Mannheim Mit welchen kreativen Ideen der SV Waldhof Mannheim die Corona-Krise meistern will
Fans können sich eine digitale E-Sport-Karte sichern, die man ab einem Euro erwerben kann. Mit dem Ticket kann man die Partien zu Hause von dem Sofa aus verfolgen. Ein VIP-Solidaritätsticket kostet 100 Euro. „Alle Drittligisten sind gleichermaßen betroffen. Daher wollen wir ein Drittel der Einnahmen aus diesem Livestream und dem virtuellen Ticketverkauf unter allen Drittligisten verteilen. Ein weiteres Drittel werden wir an die Weltgesundheitsorganisation WHO spenden“, sagt SVW-Geschäftsführer Kompp.
Die Waldhöfer zeigen einen kreativen Ansatz, um auf die Besonderheiten zu reagieren, die die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus mit sich bringen. Doch es muss darüber hinausgehen, um weitreichende Folgen für den Klub zu verhindern. „Unsere Liquidität ist gesichert, wir sind gut aufgestellt“, erklärt Kompp. Trotz der wegbrechenden Einnahmen in den kommenden Wochen ist die Spielbetriebs-GmbH der Blau-Schwarzen nicht in seiner Existenz gefährdet.
Kurzarbeitergeld und geschlossener Fanshop
Helfen soll dabei unter Umständen die Beantragung von Kurzarbeiter-Geld, die gerade geprüft wird. Dabei geht es nicht nur um die Drittliga-Profis sowie den Trainerstab, sondern auch um die Mitarbeiter der Geschäftsstelle sowie der Fanshops. Mittlerweile sind die Fanshops am Alsenweg und in der Innenstadt (Q6/Q7) geschlossen, die Geschäftsstelle ist für den Publikumsverkehr ebenfalls geschlossen. „Etwa 50 Prozent der Mitarbeiter arbeiten aus dem Homeoffice, wir haben es allen freigestellt, wie sie arbeiten möchten“, sagt Kompp.
Spielt der SVW nächste Saison in der Zweiten Liga?
Nach der Maßnahme, den Spielbetrieb in der Dritten Liga bis zum 30. April auszusetzen und die Entscheidung des europäischen Fußball-Verbandes (Uefa), die Europameisterschaft ins Jahr 2021 zu verschieben, gibt es noch eine theoretische Chance, die Saison nicht nur virtuell durch die E-Sportler, sondern auch auf dem Rasen in der Realität fortzusetzen. Erfüllt sich diese Hoffnung nicht und müsste die Saison komplett abgebrochen werden, würden die Waldhöfer als aktueller Tabellenzweiter möglicherweise ohne weiteres Zutun Zweitligist.
Durch die Unsicherheit wegen der Corona-Krise gibt es keinen Planungsstopp bei den Mannheimern. Auch wenn es im Moment paradox klingt, wird die kommende Saison weiterhin vorbereitet. Neue Sponsoringverträge sind augenblicklich kaum zu schließen, aber im sportlichen Bereich ist es zumindest denkbar, die Planungen voranzutreiben. „Wir haben jetzt kein Stoppschild verhängt oder Planzahlen angepasst“, sagt Kompp. Der Geschäftsführer ist überzeugt, dass die Mannheimer in der nächsten Spielzeit, ganz unabhängig von der aktuellen Ausnahmesituation, einen starken Kader beisammen haben werden: „Unser Sportlicher Leiter Jochen Kientz macht einen guten Job.“