im Stadtteil West 40 und bei der Rechtsberatung Mundenheim 30 Beratungen. Am Jugendclub Bliesstraße, in der Essensausgabe des Heinrich-Pesch-Hauses, in der Matthäus- und Melanchthonkirche und an weiteren Orten kam die Initiative auf 140 mobile Beratungen. „Es hat sich gezeigt, dass der Bedarf an Sozialberatung an diesen Orten hoch ist“, heißt es im Abschlussbericht.
In vielen Fällen habe er nur eine „Verweis-Beratung“ leisten können, sagt Ebisch. Dann habe er Betroffene an die zuständigen Stellen weiterverwiesen. „Das war oft bei neu angekommenen Flüchtlingen so“, berichtet Ebisch. Bei Personen, die sich schon länger in Deutschland aufhielten und die zuständigen Stellen bereits kannten, sei es dann um das Verständnis für bürokratische Abläufe und Entscheidungen gegangen sowie um konkrete Hilfe beim Ausfüllen von Dokumenten und Formularen. Viele Fragen der Betroffenen hätten sich um die Erreichbarkeit und Terminfindung bei Behörden gedreht.
Hilfe beim Ausfüllen
Das Fazit laut Bericht: Mobile Beratung ist dann am sinnvollsten, wenn sie auch Hilfe beim Ausfüllen von Dokumenten leistet und einen kurzen Draht zu Ämtern und Behörden hat. „Das nun zu Ende gegangene Projekt kann als Ideenpool dienen, um die eigene Arbeit in der Behörde zu überprüfen und zu verbessern“, sagt Jörn Rebholz, städtischer Bereichsleiter für Integration und Weiterbildung. So gebe es etwa in Landau einen Ort, an dem alle für Migration zuständigen Stellen der Stadtverwaltung gebündelt seien, sodass alle Anliegen in kurzer Zeit erledigt werden könnten. „So etwas sollte auch in Ludwigshafen umgesetzt werden“, findet ÖFG-Projektleiter Stefan Gabriel.