Ludwigshafen Millionenschaden nach Großbrand im Industriepark Süd

Die Rauchsäule des Großbrandes auf dem Gelände des Ludwigshafener Unternehmens ICL zieht am Mittwochabend über die Stadt. Im Vor
Die Rauchsäule des Großbrandes auf dem Gelände des Ludwigshafener Unternehmens ICL zieht am Mittwochabend über die Stadt. Im Vordergrund spielen Fußballer auf einem Sportplatz der Polizei.

Auf mindestens eine Million Euro schätzt die Polizei den Schaden nach dem Großbrand in einer Düngemittelfabrik im Ludwigshafener Gewerbegebiet Industriepark Süd. Über Sirenen und Warnapps war die Bevölkerung vorbeugend vor den Brandgasen gewarnt worden. Eine akute Gefahr bestand laut Feuerwehr nicht.

Die schwarze Rauchsäule, die am Mittwoch gegen 18.45 Uhr über der Giulinistraße aufstieg und erst Richtung Nordwesten, später Richtung Südwesten über die Stadt zog, war in der Region weithin zu sehen. Das Feuer war in einer Produktions- und Lagerhalle der Firma ICL Fertilizers ausgebrochen und hatte den Behördenangaben zufolge vor allem die Holzkonstruktion der Halle sowie Teile der Gebäudeverkleidung aus Kunststoff und Gummi in Brand gesetzt. ICL-Mitarbeiter hatten zunächst erfolglos versucht, das Feuer selbst zu löschen. Verletzt wurde bei dem Brand niemand.

Anlage war nicht in Betrieb – Halle einsturzgefährdet

In der rund 13.000 Quadratmeter großen und etwa 20 Meter hohen Industrieanlage, in der das Feuer ausbrach – laut ICL ein Siebturm der Granulieranlage – werden mineralische Dünger hergestellt. Allerdings war die Anlage zum Zeitpunkt des Brandes nicht in Betrieb, wie der stellvertretende Feuerwehr-Chef Jan Deubel mitteilte: „Daher waren im Brandbereich keine größeren Mengen an Ausgangsstoffen für die Düngemittelherstellung gelagert, es waren praktisch keine Gefahrenstoffe am Brand beteiligt.“ Die Farbe des Rauchs und der beißende Geruch sei vor allem durch das brennende Gummi entstanden.

Großbrand bei ICL Fertilizers Ludwigshafen
Großbrand bei ICL Fertilizers Ludwigshafen
Großbrand auf dem Gelände der Firma Giulini im Rheingönheimer Chemiepark in Ludwigshafen.
Großbrand auf dem Gelände der Firma ICL Fertilizers in Ludwigshafen.
Großbrand bei ICL Fertilizers Ludwigshafen
Großbrand bei ICL Fertilizers Ludwigshafen
Großbrand bei ICL Fertilizers Ludwigshafen
Großbrand bei ICL Fertilizers Ludwigshafen
Großbrand bei ICL Fertilizers Ludwigshafen
Großbrand bei ICL Fertilizers Ludwigshafen
Die Rauchwolke ist weithin zu sehen.
Die Rauchwolke ist weithin zu sehen.
Großbrand bei ICL Fertilizers Ludwigshafen
Die Polizei sperrte das Industriegelände großräumig ab.
Großbrand bei ICL Fertilizers Ludwigshafen
Am Abend fuhren immer wieder weitere Einsatz- und Retttungskräfte auf das Gelände.
Großbrand bei ICL Fertilizers Ludwigshafen
Die Polizei sperrte das Industriegelände großräumig ab.

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Die Ursache für den Großbrand steht noch nicht fest. Die Halle ist den Behördenangaben zufolge einsturzgefährdet und kann bis auf Weiteres nicht betreten werden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Mit Ergebnissen sei frühestens Anfang nächster Woche zu rechnen.

Sirenen: Viele besorgte Anrufe bei der Polizei

Über Warnapps und Sirenen waren die Bürger am Mittwoch vor den Brandgasen gewarnt und dazu aufgerufen worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Viele besorgte Anwohner hätten sich bei der Polizei gemeldet, um zu erfahren, was es mit dem Sirenengeheul oder dem Rauch auf sich habe und ob dieser gefährlich sei, sagte Polizeisprecher Thorsten Mischler. Laut Feuerwehr handelte es sich bei den Warnungen um eine vorbeugende Maßnahme: Bei den Messungen anhand von Wisch- und Luftproben im Umkreis zur Brandstelle – etwa auch in Mutterstadt und Frankenthal – seien glücklicherweise keine bedenklichen Werte festgestellt worden, so Vize-Feuerwehrchef Deubel.

Die Feuerwehr hatte den Brand am Mittwoch nach etwa drei Stunden unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten dauerten am Donnerstag noch an. Feuerwehr und Rettungsdienst waren am Mittwoch eigenen Angaben zufolge mit 180 Kräften im Einsatz, davon bekämpften rund 80 Feuerwehrleute den Brand vor Ort. Unterstützung erhielt Ludwigshafen von den Wehren Mannheim, Worms, Speyer und Rhein-Pfalz-Kreis.

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