Ludwigshafen Mit flinken Fingern

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„Musik ist Trumpf“ – unter diesem Motto haben die Handharmonika-Freunde Schifferstadt am vergangenen Sonntag ihr Herbstkonzert bei sommerlichen Temperaturen im Paul-von-Denis-Schulzentrum veranstaltet. Zusammen mit dem Handharmonika-Klub Friesenheim und dem Ersten Handharmonika-Club Mutterstadt begeisterten die Musiker ihr Publikum.

Nicht nur der Titel des Konzerts, sondern auch gleich das erste Stück war „Musik ist Trumpf“. „Es wurde für die gleichnamige Musiksendung geschrieben, die weit über Deutschland hinaus bekannt war“, erzählte Dirigent Roland Söhner. Das Lied habe schon im Vorfeld als Eingangslied festgestanden, ergänzte der Vorsitzende Jürgen Fouquet. Jeder habe seine Notenhefte durchgesehen, um Vorschläge für das Konzert zu machen. Wie immer wurden auch Publikumswünsche berücksichtigt. „Kriminal-Tango“ und „Mackie Messer“ zum Beispiel, die Roland Söhner zu einem Stück zusammengebaut hat. Überhaupt hatte der Dirigent viele Stücke für sein Orchester arrangiert, unter anderem „Phantom der Oper“, „Wo die Wolga fließt“ und „In the mood“. Das spanische „Viva España“, als Solo vorgetragen von Jürgen Fouquet und Ingeborg Link, erhielt, wie die Zugabe „Akkordeon-Parade“, viel Applaus. „Ich wollte nicht allein spielen, also habe ich Ingeborg gefragt“, erzählte Fouquet. „Czardas von Monti“ spielten die Solisten wieder mit dem Orchester. „Das Stück wurde schon mit sämtlichen Instrumenten gespielt“, sagte Söhner. Unter anderem mit Tuba und Glasflaschen. „Da möchte ich gern mal hören, wie das mit Glasflaschen funktioniert, denn Czardas ist schnell“, sagte Söhner und demonstrierte mit dem Orchester, wie schnell es werden kann. Immer mit der Zither unterwegs sei Komponist und Gastwirt Anton Karas gewesen, der auch das Stück „Der dritte Mann“ geschrieben habe. „Er nahm sie mit in den Krieg und spielte vor den Offizieren. Das bewahrte ihn davor, ganz an die Front zu müssen“, erzählte Söhner. „Ein Mann der ersten Stunde“ für die Akkordeon-Fabrik Hohner sei Rudolf Würthner gewesen. Er habe außerdem das Konservatorium aufgebaut und das Orchester weltberühmt gemacht. Das Quintett unter der Leitung Helmut Rauschs trug Würthners „Ouvertüre in D“ vor, außerdem die „Oberkrainer Polka“ von Slavko Avensik und „Salto Mortale“ von Rolf-Hans Müller. Letzteres sei in jedem Zirkus zu hören, meinte Söhner. In der Zugabe „A sentimental reflection“ spielte Rausch Saxofon. Das Orchester präsentierte noch „Maple leaf rag“ und weitere Lieder, bevor Söhner in den Zugaben zum Mikrofon griff und sang. Er und das Orchester boten ein Medley des Jahres 1970 dar und Udo Jürgens’ „Griechischer Wein“. Abgerundet wurde das Konzert wieder mit dem Eingangslied „Musik ist Trumpf“. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Nur noch sechs Mann stark sind die Schifferstadter Handharmonika-Freunde. Fouquet wünscht sich jüngeren und älteren Zuwachs. Auch Klavierspieler und völlige Neulinge können mitspielen. „Akkordeon und Handharmonika sind wie die Klarinette: Sie können weinen und lachen, leise und laut sein, schnell und langsam“, sagte er schwärmend. Kurzum: Diese Instrumente drückten prima Gefühle aus. (udn)

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