Ludwigshafen Mit Sinn für die Gemeinschaft
. „Gemeinsam sind wir stark genug, um Schwache zu unterstützen“, sagt Friedrich Köhler, Vorsitzender des Krankenpflege-Vereins Neuhofen. Die gemeinsame Stärke resultiert aus dem Verbund von acht Krankenpflegevereinen des Rhein-Pfalz-Kreises – einer in Altrip, zwei in Limburgerhof, einer in Neuhofen, zwei in Mutterstadt, einer in Otterstadt und einer in Waldsee – mit der ökumenischen Sozialstation in Limburgerhof. Der Neuhofener Verein ist übrigens der mitgliederstärkste und somit eine wichtige Säule der Sozialstation. Eine weitere Besonderheit ist, dass dieser Verein der einzig ökumenische in diesem Verbund ist. Die Konfession der Mitglieder ist nebenbei nicht bekannt. „Wir fragen nicht danach. Wir wollen für alle Menschen da sein“, sagt die Schriftführerin Gertrud Welzel. Etwas genauer nimmt man es jedoch bei den Vorstandsmitgliedern, erklärt Beisitzerin Luise Nist. Da achte man schon darauf, dass die Funktionen gleichsam von Protestanten und Katholiken besetzt seien. Der Krankenpflege-Verein agiert längst nicht mehr in seinem ursprünglichen Wortsinn und viele Mitglieder sind wegen des Gemeinschaftsgeistes dabei. Jedoch kann der Beitritt auch finanzielle Vorteile haben. „Uns ist natürlich lieber, wenn die Menschen gesundbleiben“, betont der stellvertretende Vorsitzende Günther Schönaich. Wenn jedoch im Krankheitsfall Leistungen der Sozialstation gebraucht würden, können Vereinsmitglieder mit Vergünstigungen rechnen. Denn nicht jede benötigte Pflegeleistung sei von der Versicherung abgedeckt. Damit die Mitglieder möglichst gesund und auch fit bleiben, organisiert der Verein Gymnastikkurse im Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Derzeit sind 55 Frauen in vier Kursen sportlich aktiv und sie werden von ausgebildeten Therapeutinnen angeleitet. Das Angebot komme gut an und mitunter gebe es Wartelisten, erzählt Köhler. Beliebt sind auch die regelmäßigen Vorträge und zweimal jährlich laden die Akteure einen Fachreferenten ein. Kürzlich bekamen die Besucher nützliche Tipps rund um das Thema „Testament“. Wenn von den Bürgern spezielle Informationswünsche geäußert werden, nimmt diese der Verein gern entgegen. Zwar stehen bei den Vorträgen oft geriatrische Belange im Vordergrund, aber das muss so nicht bleiben. Der Gemeinsinn der Gruppe drückt sich nicht nur bei Themen rund um Krankheit und Pflege aus. Das beweisen die gemeinsamen alljährlichen Ausflüge. Die Teilnehmer begaben sich beispielsweise auf die Spuren von Hildegard von Bingen, sie besuchten das Kloster Himmerod oder eine Glockengießerei.