Ludwigshafen Mit starker Stimme gegen Angreifer
West. Zweimal im Jahr bietet die Ortsgruppe Ludwigshafen des Deutschen Kinderschutzbunds Selbstbehauptungskurse an. Am 23. und 24. April können Frauen und Mädchen ab 16 Jahren lernen, wie sie sich in Notsituationen verhalten sollen. 16 Personen können am Kurs teilnehmen. Es sind noch Plätze frei.
Wie trete ich auf? Wie vermeide ich brenzlige Situationen und wie erkenne ich sie im Vorfeld? Um diese Fragen geht es Ende März im Selbstbehauptungskurs des Kinderschutzbunds. Seit rund 20 Jahren bietet der Verein die Selbstbehauptungskurse in Ludwigshafen an. „Die Tagesseminare laufen immer noch, die wöchentlichen Trainings haben wir eingestellt“, sagt Ute Beuchert vom Ortsverband Ludwigshafen des Deutschen Kinderschutzbunds. Aber jetzt, nach den Geschehnissen in der Silvesternacht in Köln, sei das Interesse an Seminaren groß. „Frauentrainings sind seitdem gefragter.“ Es sind nicht nur junge Frauen, die sich für den Kurs anmelden, auch Ältere möchten lernen, wie sie sich in Notsituationen verhalten müssen. „Es ist gut, wenn Frauen sich wehren“, sagt Ute Beuchert. „Ich nehme jedes Jahr an einem solchen Tag teil. Ich möchte keine Angst haben, mich abends draußen aufzuhalten. Da lasse ich mich nicht einschränken.“ Wer sicher unterwegs sein möchte, müsse wissen, wie er sich in brenzligen Situationen am besten verhält. Im Wochenendseminar wird deshalb auch Stimmbildung gemacht. Vom leisen Flüstern bis zum lauten Schreien lernen Frauen ihre eigene Stimme ein bisschen besser kennen. Sie sollen ein Gespür dafür bekommen, wie sie sich klar artikulieren, wie Worte wirken, wenn sie auf eine bestimmte Weise gesprochen werden, erklärt Ute Beuchert. Im Laufe der Zeit habe sich viel in den Kursen geändert, weiß Beuchert aus eigener Erfahrung. Vor allem praktische Übungen seien in den Vordergrund gerückt. „Wir machen Rollenspiele und wenn eine Teilnehmerin eine bestimmte Situationen nachspielen möchte, ist das natürlich auch möglich“, sagt die 57-Jährige und erzählt von Rollenspielen, in denen nachgestellt wird, was zu tun ist, wenn einer Frau jemand in der Straßenbahn zu nahe kommt oder auch ein Bekannter den Arm um einen legt, obwohl man das nicht möchte. Das Training, das in der Anne-Frank-Realschule stattfinden wird, leitet Heike Metzger. Sie hat nach Angaben des Kinderschutzbunds jahrelange Erfahrung im Bereich der Gewaltprävention, Selbstverteidigung und Selbstbehauptung. Gewalt zu verhindern und sich selbst vor Gewalt zu schützen, sei ein Ziel ihrer Arbeit, so auch der gewaltfreie und faire Umgang der Kinder untereinander. Seit 1986 arbeite sie daran Frauen und Mädchen stark zu machen und sich nicht alles gefallen zu lassen. Mädchen und Frauen sollen im Kurs ermutigt werden, ihre eigenen Stärken und Grenzen kennen zu lernen, um ihre Handlungsspielräume zu erweitern und sich besser behaupten zu können. Außerdem gibt es Spiele, Vorbereitungs- und Entspannungsübungen. Dabei soll laut Ute Beuchert jede Teilnehmerin die Möglichkeit bekommen, zu schauen, wie sie sich zum Beispiel auch in einer Gruppe verhält. Schützt sie nur sich oder tritt sie nur für andere ein? Bringt sie sich selbst in Gefahr oder handelt sie besonnen? Neben den Kursen für Frauen und Mädchen ab 16 Jahren bietet der Kinderschutzbund auch Trainings für Jüngere an. Im März gab es bereits eine Schulung für Sieben- bis Neunjährige, am 9. und 10. April werden Zehn- bis 13-Jährige trainiert. Dieser Kurs ist bereits ausgebucht. Weitere Kurse in allen drei Altersklassen finden im November statt. (cju) Termin Der Selbstbehauptungskurs für Frauen und Mädchen ab 16 Jahren findet am Samstag und Sonntag, 23. und 24. April, jeweils von 10 bis 15 Uhr in der Anne-Frank-Realschule, Bruchwiesenstraße 310, statt. Der Kurs kostet 70 Euro. Eine Ermäßigung der Kursgebühr ist auf Anfrage möglich. Eine Anmeldung ist bei der Ortsgruppe Ludwigshafen des Deutschen Kinderschutzbunds unter Telefon 525211 oder per E-Mail an die Adresse info@kinderschutzbund-ludwigshafen.de möglich. (cju)