Handball
Meyer-Siebert erfüllt bei den Eulen die Erwartungen
Da strahlte er. Julius Meyer-Siebert war die Freude nach dem hartumkämpften 27:26 (13:12) gegen Tusem Essen deutlich anzusehen: „Das Spiel war bis zum Schluss umkämpft. Wir sind jetzt glücklich, dass es wieder zum Sieg gereicht hat. Alles andere zählt aktuell nicht.“ Dabei macht der 22-Jährige kein Geheimnis daraus, dass diesmal nicht alles optimal lief. Es gab Phasen des Auf und Ab. „Vielleicht müssen wir im Spiel konstanter werden“, verwies der Rechtshänder auf die anstehende Analyse mit dem Trainer-Team. „Es ist definitiv noch Luft nach oben.“
Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Sebastian Trost war der gebürtige Bayreuther noch mehr als sonst gefordert. Und der 22-Jährige erfüllte auch die Erwartungen. Mit zwei wunderbar verwandelten Freiwürfen sorgte er auch dafür, dass sich die Eulen vor 1585 Zuschauern frühzeitig zum 10:5 und 11:6 (20.) absetzen konnten. Dann aber kam der nicht erwartete Knick im Spiel, als nach Zuspiel von Meyer-Siebert der sonst in der Abwehr zuverlässige Sergej Gorpishin am gegnerischen Torwart scheiterte. „Wir waren da nicht mehr so fokussiert, eher etwas unkonzentriert und haben mit unseren Fehlern Essen wieder ins Spiel gebracht“, haderte die Leihgabe des SC DHfK Leipzig. Trotzdem retteten die Ludwigshafener die 13:12-Führung in die Halbzeitpause. Haarsträubende Fehlpässe brachten die Eulen in den letzten Minuten vor der Pause etwas aus dem Tritt.
Lob von Trainer Abt für Meyer-Siebert
Dabei hatte man in der Anfangsphase leicht den Eindruck, die Sieben von Trainer Michel Abt schien im ICE-Tempo den siebten Sieg einfahren zu können. Soweit kam es aber nicht. Auch deshalb, weil die junge Mannschaft aus Essen sich tapfer wehrte. Auch erinnerte Trainer Abt seine Leute an den Matchplan. Drohte dieser nicht eingehalten zu werden, zog er die Grüne Karte, um seine Mannschaft neu einzustellen. Nicht anders waren seine Worte in der Pausenpredigt, die nicht auf taube Ohren stieß. Nachdem die Gäste nach dem Wiederbeginn zweimal ausgleichen konnten, folgte ein 4:0-Lauf der Eulen. Jeweils zweimal trafen in der Phase Alexander Falk und Julius Meyer-Siebert. „Ich musste einige Würfe nehmen“, erklärte Meyer-Siebert den einen oder anderen überhasteten Abschluss, als Zeitspiel angesagt war. Seinen Mehrwert demonstrierte die 2,06 Meter große Leihgabe aus Leipzig und philosophierte: „Ich bin jetzt drin – und muss jetzt auch drin bleiben …“ Auch sein Trainer Abt lobte: „Julius hat schon einen sehr großen Anteil am Sieg. “
Seit der 22-Jährige, der in den letzten Wochen aufgrund der Personalnot von seinem „Stammverein“ SC DHfK Leipzig angefordert wurde, und deshalb immer wieder zwischen der Messestadt und Ludwigshafen pendelte, wieder bei den Eulen zurück ist, geht es auch bei ihm wieder deutlich aufwärts. Dies bestätigte der Oberpfälzer auch gegen Essen. Seine Würfe schlugen meist wie eine Bombe ein, die beiden gegnerischen Torhüter hatten das Nachsehen. „Die Situation in den letzten Wochen war nicht ganz optimal, ich wurde immer wieder irgendwo herausgerissen, aber das ist jetzt vorbei“, sagt Meyer-Siebert.
Spielpraxis bei den Eulen wichtig
Er freut sich auf die Einsätze bei den Eulen, dort bekommt er die Spielpraxis zur Bundesliga-Reife. Denn im kommenden Sommer muss er wieder in die Messestadt zurück. Die Leihe mit den Eulen läuft dann aus. In den nächsten beiden Jahren soll er nur noch das grüne Trikot der Leipziger tragen. Darüber macht sich der junge Mann derzeit keine Gedanken. Er hat wieder viel Spaß am Handball. „Heute hatte ich mal wieder das Gefühl, es war durchaus ganz ordentlich, es geht aufwärts“, so Meyer-Siebert.
So freut er sich schon auf die kommende Partie der Eulen beim SC Empor Rostock am kommenden Freitagabend in der dortigen Stadthalle. „Wir sind in einer guten Ausgangsposition und wollen natürlich dieses Spiel auch gewinnen“, verrät Meyer-Siebert. „Das wird dann aber auch wieder eine andere Herausforderung für den Kopf mit der längsten Auswärtsfahrt.“